Diagnose Tierisch alt

Infografik: Hunde im Alter

Wie erkennen Sie, ob ihr Haustier unter Demenz leidet? Laden Sie unsere Checkliste (PDF, 0,8 MB) herunter.


Sie leisten uns Gesellschaft, sie bereichern unser Leben mit ihren Marotten, sie machen uns Freude: Haustiere sind für viele Menschen wie Familienmitglieder. Aber was tun, wenn sie alt und hilfebedürftig werden?

Auch Katzen werden heute im Schnitt 13 Jahre und damit mehr als doppelt so alt wie in den 1980er-Jahren. Selbst Pferde leben länger. „Dank der Wohlstandsgesellschaft und der Spezialisierung der Tierärzte hat sich gerade in den letzten zwei Jahrzehnten der Wunsch der Besitzer erfüllt, dass es ihren Lieblingen gut geht, sie gesund bleiben und damit älter werden können“, erklärt Martin Kramer, Chef der Kleintierchirurgie und Leiter der Kleintierklinik an der Universität Gießen. Die logische Folge: „Mit jedem Jahrzehnt nimmt die Zahl geriatrischer Fälle um etwa ein Drittel zu.“

Tiere können geistige Fähigkeiten verlieren

Mit den Jahren werden die Haustiere anfälliger für Krankheiten – da stehen sie ihren Besitzern in nichts nach: Krebs, Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes, Arthritis. Tierärzte können diese Krankheiten, dank regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen, oft früh optimal behandeln. Vor allem die bildgebende Diagnostik hat die Tiermedizin und speziell die Altersheilkunde revolutioniert.

Allerdings laufen auch alte Tiere – genau wie Menschen – Gefahr, geistig abzubauen. „Eine gewisse Abnahme der kognitiven Leistung ist zwar normaler Bestandteil des Alterungsprozesses“, sagt Georg Sanders, Ernährungsexperte und Verbraucherberater bei Nestlé Purina. „Für die sogenannte kognitive Dysfunktion bei Hunden gilt das aber nicht.“ CCD (Canine cognitive dysfunction), auch Hunde-Alzheimer genannt, beruht auf einem reduzierten Blutfluss und verschiedenen Stoffwechselveränderungen im Gehirn und verläuft schleichend. Es lohnt sich deshalb, genau hinzusehen, rät Sanders: „Verläuft sich der Hund zum Beispiel an ihm bekannten Orten, schläft er mehr als gewöhnlich und interessiert sich nicht mehr für seine zuvor geliebten Spielzeuge?“

Während die Forschung bei Katzen, die auch an CCD erkranken können, noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es für Hunde bereits Behandlungsmöglichkeiten: Bisher ist zwar nur ein einziges Medikament zugelassen, aber zwei weitere, die dazu beitragen, den Blutfluss im Hundegehirn zu fördern, versprechen Hoffnung. Darüber hinaus gilt für tierische Senioren dasselbe wie für ihre menschlichen Pendants: Wer sich viel bewegt, seine geistige Fitness trainiert, ausreichend trinkt und sich richtig ernährt, wirkt dem Verfall entgegen. Beim Gehirntraining sind „der Schlüssel zum Erfolg Struktur und Vorhersagbarkeit, gleichbleibende Botschaften, einfache Kommandos und klare Belohnungen“, sagt Jill Cline von Nestlé Purina.

Zusätzliche Energiequellen fürs alternde Gehirn

Auch über die richtige Ernährung weiß man inzwischen mehr: Antioxidantien tragen zur Erhaltung der normalen Funktionen des zentralen Nervensystems bei und schützen Neuronen, indem sie freie Radikale deaktivieren. „Eine Beschränkung der Kalorienaufnahme kann ebenfalls eine fortschreitende kognitive Beeinträchtigung bei älteren Hunden verlangsamen“, sagt Cline – obwohl die Ursache dafür noch nicht ganz klar ist. Als echter Durchbruch haben sich sogenannte mittelkettige Trigylceride (MCT), spezielle Nahrungsfette, erwiesen. Die Bestandteile der MCT kann die Leber leicht in Substanzen umwandeln, die das alternde Gehirn neben Glukose als zusätzliche Energiequelle nutzen kann. Indem diese die nachlassende Energiegewinnung aus Glukose teilweise kompensieren, tragen sie zu einer ausreichenden Energieversorgung bei, die Voraussetzung einer guten Gehirnfunktion ist.

Trotz all der guten Nachrichten: 30-jährige Hunde wird es so schnell nicht geben. Tiermediziner Kramer geht davon aus, „dass die Grenze sicherlich erreicht ist. Altern und damit chronische Erkrankungen führen irgendwann eben auch zum Tode.“

Text: Stefan Koch // Bildrechte: Nestlé Deutschland AG

Bewohner der Blue Zones

Das Geheimnis der Langlebigkeit

In den „Blue Zones“ dieser Erde erreichen die Einwohner ein sehr hohes Alter, und das auch noch fit und aktiv. Was wir von den gesunden Greisen lernen können und wo unser Einfluss auf ein langes Leben endet – zumindest bisher.

Forschen für den Fortschritt

Forschen für den Fortschritt

Wie wird eine Erfindung zur Innovation? Indem sie die Lebensqualität der Menschen ihrer Zeit gravierend verbessert. Vordenker Michael Carl über Innovationen in der Lebensmittelherstellung.