„Menschen lieben das Alimentarium!“

Die größte Gabel der Welt vor dem Alimentarium

 

Wie hoch der Stellenwert ist, den die Gesellschaft der Ernährung beimisst, zeigt sich gut im und am "Alimentarium" im schweizerischen Vevey. Seit der Gründung dieses "Museums für Ernährung" 1985 haben mehr als 1,4 Millionen Menschen dieses etwas andere Ernährungsmuseum von Nestlé am Genfer See besucht .

Mehr als 1,4 Millionen Gäste in dreißig Jahren: Die Besucher-Statistiken des Alimentariums im schweizerischen Vevey belegen eindrucksvoll, dass mutige Fragen und spielerisch-erlebbare Antworten zur Ernährung ebenso zeitlos wie attraktiv sind. Ein weltweit einzigartiger Ort, an dem sich die Besucher mit den verschiedenen Facetten unserer täglichen Energieaufnahme und mit den Hintergründen unserer Nahrungsmittel beschäftigen. In diesen Zahlen spiegelt sich die erfolgreiche Arbeit der Macher hinter den Kulissen wieder: „Wir wollten keine temporäre Ausstellung, die jedes Jahr erneuert wird“, sagt Ursula Zeller, die das „Museum für Ernährung“ leitet. „Stattdessen haben wir uns dafür entschieden, die Besucher immer wieder zu überraschen. Und die Menschen lieben es.“ 

Seit über dreißig Jahren im Dienst der Ernährung

1985, im Jahr der Eröffnung, konnte mit dem dauerhaften Erfolg noch niemand rechnen.  Doch liegen die Gründe für das hohe Interesse buchstäblich "auf der Hand": Nahrung hat in unserer Gesellschaft längst einen anderen, höheren Stellenwert. Ob Herkunft oder Inhalt von Speisen und Getränken: Heute achten wir viel mehr auf das, was wir essen.

Wie ernähren wir uns in der Zukunft?

Im Mittelpunkt des Erlebnismuseums stehen immer wieder die Fragen nach einer gesunden, ausgewogenen Ernährung. Im Alimentarium gibt es Hinweise, wie es unsere Vorfahren mit ihrer Nahrung hielten. Und Antworten auf die Frage: Wie werden wir uns in der Zukunft ernähren? Woran werden wir uns orientieren? Und gelingt uns heute, in stressigen Zeiten voller Arbeit und Hektik, auch in der Freizeit der Spagat beim Essen? Direktorin Ursula Zeller sagt über das Haus: „Wir wollen ein ‚sustainable learning centre’ werden.“

Spielerisch und interaktiv ins Herz von Ernährung und Geschmack

„Die Aktivitäten und Angebote im Alimentarium nehmen Sie mit auf eine spielerische und interaktive Reise ins Herz der Ernährung und des Geschmacks“, wirbt das Alimentarium für sich. Dabei verbinden sich hier Vergangenheit und Zukunft auf wunderbare Weise. Gründe dafür finden sich im frisch renovierten Gebäude am Ufer des Genfer Sees. Das wurde nach einem Entwurf des Architekten Adolphe Burnat zwischen 1918 und 1920 erbaut und war der erste Hauptsitz der „Nestlé & Anglo-Swiss Condensed Milk Company“.

Digital und analog

Doch was hat es mit dem Ort genau auf sich? Dort lässt sich das Thema Ernährung in den drei dauerhaften Ausstellungsbereichen „Essen“, „Gesellschaft“ und „Körper“ auf eine Art und Weise erleben, die überrascht: so digital wie analog, so aktualitätsbezogen wie geschichtsverbunden – und so spielerisch wie rational. Jährlich wechselnde Sonderausstellungen – in der Vergangenheit etwa zu den Themen „Stillleben“ oder „Detox“ – komplettieren das Bild. Wie nebenbei lernt man etwas über Nährstoffe und deren Bedeutung. „Unser Ziel ist es, der Öffentlichkeit wissenschaftlich belegte Argumente und Informationen über ihre Ernährung zu geben – und damit die Möglichkeit, selbst über ihre Nahrung nachzudenken. Ein kleiner Schubs hin dazu, dass sie ihre eigenen Entscheidungen einfacher treffen“, sagt Direktorin Ursula Zeller.

Wo Kinder Feinschmeckermenüs zaubern

Die Angebote des Alimentariums sind online und offline erreichbar. Der besondere Clou: Augmented Reality. Dabei wird Realität mit digitalen Zusatzinhalten angereichert. So wird die Gegenwart mit Daten erweitert, die dem Betrachter so vielleicht noch nicht bekannt waren. Das Spannende und Neue am Alimentarium: Die Besucher werden sofort Teil der Ausstellung, sie nehmen eine aktive Rolle ein. Auch im Angebot: ein pädagogischer Gemüsegarten und Kochworkshops. Dort zaubern Kinder ein Feinschmeckermenü, und Eltern verfolgen ihre Nahrung vom Garten bis auf den Teller. Die Gerichte und die Zutaten variieren dabei je nach Saison.

Studium am Esszimmertisch

Wer lieber von zu Hause aus aktiv werden will, kann per PC oder Tablet an so genannten „Massive Open Online Courses“ teilnehmen, einer Art Telekolleg im Internet, die wertvolles Wissen an Menschen weltweit vermitteln. Der Trick: Diese Kurse sind kostenlos, vermitteln Wissen auf Hochschulniveau und verbuchen oft hohe Teilnehmerzahlen.

Essen: eine Frage der Balance

Wenn man sich überlegt, was gutes Essen und gute Nahrung bedeuten, kommt man schnell zur Frage: Gibt es das eigentlich? Kann man hier differenzieren oder abwägen? Und woran macht man das fest? „Von unserem Standpunkt aus gesehen, gibt es kein gutes oder schlechtes Essen. Es gibt sicheres Essen und es gibt Nahrung, die zu einer gute Ernährung passt. Es ist alles eine Frage des Kontextes und der Balance“, sagt Alimentarium-Chefin Ursula Zeller.

Wer es selbst einmal ausprobieren möchte, sollte einen Ausflug nach Vevey planen. Oder er überzeugt sich auf www.alimentarium.org selbst davon, was diesen besonderen Ort so besonders macht.