Neue Kraft für den Alltag

Kristoffer Niestroj kehrte nach einem sechsmonatigen Sabbatical in den Job zurück

Kristoffer Niestroj streichelt Kängurus auf Australien

Kristoffer Niestroj hatte Mut: Er nahm sich eine sechsmonatige Auszeit und ging auf Weltreise. Mit seinem Sabbatical gelang dem 36-Jährigen bei Nestlé der Spagat zwischen persönlicher und beruflicher Entwicklung. Von den zahlreichen neuen Eindrücken profitiert er heute.

Herr Niestroj, was waren Ihre Beweggründe für die Reise und Auszeit?

Kristoffer Niestroj: „Ich liebe es zu reisen und neue Kulturen kennen zu lernen. Es war toll, dass Nestlé mir die Möglichkeit zu dem Sabbatical geboten hat. Immerhin mussten wir das Ganze rund ein Jahr lang vorbereiten.“

Wie sind Sie konkret vorgegangen und wie haben Sie sich mit den Vorgesetzten abgestimmt?

„Ich hatte großes Glück mit meinem Chef. Er ist wirklich herausragend in der Mitarbeiterführung. Er hat mir sehr geholfen und die Idee unterstützt. Da ich nach meiner Rückkehr den Unternehmensbereich wechseln wollte, haben wir gemeinsam analysiert, welcher der richtige für mich ist. Da mir die Arbeit mit Zahlen sehr liegt, überrascht es mich nicht, dass ich nun im Bereich Finance und Controlling bin und mich dort sehr wohl fühle.“

Gab es Schwierigkeiten? Schließlich verlangt eine sechsmonatige Auszeit auch dem Arbeitgeber viel Flexibilität ab.

Kristoffer Niestroj vor dem Taj Mahal in Indien
Kristoffer Niestroj hat auf seiner Weltreise zahlreiche Sehenswürdigkeiten besucht - unter anderem das Taj Mahal in Indien.

„Dank der Unterstützung meines Chefs gab es keine größeren Schwierigkeiten. Auch die Zusammenarbeit mit der Personalabteilung hat wunderbar funktioniert. In einem Unternehmen wie Nestlé gibt es viele Möglichkeiten, was ich sehr schätze. Dabei spielen auch die persönlichen Wünsche und Entwicklungsziele immer eine wichtige Rolle. Der Wechsel in einen anderen Bereich ist natürlich nie ganz einfach, auch wenn man wie ich bereits eine gewisse Stellung im bisherigen Job erreicht hat. Aber ich bin offen und flexibel und sehe die neue Herausforderung als Chance für meine persönliche Weiterentwicklung.“

Wie haben die Arbeitskollegen und das Umfeld reagiert?

„Meine Idee sorgte für großes Erstaunen – viele Kollegen konnten sich eine sechsmonatige Auszeit und einen anschließenden Bereichswechsel nicht vorstellen. Schließlich gibt es dann schon Befürchtungen, dass die Karriere ins Stocken gerät. Eine direkte, negative Reaktion habe ich jedoch nicht erlebt.“

Erzählen Sie uns doch von Ihren Erlebnissen während des Sabbaticals.

„Der erste Gang führte uns in ein Frankfurter Reisebüro. Dort ließen meine Frau Karin und ich uns beraten. Zwei Länder wollte ich unbedingt sehen: Indien und China, weil man darüber so viel liest, und sie die wirtschaftlichen „rising stars“ sind. Ich wollte vor Ort sehen, wie sich das Leben dort abspielt. Danach haben wir Stecknadeln auf einer Weltkarte verteilt, um herauszufinden, wie man daraus eine schöne Route basteln kann. Wir flogen von Frankfurt nach Dubai und weiter nach Indien, Thailand, Kambodscha und Vietnam. Einige Länder bereisten wir mit dem Zug. Unsere nächsten Reiseziele waren China, Australien, Neuseeland, die Fidschi-Inseln, Hawaii, Florida und New York. Von dort aus ging es wieder zurück. Unser Zeitplan war sehr stramm. Wir flogen am ersten Tag der sechs Monate los. Als am Ende der Tour montags die Arbeit wieder begann, schlossen wir erst am vorherigen Freitag wieder die Haustür auf. Eigentlich hatte ich geplant, erst am Sonntag wiederzukehren, doch die Idee hat mir meine Frau ausgeredet. Das war auch gut so.“

Profitieren Sie heute von den Erfahrungen? Und gab es Auswirkungen auf Ihre Work-Life-Balance?

Kristoffer Niestroj in den Bergen Neuseelands
Kristoffer Niestroj in den Bergen Neuseelands.

„Ich denke schon. Es war eine sehr schöne Erfahrung, die mich persönlich viel weiter gebracht hat. Das erlebe ich auch im Unternehmen. Denn viele Entscheidungen setze ich heute eher in Relation, und ich kann mich besser in die Sichtweisen anderer hineinversetzen. Es ist mir auch weiterhin wichtig, in meiner Freizeit einen sinnvollen Ausgleich zum Beruf zu finden – und von diesen Erlebnissen profitiere ich auch im Job.“

Gelang der Wiedereinstieg in die neue Position? Zuvor hatten Sie ja als Key Account Director für den Kunden Metro im Vertrieb der Nestlé Deutschland gearbeitet.

„In den letzten Wochen meiner Weltreise haben meine Vorgesetzten vor Ort Gespräche geführt, um dann gemeinsam mit mir nach meiner Rückkehr die finale Entscheidung zu meiner Anschlussposition zu treffen. In der Übergangsphase habe ich noch kurz an einem Vertriebsprojekt gearbeitet, dann ging es aber relativ schnell mit dem Wechsel. Dafür war es gut, dass ich wieder vor Ort war und auch an den Abstimmungsgesprächen teilnehmen konnte. Der Einstieg hat letztlich gut funktioniert und ich bin mit meiner neuen Position sehr zufrieden.“

Hatten Sie Sorgen, was die lange Auszeit für Ihre Karriere hätte bedeuten können? Und wie steht es um Ihre weitere Lebens- und Karriereplanung, Herr Niestroj?

„Angst hatte ich nicht, aber einen gewissen Respekt. Im Notfall hätte ich den Arbeitgeber wechseln müssen, um meine Karriere wieder in Fahrt zu bringen. Aber das war nicht nötig. Im Gegenteil: Als derzeitiger Head of Sales Controlling bei Nestlé Schöller habe ich viel Verantwortung. Im nächsten Schritt würde ich gerne für das gesamte Controlling verantwortlich zeichnen. Eines meiner größten Ziele ist es auch, ins Ausland zu gehen, um dort zu arbeiten. Schließlich habe ich jetzt schon einige Teile der Welt gesehen, aber noch längst nicht alle (lacht). Die USA, Spanien und Australien reizen mich. Asien käme für mich ebenfalls in Frage, aber meine Frau ist davon nicht so begeistert. Generell kann ich sagen: Wir sind vom Reisefieber gepackt.“

Was würden Sie zum Abschluss Kollegen empfehlen, die vor jener Entscheidung stehen?

„Ein Sabbatical kann ich nur jedem empfehlen, der gezielt seine Work-Life-Balance verbessern will  oder auch aus privaten Gründen mehr Zeit braucht, etwa um Angehörige zu pflegen. Denn auch hierfür kann bei Nestlé eine Auszeit genommen werden. Die Zeit ist unheimlich viel wert – und diese sechs Monate und die Erinnerungen kann Ihnen keiner mehr nehmen. Die Tour war für mich ein Augenöffner und ich würde es jederzeit wieder machen.“

Bildrechte: Kristoffer Niestroj

Work-Life-Balance

Von Vollzeit bis Sabbatical

Nestlé bietet ihren Angestellten flexible Arbeitszeitmodelle, um sie bei der Gestaltung ihrer Work-Life-Balance zu unterstützen. Nun geben Mitarbeiter Einblick in ihren Arbeitsalltag und wie sie diesen an ihre individuellen Bedürfnisse angepasst haben.

drei Nestlé Mitarbeiter

Ihre Chancen

Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? Nestlé bietet zahlreiche Möglichkeiten – für Einsteiger wie für erfahrene Spezialisten.

Schnittlauch in Händen von Frauen

„Von psychischem Druck befreien“

Eine strikte Trennung zwischen Arbeits- und Freizeit existiert heute für viele Beschäftigte nicht mehr. In der Regel wird das kritisch gesehen. Über die Auswirkungen spricht Jochen Mai, Betreiber der Internetseiten „karrierebibel.de“ und „karrierefragen.de“.

Business Leute sind glücklich dank Work-Life-Balance

Unternehmen Lebensqualität

Eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden, wird immer schwieriger. Unser Ziel: Wir wollen für unsere Angestellten ein richtig guter Partner sein und eine ausgeglichene Work-Life-Balance ermöglichen.