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Sauberes Wasser gehört zu den wenigen Dingen im Leben, die wirklich wichtig sind – so wichtig wie kaum ein anderes Gut. Deshalb ändert der Zugang zu sauberem Wasser beinahe alles.

Wasser marsch!

Beginnen wir mit den Fakten: Ein fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen macht krank. Jährlich sterben Millionen Menschen an einer der vielen Krankheiten, die durch den Mangel an keimfreiem Wasser, an Sanitäranlagen und an Hygiene verursacht werden. Bei Kindern unter fünf Jahren sind Durchfallerkrankungen die Haupttodesursache. Nur durch Lungenentzündung kommen noch mehr Kleinkinder ums Leben.

Miserable Sanitäreinrichtungen und verunreinigtes Wasser sind für fast 20 % der Todesfälle am Arbeitsplatz verantwortlich. Daraus ergibt sich ein Produktionsverlust von rund 260 Milliarden Schweizer Franken (etwa 240 Milliarden Euro) jährlich.

Anstatt stundenlang Wasser zu holen, können diese Mädchen nun zur Schule gehen

Anstatt stundenlang Wasser zu holen, können diese Mädchen nun zur Schule gehen.

Doch sauberes Wasser bringt einer Gemeinschaft noch viel mehr. Wenn Frauen und Mädchen nicht mehr Stunden bis zur nächsten Quelle laufen müssen, haben sie mehr Zeit zum Lernen und die Alphabetisierungsrate steigt. Außerdem verbringen Mädchen weniger Zeit zu Hause und mehr in der Schule, wenn es dort vernünftige Toiletten gibt.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass jeder Franken oder Euro, der in Wasser und Sanitäranlagen gesteckt wird, vierfach in die Wirtschaft des Landes zurückfließt. Wenn man Gemeinschaften stark und belastbar machen möchte, gibt es also kaum eine wirkungsvollere Maßnahme.

Versorgungslücken schließen

In der westafrikanischen Elfenbeinküste sind 63 % der Bevölkerung von einer ordentlichen Sanitärversorgung abgeschnitten. Viele Menschen laufen kilometerweit, um Wasser zu holen, das oft nicht einmal trinkbar ist, und unhygienische Gemeinschaftstoiletten unter freiem Himmel gehören zum Alltag. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) arbeitet in allen Teilen der Elfenbeinküste daran, die Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung auszuweiten.

Die Mädchen lernen, wie wichtig es ist, sich ausreichend die Hände zu waschen.

Die Mädchen lernen, wie wichtig es ist, sich ausreichend die Hände zu waschen.

Als ältester Firmenpartner der IFRC unterstützt Nestlé seit zehn Jahren die Finanzierung von sauberem Wasser und Sanitäranlagen in den Kakaodörfern der Elfenbeinküste. Davon profitieren beinahe 110.000 Menschen. Das konkrete Ergebnis dieses Engagements: 181 Wasserpumpen, 93 Schultoilettenanlagen und 7.000 Familienlatrinen, die entweder neu gebaut oder instand gesetzt wurden.

Auch Aufklärung spielt eine zentrale Rolle. Seit 2007 wurden über 200 Wasser- und Sanitärkomitees sowie 93 Schulhygieneclubs gegründet. Die Mitglieder werben in ihren Dörfern für Hygiene und zeigen den andern Bewohnern, wie man Wasser sicher speichert und Sanitäranlagen baut. Die Kinder lernen, wie wichtig es ist, sich die Hände zu waschen. Denn die einfachsten Lösungen sind oft die effektivsten.

Gemeinschaften ins Boot holen

Adjoua ist 55 Jahre alt, eine Witwe aus dem Dorf Ndri Koffikro im Süden der Elfenbeinküste. Seit ihrer Kindheit, so erinnert sie sich, stand der Zugang zu sauberem Trinkwasser ganz oben auf der Wunschliste ihres Dorfes. Die Bewohner mussten ihr Wasser aus Wasserlöchern oder einem Fluss holen, der sich zwei Kilometer entfernt durch den Wald schlängelt.

110.000 Menschen in Elfenbeinküste
haben nun Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen.

Die IFRC versprach, eine Wasserpumpe im Ort zu bauen – doch nur, wenn auch die Bewohner ihren Beitrag leisteten. Deshalb wurde ein Wasserkomitee aus sechs weiblichen und zwei männlichen Dorfbewohnern gegründet, das sich um den Betrieb und die Instandhaltung der Wasserpumpe kümmert und die Konten für die Einnahmen aus dem Wasserverkauf verwaltet.

Die Einbindung der Dorfbewohner in das Projekt ist wichtig, damit auch kommende Generationen noch etwas von der Investition in die Wasserpumpe haben. „Ich und die anderen Dorfmitglieder haben jetzt mehr Zeit und Energie, die wir für unsere Familien und die Arbeit auf den Feldern brauchen“, sagt Adjoua. „Unsere Enkel haben es später einmal viel leichter als wir früher.“

Sauberes Trinkwasser und bessere Hygiene wirken sich positiv auf die Gesundheit der Familien aus. Außerdem bleibt den Frauen mehr Zeit, um ihr eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Wenn die Menschen ihre Notdurft nicht mehr im Freien verrichten müssen, sind sie vor allem nachts viel sicherer. Ein weiterer Vorteil: Der Boden bleibt sauber und die Pflanzen gesund.

Schritt für Schritt in Richtung Gesundheit

Immer noch haben rund 768 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Davon leben 40 % in Subsahara-Afrika. Vor uns liegt noch ein weiter Weg, doch es gibt durchaus Fortschritte.

Wie wichtig Hygiene ist, wird Schulkindern in speziellen Unterrichtsprogrammen beigebracht.

Wie wichtig Hygiene ist, wird Schulkindern in speziellen Unterrichtsprogrammen beigebracht.

In Elfenbeinküste läuft das Projekt erfolgreich. In einem zweiten Schritt steht der Bau von Brunnen in Ghana auf dem Programm. Die Arbeiten sind bereits angelaufen. Bis Ende 2017 sollen mehr als 76.000 Menschen, mit denen Nestlé im Kakaoanbau zusammenarbeitet, einen besseren Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen haben.

In Äthiopien ist ein ähnliches Projekt in Planung. Menschen, die in Kaffeeanbaugemeinschaften oder in der Nähe von Nestlé-Fabriken wohnen, sollen einen verbesserten Zugang zu sauberem Wasser erhalten.

Das IFRC-Programm sorgt für sauberes Wasser und vermittelt gleichzeitig grundlegendes Hygienewissen – eine Doppelstrategie, die die Gesundheit der Menschen nachhaltig verbessert.