Kampf gegen Kinderarbeit im Kakaoanbau

Report der Fair Labor Association zeigt Herausforderungen und positive Entwicklungen

Nestlé Mitarbeiter erklären Kakaobauern den Supplier Code of Conduct

Die Eindämmung der Kinderarbeit in Elfenbeinküste und anderen Kakaoanbauregionen gehört zu den wichtigsten Zielen des Nestlé Cocoa Plans. In ihrem ersten Bericht über das Engagement erläutert eine der Partnerorganisationen, wo aus ihrer Sicht noch Handlungsbedarf besteht.

Die Fair Labor Association (FLA) hat ihren ersten Report über die Kakao-Lieferkette von Nestlé veröffentlicht. Dafür hat die Nicht-Regierungsorganisation 200 Farmen in zehn Kooperativen besucht. Ihre Erkenntnisse machen die Fortschritte beim Kampf gegen Kinderarbeit deutlich – und das Ziel von Nestlé ist ambitioniert: Das Unternehmen will den Kakaoanbau so weitreichend umstrukturieren, dass Kakaobauer ein besseres Leben haben und genug Geld verdienen, um ihren Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen.

Einzigartiges Monitoringsystem gegen Kinderarbeit

Kakaobauern lernen, wie sie mehr Ertrag mit ihren Kakaopflanzen machen können
Kakaobauern lernen Schutzmaßnahmen im Kakaoanbau kennen.

„Der Bericht ist ein wichtiger Meilenstein für den Cocoa Plan“, sagt Achim Drewes, Leiter Public Affairs bei Nestlé Deutschland. Das Unternehmen könne die Erkenntnisse und Empfehlungen nun für den Ausbau des eigenen Überwachungssystems zugrunde legen. Mithilfe von so genannten Verbindungsoffizieren analysiert es die Lebensumstände der Kakaobauern und zieht daraus Schlüsse, wie es diese verbessern kann. Die Verbindungsoffiziere werden von den Einwohnern selbst gewählt und von der International Cocoa Initiative (ICI) ausgebildet. Derzeit ist Nestlé in zehn ihrer 57 Kooperativen in Elfenbeinküste mit Verbindungsoffizieren vertreten; bis 2016 sollen die Mitarbeiter in allen Kooperativen zum Einsatz kommen.

„Kein anderes Unternehmen hat bisher ein derartiges Monitoringsystem gegen Kinderarbeit im Kakaoanbau eingerichtet“, erklärt Drewes. „Uns ist es wichtig, dass Kinderarbeit im Kakaoanbau im besten Sinne nachhaltig beseitigt wird. Dies erfordert Zeit – aber nur ein so tiefgreifendes und gründliches Vorgehen kann letztendlich zum Erfolg führen.“

So viel ist sicher: Der 2009 öffentlich bekannt gegebene Nestlé Cocoa Plan hat positiven Einfluss auf das Leben der Kakaobauern, was die Fair Labor Association in ihrem Bericht und auch der US-amerikanische Nachrichtensender CNN in einer vor kurzem ausgestrahlten Dokumentation bestätigen. Bereits mehr als 600 Kindern, die in Elfenbeinküste und anderen Ländern arbeiten mussten, hat Nestlé geholfen. Und mehr als 200 Kinder haben ihre Geburtsurkunden erhalten, ohne die sie nicht zur Schule gehen können.

Neue Perspektiven für Frauen

Eine Frau fährt auf einer Kakaofarm mit einem Truck
Mehr Selbstständigkeit: Frauen sollen ihr eigenes Geschäft aufbauen können, um ihre Kinder zur Schule zu schicken.

Durch ihr Engagement in Elfenbeinküste konnte Nestlé in den vergangenen Jahren beobachten, dass Frauen mehr Wert auf die Schulbildung ihrer Kinder legen. Im Zuge dieser Erkenntnis hat das Unternehmen ein Projekt gestartet, das Müttern dabei helfen soll, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Etwa durch den Anbau und Verkauf von Maniok. Auf diese Weise können Frauen genug Geld verdienen, um zwei Kinder pro Haushalt in die Schule zu schicken. „Wir haben auch selber mit weiblichen Kakaobauern gesprochen, auch über die traditionellen Hürden für Landerwerb und Zugang zu finanziellen Mitteln. Umso wichtiger ist, Frauen systematisch stärker einzubeziehen und ihre Rolle in den Kooperativen zu stärken“, erläutert Achim Drewes.

Für die Zukunft sieht Drewes das Unternehmen gut gerüstet im Kampf gegen Kinderarbeit in Kakaoanbaugebieten. „In Deutschland liegen wir bei der Umsetzung des Cocoa Plan gut im Zeitplan – bis 2015 wollen wir den gesamten Kakaobedarf für unsere deutsche Produktion aus dem Cocoa Plan decken.“

Bildrechte: NESTLÉ Deutschland AG
Nestlé-Manager Jose Lopez im Gespräch mit afrikanischen Kakaobauern

Kakaoanbau in Elfenbeinküste

Der CNN-Reporter Richard Quest hat Jose Lopez, Executive Vice President Nestlé S.A., auf einer Geschäftsreise durch Elfenbeinküste begleitet - und Fortschritte beim Kakaoanbau beobachtet.

Zwei Afrikaner ernten Kakao.

Einsatz für mehr Lebensqualität

Mehr Qualität, mehr Ertrag, bessere Lebensbedingungen: Nestlé engagiert sich für Kakaobauern in Elfenbeinküste und den Kampf gegen Kinderarbeit.