Gegessen und dennoch hungrig

Alle Presseinformationen12. Apr. 2011

Nestlé Deutschland AG,
Ernährung & Gesundheit

Zwei neue Studien zeigen: Ernährungskultur beeinflusst Essverhalten / Geringe Aufmerksamkeit auf das Essen sättigt weniger und macht schneller wieder hungrig / Gesellschaftlicher Wandel verändert Esskultur und bewirkt unregelmäßige Mahlzeiten / Nestlé Ernährungsstudio hilft bei ausgewogener Ernährung trotz Zeitmangel


Frankfurt, 13. April 2011 - Wer vor dem Computer oder dem Fernseher isst, konzentriert sich nicht auf seine Mahlzeit und wird nicht ausreichend satt. Das zeigen britische Forscher der Universität Bristol mit einer neuen Studie, die in der Februar-Ausgabe des American Journals of Clinical Nutrition veröffentlicht wurde. (1) Demnach ist es wichtig, sich auf das Essen zu konzentrieren, um anschließend weniger Appetit auf Snacks zu haben. Satt machen neben der Energie und der Menge an Lebensmitteln weitere Faktoren: „Wer Mahlzeiten nicht nur verschlingt, sondern auch sinnlich wahrnimmt, genießt diese mehr. Dabei erkennen Genießer beim Essen mehr optische und geschmackliche Feinheiten. Sie essen nicht nur langsamer, sondern sogar weniger und werden dabei dennoch satt", erklärt Dr. Elke Arms, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio (http://ernaehrungsstudio.nestle.de). Oft sind Zeitmangel und Stress für abgelenktes Essen verantwortlich. Der immer flexiblere und sprunghaftere Alltag in Deutschland löst Strukturen auf und macht die Menschen zu mobilen Essern. Statt zu vollwertigen Mahlzeiten greifen die Hungrigen zwischendurch zu kleinen Snacks, wenn sie einen unregelmäßigen Tagesablauf haben, zeigt die Nestlé Studie 2011 „So i(s)st Deutschland". (2) Dabei wünschen sich zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland mehr Zeit und Ruhe für eine genussvolle Mahlzeit.

Kurzfassung (1.357 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Abgelenkte Esser haben geringeres Sättigungsgefühl

Coffee to Go oder Burger-Schnellimbisse sind begehrt wie nie zuvor und Fastfood-Ketten bauen ihr Filialnetz weiter aus, um Hungrigen noch besser einen Snack für unterwegs zu bieten. Oft greifen gestresste Berufstätige zu diesen schnellen Lösungen und verschlingen die Snacks auf dem Weg zum nächsten Termin oder zwischen zwei Telefonaten am Arbeitsplatz. Doch wer während des Essens am Computer oder vor dem Fernseher sitzt, ist abgelenkt und nicht auf die Mahlzeit konzentriert. Britische Forscher der Universität Bristol zeigen mit einer in der Februar-Ausgabe des American Journals of Clinical Nutrition erschienenen Studie, dass sich abgelenkte Esser unmittelbar nach der Mahlzeit weniger satt fühlen. (1) Zudem aßen sie innerhalb einer halben Stunde nach dem Essen doppelt so häufig Snacks als die Teilnehmer der Kontrollgruppe, die bei der Mahlzeit nicht abgelenkt waren. Die Forscher teilten für diesen Versuch die Probanden in zwei Gruppen: Die eine spielte während des Essens am Computer ein Kartenspiel und die andere konzentrierte sich ausschließlich auf ihre Mahlzeit. Beide Versuchsgruppen erhielten das gleiche Mittagessen, konnten nach der Mahlzeit zusätzlich Snacks essen und wurden nach ihrem Sättigungsgefühl befragt.

Mehr Mobile-Eater in Deutschland

Um nach dem Essen satt zu sein, sind nicht nur die aufgenommenen Kalorien und die Nahrungsmenge entscheidend, sondern auch psychische Faktoren: „Wer Mahlzeiten als sinnliche Höhepunkte des Tages erlebt, hat mehr Freude daran. Genießer essen automatisch langsamer und nehmen mehr optische und geschmackliche Feinheiten wahr. Sie essen dadurch weniger und werden trotzdem satt", erklärt Dr. Elke Arms. Die promovierte Ernährungswissenschaftlerin ist für die Ernährungsberatung im Nestlé Ernährungsstudio (http://ernaehrungsstudio.nestle.de) verantwortlich.

Doch oft lässt der hektische Alltag keine Zeit, Mahlzeiten zu genießen. Schließlich wünschen sich 67 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mehr Zeit und Ruhe für eine genussvolle Mahlzeit. Das zeigt die Nestlé Studie 2011 „So i(s)st Deutschland", für die das Institut für Demoskopie Allensbach 4.000 Bundesbürger befragte. (2) „Unsere Gesellschaft verändert das Essverhalten jedes einzelnen und die Esskultur insgesamt. Früher bestimmten die Mahlzeiten unseren Tagesrhythmus. Heute dagegen dominiert der Alltag unsere Ernährung", erklärt Dr. Elke Arms. Vor allem die Unter-30-Jährigen ersetzen öfters eine Hauptmahlzeit durch einen Snack zwischendurch. Folglich essen sie nicht ausgewogen, zu unregelmäßig sowie mit Heißhunger und haben dadurch Ernährungsdefizite.

Essstil wird in der Kindheit geprägt

Der stressige Alltag betrifft auch Familien. Laut Nestlé Studie fehlt berufstätigen Eltern oft die Zeit für gemeinsame Mahlzeiten: Ein gemeinsames Frühstück schaffen nur 39 Prozent der Vollzeit berufstätigen Mütter und ein Fünftel der Väter. Das Mittagessen verbringen sogar lediglich 14 Prozent der Mütter und 13 Prozent der Väter mit ihren Kindern. Während die berufstätigen Eltern zwischendurch oft zu kleinen Snacks greifen, essen die Kinder im Kindergarten oder in der Schule. Doch nur wenige Schulmensen hierzulande setzen auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Die Hälfte aller Schüler fühlt sich nach dem Mensaessen müde, voll und lustlos. (3)

„Lobenswert ist, dass immerhin 82 Prozent der Vollzeit berufstätigen Mütter und 62 Prozent der Väter fast jeden Abend zusammen mit ihrem Kind essen. Regelmäßig gemeinsame Mahlzeiten sind wichtig, da der Ernährungsstil in der Kindheit geprägt wird", betont Dr. Elke Arms. „Diese Zeit kann genutzt werden, um Heranwachsenden eine bewusste, gesunde und ausgewogene Ernährung vorzuleben." Wird Kindern rechtzeitig eine bewusste Ernährung vermittelt, entscheiden sie sich später auch selbstständig für gesunde Lebensmittel. Gut ist es, wenn Eltern ihre Kinder motivieren, neue Gerichte auszuprobieren. Selbst wenn Kinder bestimmte Speisen bislang nicht mochten, können Eltern diese immer wieder anbieten. Schließlich verändern sich die Geschmackssinne während der Entwicklung, sodass anfangs abgelehnte Gerichte eines Tages doch schmecken.

Tipps für Essen in Ruhe und ohne Stress

Nicht nur die gesunde und ausgewogene Ernährung steht im Nestlé Ernährungsstudio im Fokus, sondern auch die Themen „Essen lernen am Familientisch", „Ernährung unter Stress" und „Unterwegs gesund und lecker Essen". Um sich besser auf das Essen zu konzentrieren, empfiehlt die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Elke Arms:
- Mahlzeiten nicht verschlingen, sondern genießen. Dabei hilft es, jeden Bissen gut (circa 20-mal) und bewusst zu kauen.
- Störquellen wie Handy und Computer bleiben bei Mahlzeiten aus.
- Eine angenehme Essatmosphäre schafft eine schöne Tischdekoration mit bunten Servietten, Kerzen und Blumen.
- Gerichte appetitlich und bunt anrichten.

Tipps für Familien mit Kindern
- Gemeinsames Kochen fördert die Vorfreude auf das Essen und führt auch Kinder an das Zubereiten der Mahlzeiten heran. Sie kochen gerne mit ihren Eltern, weil sie so gemeinsam mehr Zeit miteinander verbringen und die Nähe zu ihren Eltern schätzen. Außerdem probieren die Kinder beim Kochen die Lebensmittel gerne aus und haben Spaß am Hantieren in der Küche.
- Kinder mögen es, wenn es während der Mahlzeiten fröhlich zugeht. Dürfen Sie mitentscheiden, was auf den Esstisch kommt, ist die Freude umso größer.
- Beim gemeinsamen Abendessen bleibt der Fernseher aus und die Aufmerksamkeit gilt der Familie und der Mahlzeit.
- Die gemeinsame Mahlzeit beginnt, wenn alle am Tisch sitzen und endet, wenn alle fertig sind.

Langfassung (5.602 Zeichen inkl. Leerzeichen)

Das Nestlé Ernährungsstudio
Das Nestlé Ernährungsstudio (http://ernaehrungsstudio.nestle.de) ist mit bis zu 750.000 Besuchern pro Monat eine der führenden Anlaufstellen für Ernährungsthemen im Internet. Mit verständlichen Informationen sowie vielen Tools berät und informiert der interaktive Ratgeber umfassend über Ernährung, Wohlbefinden und Gesundheit. Rechner, Checks und Tests unterstützen die Nutzer dabei. Verschiedene Communities ermöglichen den Austausch mit Gleichgesinnten. Für eine persönliche Ernährungsberatung steht ein Team von erfahrenen Ernährungswissenschaftlern zur Verfügung

Abdruck honorarfrei / Beleg erbeten

Quellen:
(1) Oldham-Cooper RE et al. (2011). Playing a computer game during lunch affects fullness, memory for lunch, and later snack intake. The American Journal of Clinical Nutrition, Februar 2011: 308-13.
(2) Nestlé Deutschland AG (Hrsg). Nestlé Studie 2011: So is(s)t Deutschland. Ein Spiegel der Gesellschaft. Frankfurt am Main, Stuttgart: Matthaes Verlag 2011. ISBN: 978-3-87515-098-8; voraussichtlich ab Mai 2011 (140 Seiten, 29,90 Euro)
(3) Nestlé Deutschland AG. Nestlé Studie 2010: So is(s)t Schule. Chancen für das lernende Esszimmer. Frankfurt am Main, 2010.

Links zum Nestlé Ernährungsstudio:
- Nestlé Ernährungsstudio: http://ernaehrungsstudio.nestle.de
- Essen lernen am Familientisch: http://ernaehrungsstudio.nestle.de/start/kindundfamilie/kleinundkindergartenkinder/EssenLernen.htm
- Zeitreise - was aßen unsere Vorfahren: http://ernaehrungsstudio.nestle.de/start/ernaehrungwissen/WusstenSieSchon/zeitreise.htm
- Ernährungscoach: http://ernaehrungsstudio.nestle.de/start/MeinNestle/ErnaehrungsCoach
- Individuelle Ernährungsberatung: http://ernaehrungsstudio.nestle.de/TippsTools/Wissen/Ernaehrungsberatung.htm
- Nestlé Studie 2011 „So is(s)t Deutschland": http://ernaehrungsstudio.nestle.de/start/ernaehrungwissen/NestleStudie/NesStudie2011.htm
- Nestlé Studie 2009 „So is(s)t Deutschland": http://ernaehrungsstudio.nestle.de/start/ernaehrungwissen/NestleStudie/NesStudie.htm

Gerne senden wir Ihnen bei Interesse die Daten des Testzugangs für Journalisten.

Download der Basispressemappe zum Nestlé Ernährungsstudio http://www.themenportal.de/dokumente/basispressemappe-zum-nestl-ernaehrungsstudio


Pressekontakt:
Jutta Bednarz
Pressesprecherin Ernährung und Gesundheit
Nestlé Deutschland AG
Tel.: 069 / 66 71-3740
Jutta.Bednarz@de.nestle.com

Stefan Dietrich, Dirk Fischer
Dorothea Küsters Life Science Communications GmbH
Leimenrode 29, 60322 Frankfurt
Tel.: 069 / 61 998-29, -21, Fax: 069 / 61 998-10
dietrich@dkcommunications.de
fischer@dkcommunications.de

Presseinformation zum Download (PDF, 131 KB)

Grafik Nestlé Studie Snacking statt Hauptmahlzeit
Grafik Nestlé Studie Snacking statt Hauptmahlzeit