Tag der Verpackung – auf den Spuren der 5 Minuten Terrine

Tag der Verpackung: Wir besuchen drei Firmen, die uns den Weg der 5 Minuten Terrine zeigen.


Zum Tag der Verpackung haben wir uns mit Studenten der Hochschule der Medien in Stuttgart und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig auf die Spurensuche gemacht: Wir wollten wissen, wie die Becher für die Maggi 5 Minuten Terrinen hergestellt werden und wie sie sich im Recycling machen. Marco Stahl von der Maggi Verpackungstechnik MI-TV war dabei – hier sein Bericht:

Der Tag der Verpackung bietet die Möglichkeit, den Weg einer Verpackung von der Herstellung über die Entsorgung bis hin zur erneuten Verwendung zu begleiten. Für den 6. und 7. Juni hatte das Team von Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH mit Unterstützung von Nestlé eine Tour entlang dem Lebensweg von Lebensmittelverpackungen organisiert. Mit dabei waren Studenten von zwei Hochschulen und ein kleines Team von Nestlé selbst. Als angehender Verpackungsingenieur und Praktikant der Maggi Verpackungstechnik erhoffte ich mir bei der „Erkundungsreise“ neue Erkenntnisse für das Recyceln von Kunststoffen zu erhalten. Ein besonderes Augenmerk richtete ich dabei auf die 5 Minuten Terrine.

Erst der bedruckte Becher ...

Die erste Station war die Herstellung von Kunststoffverpackungen. GIZEH Verpackungen stellt eine Reihe unterschiedlicher Verpackungsbehälter her. Die Verfahren Spritzgießen und Tiefziehen kommen dabei zum Einsatz. Mit zusätzlichen Veredelungen werden die Verpackungen komplettiert. Die 5 Minuten Terrine besteht aus einem spritzgegossenen Becher aus Polypropylen (PP) und einer lösbaren Deckelfolie aus Aluminium. Das am Becher angebrachte Inmould-Etikett ermöglicht auch eine gute Rezyklierbarkeit. Auf dem rechten Foto werden die Becher hergestellt und mit einer Kamera kontrolliert. Diese Kontrolle stellt sicher, dass in anschließenden Prozessen das richtige Produkt im richtigen Becher landet.


Der Geschäftsführer von Gizeh erläutert das Druck-Verfahren.  Foto: Achim Drewes Nach dem Bedrucken der Becher wird per Kamera kontrolliert, ob die Etiketten korrekt sind (Blick in Maschine)

... dann zur Sortieranlage ...

Als zweite Station stand ein Besuch bei Lobbe Entsorgung an. Hier werden Leichtverpackungen aus gelben Säcken und gelben Tonnen sortiert. Das linke Foto zeigt ein Trommelsieb, das die Verpackungen in große und kleine Kunststoffteile sortiert. Weitere Anlagen, wie der Magnetabscheider, ein NE-Abscheider (ein Wirbelstrom-Scheider, der Nicht-Eisen-Metalle wie vor allem Aluminium zuverlässig aussortiert), und die optische Sortierung sorgen dafür, dass unterschiedliche Kunststoffgrößen, Kunststofffolien, Getränkekartons, Weißbleche, Aluminiumteile und Störstoffe voneinander getrennt werden. Durch eine Nahinfrarot-Technik können aufgrund der spezifischen Reflexion anschließend die verschiedenen Kunststoffsorten selektiert werden. Getrennt wird dabei in Polyethylen, Polystyrol, PET, Mischkunststoffen und PP, wo sich der 5 Minuten Terrine Becher einreiht. Am Ende dieser Sortierung entstehen sortenreine Materialballen.

Maggi Terrine nach der Sortierung. Foto: Marco Stahl Maggi Terrine im Trommelsieb. Foto: Marco Stahl

... zum r-PP, also Granulat aus Polypropylen.

Die dritte und letzte Station führte zur Aufbereitung und Compoundierung zu PP-Granulat bei Systec Plastics. Rund 71% der eingehenden Materialballen können zu hochwertigen Rezyklaten verarbeitet werden. Vereinfacht gesagt werden die Kunststoffteile zerkleinert, getrennt, gewaschen und am Ende getrocknet. Die unterschiedlichen Aufbereitungsverfahren sorgen dafür, dass die restlichen Fremdstoffe herausgefiltert werden und die Druckfarbe vom Kunststoff gelöst wird. Das gesäuberte Material wird anschließend in einem Extruder aufgeschmolzen und zu neuen Granulat-Teilchen verarbeitet. Diese Granulate aus rezyklierten Verpackungen werden dann für einige neue Produkte eingesetzt. Somit landet die 5 Minuten Terrine beispielsweise im Material von Blumentöpfen, Einkaufskörben oder Farbeimern.

Maggi Terrine im sortierten Plastikmüll. Foto: Achim Drewes Maggi Terrine im gepressten Plastikmüllballen. Foto: Achim Drewes

 

In der Anlage werden die PP-Ballen geschreddert, in einem Senkbecken gereinigt und gemahlen. In einem Extruder wird aus dem gereinigten PP schließlich ein reines Granulat hergestellt – die Ausbeute beträgt mehr als 70%. Der Rest – Rückstände, Fremdmaterialien und organische Materialien – wird als Ersatzbrennstoff thermisch verwertet. Aus dem Granulat von Systec Plastics werden dann beispielsweise Kunststoffteile für die Automobilindustrie oder auch Einkaufskörbe.

Maggi Terrine wird zu Polypropylen-Granulat 1. Foto: Achim Drewes Maggi Terrine wird zu Polypropylen-Granulat 2. Foto: Achim Drewes
Maggi Terrine wird zu Polypropylen-Granulat. Foto: Achim Drewes

 

Der Tag der Verpackung ermöglichte mir einen neuen Blickwinkel auf das Entsorgungssystem von Verpackungen. Sowohl im privaten, als auch im geschäftlichen Alltag werde ich auf meine Erfahrungen zurückgreifen können. Zum einen gilt es für mich darauf zu achten, dass unterschiedliche Materialien voneinander getrennt werden, bevor sie in der gelben Tonne landen. Zum anderen möchte ich bei zukünftigen Verpackungslösungen versuchen Einfluss auf die Rezyklierbarkeit zu nehmen. Durch Verpackungen bestehend aus Monofraktionen, dem geringen Einsatz von Farbe und der Verwendung von gut lösbaren Etiketten kann die Wiederverwertung gewährleistet und einige Prozesse dahingehend deutlich vereinfacht werden.

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