Von Purina zum Praktikum bei Nestlé Polen

30. Jun. 2015
Ein Praktikum bei Nestlé Polen

Raphael Klemm (22) macht seine Ausbildung als Industriekaufmann bei Purina. Jetzt hatte er die Chance, ein Auslandspraktikum bei Nestlé Polen zu absolvieren. Hier berichtet er von seinen Erfahrungen.

Wie kam das Projekt zustande?

Die Berufsschule hat mich auf den Gedanken gebracht, weil sie eine Zusammenarbeit über das Erasmus Programm Leonardo anbietet. Nach Rücksprache mit der Personalabteilung wurde schnell klar, dass ein internationaler Einsatz für mich möglich ist. Als das geklärt war, habe ich mich auf die Suche begeben, jemanden zu finden, der auch dazu bereit ist, mich als Praktikanten für drei Wochen aufzunehmen.

Warum bist du nach Polen gegangen?

Ich hatte es an mehreren Standorten probiert, und Polen war der erste, der mir eine positive Rückmeldung gegeben hat. Für mich war das natürlich toll, weil Polen ein Markt ist, der mich sehr interessiert. Ich finde das Land super spannend. Es ist direkt nebenan und man weiß so wenig. Mit Polen hatte ich bisher auch noch gar keinen Kontakt, deswegen war es für mich auch so spannend.

Wie lief dein Praktikum ab?

Es war ein richtiges Abenteuer für mich, als ich dort ankam. Grundsätzlich wusste ich, wo ich arbeiten und wo meine Unterkunft sein würde. Aber das war‘s – der Rest ergab sich erst dann. Das hat mich persönlich weitergebracht.

Ich war im Nestlé Headquarter in Warschau im Einkauf und habe den Einkaufsleiter unterstützt. Den Einkauf konnte ich bereits bei Purina kennen lernen, es war meine erste Station in der Ausbildung und hat mich wirklich sehr interessiert. Das Praktikum war auf Englisch. Auch das ist einer der Gründe, warum ich es machen wollte, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Ich war zwar schon mal im Schüleraustausch zwei Wochen in England, aber das jetzt war eine ganz neue Erfahrung: Im Job allein ins Ausland zu gehen.

Was waren deine Erwartungen?

Ich wollte beruflich etwas dazu lernen, mehr Einblicke in den Einkauf, neue Arbeitsweisen kennen lernen, meine Arbeitsweise komplementieren. Außerdem als erster Azubi von PURINA, der ein Auslandspraktikum gemacht hat, hoffte ich für spätere Generationen den Weg bereiten zu können. Wenn man einmal weiß, wie man das organisiert, ist es in Zukunft einfacher.

Außerdem hat mich dieses Praktikum auch vor eine persönliche Herausforderung gestellt. Man kommt an einen fremden Ort, wo einen keiner kennt; man ist auf sich alleine gestellt und einer fremden Sprache ausgeliefert. Ich bin dadurch reifer geworden und habe viel gelernt.

Wie war dein erster Eindruck, als du bei Nestlé Polen gestartet bist?

Die Leute waren sehr freundlich, es herrschte ein familiäres Klima in der Abteilung. Gleichzeitig war es für mich eine riesen Umstellung im Vergleich zu PURINA, weil es innerhalb der Nestlé ein breit gefächertes Aufgabengebiet gab und viel mehr verschiedene Geschäftsbereiche und Businesses hier zusammen laufen.

Du warst im Bereich Einkauf. Was waren deine Aufgaben?

Meine eigenen Projekte drehten sich um den Approval Process, also die Fragen „Wie können wir neue Lieferanten gewinnen und die bestehenden Lieferanten auf Risiken überprüfen?“ Innerhalb dieses Projekts habe ich mit vielen verschiedenen Einkäufern Kontakt aufnehmen können, Daten bezüglich der Lieferanten gesammelt und ein Ariva Events (=System um Daten abzufragen) vorbereitet.

Was waren die größten Herausforderungen?

Eine Herausforderung war sich in diese neue Arbeitsweise zu Recht zu finden. Es wurde viel Selbstständigkeit verlangt und der Flurfunk verlief auf Polnisch und nicht auf Englisch – da war es schon manchmal eine Herausforderung, im Team Kontakt zu finden.

Was war Positiv?

Die ganzen Standards, die man aus der PURINA Welt schon kannte, haben sich auch bei Nestlé Polen wieder finden lassen. Zum Beispiel die Struktur der Meetings oder die Sicherheitsvorkehrungen waren die gleichen. Diese Standards haben es mir erleichtert mich einzufinden und gezeigt, dass man keine Angst haben muss, in einem fremden Land bei der Nestlé zu arbeiten, weil vieles schon bekannt ist.

Ich habe vieles mitgenommen, viele Routineaufgaben und viele verschiedenen Prozesse. Da habe ich jetzt im Nachhinein erst gemerkt, wie viel ich dort gelernt habe.

Außerdem war es wichtig für mich herauszufinden, ob ich dazu bereit bin, mich in ein neues Land einzugewöhnen und dort zu arbeiten. Denn bei so einem internationalen und großen Konzern wie der Nestlé ist Flexibilität, was die Standortwahl angeht, natürlich ein starker Pluspunkt.