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Umweltbewusste Schokoladenherstellung: Das geht, wie das Chocoladen-Werk von Nestlé in Hamburg beweist. Hier hilft ein modernes Blockheizkraftwerk Treibhausgase zu vermeiden - durch die Erzeugung von Wärme und Strom hat es einen deutlich höheren Wirkungsgrad und spart rund 15 % CO2 ein. Im Juli 2016 wurde es in Betrieb genommen und gilt deutschlandweit als Vorzeigeprojekt im Klimaschutz.

Der Schokoladenduft steigt als erstes in die Nase, im Chocoladen-Werk Hamburg-Wandsbek. Hier werden Smarties, After Eight und KitKats hergestellt. Sie rattern auf den Fließbändern in Richtung Packanlage und glänzen verführerisch schokoladenbraun. Bei den KitKats brauchen die Experten besonderes Fingerspitzengefühl. Den appetitlichen Schokoladenglanz des Riegels bekommen die Hamburger Experten nämlich nur hin, wenn die Schokolade zunächst erhitzt und dann nach der Ummantelung der Waffeln auf die richtige Temperatur heruntergekühlt wird.

Strombedarf wurde um 50 Prozent reduziert

Dazu braucht man Wärme und gleichzeitig ein verlässliches Kühlsystem. In Hamburg-Wandsbek kommt beides seit über einem Jahr aus einer Quelle – und dabei wird sogar Strom und Kohlendioxid (CO2) eingespart. Seit Juli 2016 ist im Chocoladen-Werk nämlich ein Blockheizkraftwerk in Betrieb, das zum einen dank der Wärmegenerierung die Schokolade zum Schmelzen bringt. Und zum anderen – dank einer mit dem Kraftwerk verbundenen Absorptionskältemaschine, welche die Wärme in Kälte umwandelt – kühlt es die empfindlichen Produkte wieder herunter.

 

„Mit unserem Blockheizkraftwerk sparen wir circa 15 Prozent CO2 jährlich ein“, erklärt Hamid Zazai, Ingenieur im Bereich Energieversorgung. Auch der Strombedarf konnte um zwei Megawatt, um 50 Prozent, reduziert werden. Noch dazu lohnt sich der Einsatz der Technik wirtschaftlich: „Jährlich sparen wir so eine Million Euro ein“, sagt Zazai.

Für Nestlé ist der Klimaschutz in der Produktion ein wichtiges Ziel: Nestlé hat ein Commitment, im Bereich Energie und Umwelt jährlich Einsparungen zu generieren“, sagt Zazai. Energieeffizienz habe einen hohen Stellenwert in der Firmenphilosophie. Denn beim Thema Klimaschutz will Nestlé bewusst eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Mit unserem Blockheizkraftwerk sparen wir circa 15 Prozent CO2 jährlich ein. Hamid Zazai

So konnte etwa der prozentuale Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen 2016 in allen Werken von 26 Prozent im Vorjahr auf 33,5 Prozent erhöht und die direkten wie indirekten CO2-Emissionen gesenkt werden. Ab 2016 sollen jährlich jeweils 5 Prozent weniger CO2-Emissionen verursacht werden als im Vorjahr und außerdem 4,5 Prozent der Energie eingespart werden. Bis 2020 soll sowohl der Ausstoß von Treibhausgasen als auch der Energie- und Wasserverbrauch im Vergleich zu 2010 sogar um 35 Prozent gesenkt werden.

 

CO2-Einsparungen haben Nestlé-Werke in den vergangenen Jahren vor allem durch Brennstoffumstellungen erzielt. Im bayerischen Biessenhofen zum Beispiel gewinnt eine „Wärmeschaukel“ chargenweise anfallende Wärme- und Kühlenergie zurück. Noch dazu wird die Abwärme der Kälteanlagen und der Druckluft in ein Niedertemperatur-Heiznetz geleitet.

Die Inbetriebnahme des Blockheizkraftwerks in der Hamburger Schokoladen-Fabrik und die Ergänzung durch eine Absorptionskälteanlage im Jahr 2017 gehört ebenfalls in die Reihe der Vorzeigeprojekte. Das hat auch die Deutsche Energie-Agentur (dena) anerkannt und das Hamburger Konzept als einen von zehn „Leuchttürmen in energieeffizienter Wärmerückgewinnung“ ausgewählt.