„Über unsere Träume hinaus“

Im „nest“ lassen sich die Ursprünge von Nestlé entdecken

nest by night

 

Wer möchte das nicht sein: ein Pionier? Der deutsche Apothekengehilfe Henri Nestlé ging vor 150 Jahren mit der Erfindung seines Kindermehls diesen Weg und gründete das Unternehmen, in dem sich heute alles um das Thema Ernährung dreht. Zu Ehren des Gründers gibt es das Museum „nest“ im Schweizer Vevey.

„Ein echter Pionier ist der, der es wagt, ins Unbekannte einzutauchen, der andere Wege geht und unermüdlich seiner Vision huldigt.“ Dieser Satz stammt von Catherine Saurais, die das Museum „nest“ in Vevey am Genfer See leitet. Sie fügt hinzu: „Ein echter Pionier wird von seiner Kreativität, seiner Resilienz und seiner Passion angetrieben“. Es ist eine Hommage an Henri Nestlé, der 1866 mit der Erfindung des Kindermehls seine Idee in die Tat umsetzte, Müttern eine Alternative zum Stillen an die Hand zu geben – die Rettung für unzählige Babys, die zuvor unter Mangelernährung gelitten hätten oder sogar daran gestorben wären.

Gespür für gutes Leben schärfen

Mehr als 150 Jahre später hat sich aus der Idee des Gründers ein weltweit tätiges Unternehmen entwickelt, in dem sich alles um die Ernährung dreht – und das „nest“ ist so etwas wie das "offene Haus" von Nestlé. Hier können Familien in einer lebhaften und freundlichen Atmosphäre experimentieren und ihr Gespür für gute Nahrung und gutes Leben schärfen. Ob es eine Lebensmittel-Fabrik im Stile eines Abenteuerspielpatzes ist oder eine Zeitreise per Virtual-Reality-Brille: In dem innovativen Museum am Ufer des Genfer Sees zeigt das Unternehmen stolz seine Geschichte und seine Wurzeln. Wer nach Vevey reist, versteht auch, wie die heutigen Kreationen den Kurs für die Zukunft mitbestimmen. Die Vision einer lebenswerten Zukunft wird im „nest“ auf mehr als 3.000 Quadratmetern deutlich.

Gründungsstube im Detail nachgebaut

Doch woher stammt der Name? Den erhielt das Haus, weil es die Rückkehr zum Ursprung symbolisiert: Die erste Fabrik des Weltkonzerns stand hier in Vevey. Wer will, begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit – und sieht sich die ehemalige Werkstatt des Firmengründers Henri Nestlé an. Dieser machte damals eine revolutionäre Entdeckung und stellte sein haltbares Kindermehl aus Zucker, Mehl und Milch her. Es sollte, so Henri Nestlé, ein Präparat sein, das alle „notwendigen Bestandteile in sich vereinige und dessen leichte und schnelle Herstellungsweise es jeder Mutter leichter macht, sich derselben in wenigen Minuten selbst zu benutzen“. Die „nest“-Besucher können heute jene detailgetreu nachgebaute Gründungsstube erforschen, in der 1866 die Erfolgsgeschichte von Nestlé begann.

Wie gute Ernährung gelingt

Doch geht es im „nest“ nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um Fragen, die sich heute stellen. Zum Beispiel: Wie gelingt eigentlich eine gute Ernährung? Das Haus ist in vier Etappen unterteilt, die es zu meistern gilt. Junge Besucher durchstreifen das weitläufige Gebäude per Audioguide – oder toben sich im Spielbereich aus. „Das Haus geht weit über unsere Träume hinaus“, sagt Catherine Saurais. „Das ‚nest‘ ist ein atemberaubender Ort – und unsere Besucher sind sofort von der Schönheit übermannt.“

Weiße Vögel aus Bits und Bytes

Die Ausstellung hält zahlreiche Überraschungen parat: Da ist zum Beispiel der interaktive Spiegel, der die Bewegungen der Menschen reflektiert und zeigt, wie ein Produkt im Körper wirkt. Oder die weißen Vögel aus Bits und Bytes, die am Ende der Tour die Nachricht überbringen, die der Besucher zuvor an einer riesigen digitalen Wand hinterlassen hat. Mit dem Haus gehen die Macher bewusst ungewöhnliche Wege. Dies zeigte sich schon bei der Eröffnung Mitte Juni 2016: Als der riesige, weiße Vorhang fiel, blickten die Gäste auf einen besonderen Baum. Der ist mit 1.200 Nestlé-Produkten geschmückt und prägt die Lobby.

Mut, Offenheit, Risikofreude

Für angehende Entrepeneure hat die Museumsleiterin noch einen Tipp parat: „Sei offen für Neues und Ideen. Habe den Mut und das Selbstbewusstsein. Und eigne Dir eine risikofreudige Einstellung an.“ Wer das Haus nach Stunden wieder verlässt, sollte sich laut Catherine Saurais „mit einem neuen Eindruck von Nestlé“ verabschieden – und eine Menge positiver Emotionen mit im Gepäck haben.