75 Jahre Nestlé Schöller

Alle Presseinformationen5. Jun. 2012

Schöller,
Lebensmittel
Am 12. Juni 2012 jährt sich der Tag der Firmengründung des traditionsreichen Eisspezialisten Nestlé Schöller zum 75sten Mal. Grund genug, die vergangenen 75 Jahre der bewegten Eisgeschichte einmal Revue passieren zu lassen.

Heute ist ein leckeres Eis am Stiel, in der Waffel oder im Becher eine absolute Selbstverständlichkeit. Nahezu überall in Deutschland findet sich eine Truhe mit den leckeren Eisspezialitäten von Nestlé Schöller. Doch als der Nürnberger Theo Schöller vor 75 Jahren den Grundstein dafür legte, konnte er sich nur in seinen kühnsten Träumen ausmalen, welch großen Erfolg seine „kalten Köstlichkeiten“ einmal haben würden...

Wie alles begann
Wir schreiben das Jahr 1935. An einem Abend im Berliner Varieté „Skala“ sieht der 18jährige Theo Schöller zum ersten Mal Eis am Stiel. Er ist so fasziniert von diesem kühlen Genuss, dass er überlegt, selbst Speiseeis herzustellen. Nur zwei Jahre später setzt er die Idee in die Tat um. Er gründet zusammen mit seinem Bruder Karl die Firma Schöller auf dem elterlichen Grundstück in Nürnberg, die am 12. Juni 1937 ins Handelsregister der Stadt eingetragen wird. An seinem 20. Geburtstag, dem 18. Juni 1937, wird sie unter großem Beifall der ganzen Familie eingeweiht, als Theo das erste Stieleis aus der Gefrierform zieht. Damals misst die Produktionsfläche magere 150 m² – dementsprechend klein sind auch die Anzahl der produzierten Eisformen: Rechteckig und rund.

Doch schon zu dieser Zeit hat Theo Schöller die Vision von seiner ganz persönlichen Eiszeit. In einem Nürnberger Café schwärmt er 1937: „Ich möchte mal Eis fabrikmäßig in solchen Mengen herstellen und in allen Geschmacksrichtungen in eigenen LKW-Kolonnen in ganz Deutschland vertreiben, da liegt Zukunft drinnen, wenn man es richtig anpackt!“. Und er packt es richtig an! 


Die Entwicklung
Zunächst stellt Schöller das Eis in Lizenz für das Münchner Unternehmen Jopa her, nachdem 1936 der Produktionsvertrag mit Josef Pankofer geschlossen wurde. Und obwohl es zu Anfang nur die vier Geschmacksrichtungen Vanille, Schokolade, Erdbeer und Zitrone gibt, wird das Eis bald weit über die Stadtgrenzen Nürnbergs bekannt. Auch die ersten größeren Umsätze auf Volksfesten lassen nicht lange auf sich warten. Nach kurzer Zeit produziert und verpackt die Firma Schöller bis zu 15.000 Eis am Stiel – Tag für Tag, und alles in Handarbeit! Die Auslieferung erfolgt über eine kleine Flotte von Fahrrädern mit Hilfsmotor. Da bis in die 1950er Jahre kaum Kühltruhen zur Lagerung an den Verkaufsstellen vorhanden sind, stellt Schöller seinen Kunden große Thermosflaschen leihweise zur Verfügung. Gekühlt wird mit Trockeneis aus gefrorenem Stickstoff. 1956 ist übrigens das Geburtsjahr des legendären Sandwich Eis – ein echter Klassiker, der bis heute seinen festen Platz im Herzen einer großen Fangemeinde hat!

In den Jahren 1954 bis 1960 ist der Eisverbauch pro Kopf von 0,15 Litern auf 0,9 Litern gestiegen und als 1960 der Linzenzvertrag mit Jopa endet, beschließt Theo Schöller, sein Eis künftig unter eigenem Namen zu verkaufen. Ein eigenes Logo wird entwickelt und die neue Marke in Kino, Radio und Fernsehen beworben. Und das bleibt nicht ohne Folgen: Der Umsatz steigt von Jahr zu Jahr, mehr und mehr Sorten werden ins Programm aufgenommen und neue Vertriebswege werden erschlossen: Mitte der 1960er Jahre wagt Schöller den Einstieg in den klassischen Einzelhandel. 1966 wird die Produktpalette durch die bekannte Waffeltüte Nucki ergänzt. Mit Nucki Nuss und Nucki Erdbeer ist diese Spezialität auch heute noch im Sortiment.

Der Erfolg
Der Eisverbrauch pro Kopf liegt 1975 schon bei 4,8 Litern, auch deshalb platzt in den 1970er Jahren die bisherige Produktion aus allen Nähten. Produktionshallen und Lager werden an- und umgebaut, um der stetig steigenden Nachfrage nachzukommen. Schöller verfügt mittlerweile über 90 Verkaufsniederlassungen in der gesamten Bundesrepublik – und ein Sortiment von 48 Eis-Spezialitäten. Im gleichen Jahr wird Schöller international, als eine Produktionsstätte in Wien eröffnet. Im Jahre 1974 beginnt die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Gastronomieunternehmen Mövenpick: Ein völlig neues, exquisites Eis entsteht. Erstmals mit leckeren Frucht-, Schokoladen- oder Nussstückchen und ganz besonders zartschmelzend. Damals wie heute ist es Synonym für „das Stückchen mehr Genuss“. Heute gehört die Eismarke dem Mutterkonzern Nestlé. Ende der 1970er Jahre kommen erstmals auch Eiskreationen speziell für Kinder ins Sortiment. 1978 sind das beispielsweise Biene Maja und Pinocchio.

Zu Beginn der 1980er Jahre wird ein neues Werk zur Eisherstellung im niedersächsischen Uelzen gebaut und 1993 um ein Werk für tiefgekühlte Teiglinge erweitert. Seitdem kommen neben vielen Eisspezialitäten auch leckere Brezeln und verschiedene Kleingebäck-Variationen für die Gastronomie aus der Lüneburger Heide. 

Was die wenigsten wissen: Bereits 1989 führt Schöller das Mövenpick-Eiskonzept „Unser Eis des Jahres“ ein und erweitert es 1995 um „Unser Wintereis des Jahres“. Heute sind diese beiden, jedes Jahr neu kreierten, Varianten als die „EisCreation des Sommers“ und „EisCreation des Winters“ bekannt. 2012 ist die Sorte Mövenpick Crème Mango Joghurt die EisCreation des Sommers. Seit 2002 gehört Schöller zum weltweit größten Nahrungsmittelhersteller Nestlé und firmiert seit dem 01. Januar 2003 als Nestlé Schöller GmbH & Co. KG. Der Name Schöller ist aber nicht nur in der Firmierung fester Bestandteil geblieben – auch im neuen Logo, auf den Produkten und in der Kommunikation wird er als starke Marke weitergeführt.

Dr. h. c. Theo Schöller, der unbestritten als Pionier der Speiseeisindustrie bezeichnet werden darf, war zuletzt als Aufsichtsratsvorsitzender aktiv, bevor er sich Schritt für Schritt aus dem Unternehmen zurückzog. Er verstarb am 23. Juni 2004, fünf Tage nach seinem 87sten Geburtstag. Am 18. Juni 2012 wäre er 95 Jahre alt geworden.

Mix aus Klassikern und innovativen Eisneuheiten
Heute kennt fast jeder in Deutschland Big Sandwich (1956), Caretta (1961), Bum-Bum (1986) und Co. Denn die beliebten Eis-Klassiker von Nestlé Schöller sind zum Teil schon über 50 Jahre im Programm. Aber das Unternehmen ist auch bekannt für Ideenreichtum und Innovationskraft. Alljährlich überraschen die Nürnberger mit neuen und außergewöhnlichen Eisideen. So gibt es 2012 beispielsweise Neuheiten wie Pirulo Jungly – das erste Eis zum Schälen, bestehend aus einer Schale von geliertem Wassereis mit Bananengeschmack, die einen Kern aus Vanilleeis umschließt und sich wie eine Banane schälen lässt. Oder die neuen Waffeltüten Vanilla Chocolat und Duo Chocolat von Mövenpick Feine EisCreationen, bei denen zwischen zwei Schichten Eis eine zarte, knackige Schicht echter Schokolade eingestrudelt ist. Ein einzigartiges Verfahren, das sich Nestlé hat patentieren lassen. Schon immer war das Sortiment ein Mix aus echten Klassikern und topaktuellen Eisneuheiten. Und genau das bleibt auch weiterhin die Erfolgsbasis der Nürnberger Eis-Spezialisten, die seit nunmehr 75 Jahren von ihren Kunden hochgeschätzt wird. 

Nürnberg, Juni 2012     

Pressekontakt:
Barbara Groll
Produkte und Marken (Ltg.)
Nestlé Deutschland AG
Lyoner Straße 23
60523 Frankfurt am Main
Tel.: (0 69) 66 71 - 25 92
Fax: (0 69) 66 71 - 31 90
E-Mail: barbara.groll@de.nestle.com


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Eisterrasse in den 1960er Jahren
Eisterrasse in den 1960er Jahren