„Nur wer Sinn stiftet, hat langfristig Erfolg“

Hochkarätige Podiumsdiskussion mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft

Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren bei der Podiumsdiskussion Goethe meets Nestlé. 

„Goethe meets Nestlé“ – so lautete das Motto einer Podiumsdiskussion zu Ehren zweier der berühmtesten Söhne Frankfurts: Anlässlich des 200. Geburtstag von Firmengründer Heinrich Nestlé und dem 100-jährigen Bestehen der Goethe-Universität diskutierten hochkarätige Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft vor 450 Gästen im Casino des Campus Westend.

Goethe trifft Nestlé – das war das imaginäre Treffen zweier großer Frankfurter Persönlichkeiten, die mit ihrem Denken und Werk nicht nur ihre Heimatstadt, sondern die ganze Welt verändert haben. Ein echter Höhepunkt im Nestlé-Jubiläumsjahr, das sich nun dem Ende entgegen neigt. Mit rund 450 Gästen stieß die Veranstaltung im eleganten Casino der Universität auf großes Zuhörer-Interesse. Denn unter der launigen Moderation von F.A.Z.-Herausgeber Werner D'Inka hatte sich eine Diskussionsrunde zusammengefunden, wie man sie nicht alle Tage sieht: der Nestlé Deutschland-Vorstandsvorsitzende Gerhard Berssenbrügge, die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Prof. Dr. Renate Köcher, Dr. Jürgen Hambrecht, Aufsichtsratsvorsitzender der BASF AG, Prof. Guido Friebel, Personalwirtschaftler und Mitglied des Dekanteams der Goethe-Universtität, sowie Nestlé-Ehrenpräsident Dr. h.c. Helmut O. Maucher. Die hochkarätige Besetzung war mit ein Grund, weshalb der Zeitplan vor dem anschließenden Get-together am Buffet nur schwerlich eingehalten werden konnte. Denn die Zuhörer ließen sich die Gelegenheit zu Fragen nicht entgehen.

Die Kernfragen der Diskussion waren von Moderator Werner D'Inka in drei Themenebenen unterteilt, die alle Gesprächsteilnehmer sowohl aus dem Nähkästchen als auch aus ihrer jahrzehntelangen Erfahrung erzählen ließen: Sind Unternehmerwerte wichtig für den zukünftigen Erfolg? Was ist überhaupt Unternehmenskultur? Und schließlich noch der wichtige Brückenschlag in die Zukunft: Wie findet ein Unternehmen künftig den geeigneten Nachwuchs?

Der CEO als Leitfigur der Unternehmenskultur

Gerhard Berssenbrügge sitzt auf dem Podium beim Nestlé meets Goethe Event
Nestlé Deutschland-CEO Gerhard Berssenbrügge.

Ein Unternehmen muss Sinn stiften – so lautet das Credo von Nestlé Deutschland-CEO Gerhard Berssenbrügge. „Sozialer und ökologischer Nutzen müssen zusammen kommen, um Unternehmenserfolg langfristig zu gewährleisten.“ Ohne Integrität und Glaubwürdigkeit hat die Maxime „Creating shared value“ – also der Nutzen für alle Beteiligten an der Wertschöpfungskette – aus seiner Sicht jedoch keine Chance. Der CEO müsse dabei, so Berssenbrügge, der „Fahnenträger“ in Sachen Unternehmenswerte sein. Auch Nestlé-Ehrenpräsident Helmut Maucher sekundiert: „Er muss mit seiner Persönlichkeit die Unternehmenskultur verkörpern und die Mitarbeiter ‚mitnehmen‘ – egal aus welcher Nation und Kultur sie kommen.“

Überlegene Unternehmenskulturen könne es aus Sicht des Wirtschaftsexperten Prof. Guido Friebel jedoch nicht geben. In der Öffentlichkeit steht, so beobachtet es Friebel, ohnehin eher ein recht schematisches „Gut oder böse“-Denken im Vordergrund. „Wenn wir über Wirtschaft reden, reden wir meistens über Ideologien. Wirtschaftszusammenhänge richtig zu verstehen, ist für Otto Normalverbraucher ziemlich schwer.“

Wirtschaftsberichterstattung in Deutschland: langweilig

Für Prof. Dr. Renate Köcher, die das Institut für Demoskopie Allensbach leitet, ist das eine willkommene Vorlage, die ambivalente Einstellung der deutschen Bevölkerung zu Wirtschaftsthemen zu skizzieren: „Beim Stichwort ‚Wirtschaft‘ denken die Deutschen zunächst nur an Großunternehmen. Dabei ist unsere Wirtschaft stark mittelständisch geprägt. Das Interesse an Wirtschaftsthemen ist nach unseren Erkenntnissen in den letzten Jahrzehnten leider nicht angestiegen. Es ist immer noch ein ‚low interest‘-Gebiet. Das spiegelt sich auch in der Wirtschaftsberichterstattung der Medien wider, die oft auf niedrigstem Niveau und viel zu langweilig ist.“

Helmut Maucher im Gespräch mit Werner D' Inka bei Goethe meets Nestlé
F.A.Z-Herausgeber Werner D'Inka und Nestlé-Ehrenpräsident Helmut O. Maucher (v. l.).

Ein Weg zu mehr Transparenz, wie ihn auch Nestlé einschlägt, kann zu besserem Verstehen beim Verbraucher führen – darauf können sich alle Diskutanten einigen. „Aber es muss mit Empathie und Ehrlichkeit geschehen“, glaubt BASF-Aufsichtsrat Dr. Jürgen Hambrecht. „Sonst bekommen wir keine Authentizität hin.“ Überhaupt müsse der Weg wieder stärker weg von „abgehobenen Diskussionen gehen“, so Hambrecht. „Der Blick auf die wirtschaftliche Praxis geht den Menschen heute sonst völlig verloren, und wir erreichen das genaue Gegenteil von dem, was wir eigentlich vorhaben.“

Regelwerke helfen bei der Transparenz

Hilfreich, auch darauf können sich die Experten verständigen, ist der Trend zu übergreifenden Compliance-Richtlinien, die das Regelfundament der Unternehmenslandschaft legen. Als Compliance-Kultur werden die Grundeinstellungen und Verhaltensweisen bezeichnet, die die Unternehmensleitung vermittelt. Mauscheleien und Bevorzugungen zwischen Geschäftspartnern sind somit tabu. „So kann auch die Bevölkerung besser beurteilen, wie weit Unternehmen in ihren Geschäftsbeziehungen gehen dürfen“, sagt BASF-Aufsichtsrat Hambrecht. „Auch das ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Transparenz.“ Dennoch, so ein Credo der Runde, dürfe der Compliance-Wahn nicht zu weit gehen: „Eine Einladung zum Essen ist noch nicht gleich ein Bestechungsversuch, sondern vor allem ein Akt der Höflichkeit und des gegenseitigen Respekts.“

Zu guter Letzt diskutieren die Wirtschaftsexperten noch über die Frage, wie ein Unternehmen künftig an gute Nachwuchsleute gelange. Ein Thema, das die Wirtschaft derzeit brennend beschäftigt, denn der „War for Talents“ ist im vollen Gange. Ein schwieriges Spannungsfeld, da Deutschland angesichts des demografischen Wandels und des globalen Wettbewerbs immer stärker in einen akuten Fachkräftemangel hinein steuert. Zudem, so ließen die Experten durchblicken, kenne die „Generation Y“ nicht mehr die Loyalität zu einem Unternehmen wie die Generation ihrer Väter. Umso wichtiger wird es aus Sicht von Nestlé-CEO Berssenbrügge, als „integres und glaubwürdiges Unternehmen in diesen Wettbewerb einzutreten“. Ein Arbeitgeber wird, so Berssenbrügge, künftig „immer stärker nach dessen gesellschaftlicher Reputation ausgewählt“. Bei Arbeitnehmern sei vor allem die Persönlichkeit entscheidend, ist Nestlé-Ehrenpräsident Maucher überzeugt: „Wenn Sie jemand einstellen, schauen Sie sich genau an, was das für ein Typ ist. Das ist viel wichtiger als die Ergebnisse der Assessment Center.“

Bildrechte: Nestlé Deutschland AG

Heinrich Nestlé

Für ein besseres Leben

Mit der Erfindung des Kindermehls konnte Heinrich Nestlé die hohe Sterblichkeitsrate von Säuglingen eindämmen. Zu seinem 200. Geburtstag blickt Nestlé mit einem umfangreichen Portrait auf das Schaffen ihres Gründers zurück.

Zum 200. Geburtstag von Heinrich Nestlé startet Nestlé eine große Verbraucherkampagne.

Qualität, Transparenz und Dialog

Erstmals rückt Nestlé ihre Markenwelt mit einer großen Kampagne ins Rampenlicht. Im Mittelpunkt steht das Qualitätsversprechen der Initiative "Qualität bedeutet mehr".