Zuhören und voneinander lernen

Stakeholder-Workshop zu Tierwohl, Recycling, verantwortungsvoller Beschaffung und mehr

Eine Zeichnung der Themen vom Nestlé Stakeholderworkshop 2017 

Sind wir auf dem richtigen Weg? Arbeiten wir an den richtigen Themen? Wie können wir besser werden? Diese und ähnliche Fragen stellt Nestlé Deutschland einmal im Jahr auf einem Stakeholder-Workshop. Zum fünften Mal trafen sich Anfang Februar Vertreter von Verbraucher- und Umweltorganisationen, von Wissenschaft und Politik sowie der Branche im Nestlé Competence Center in Frankfurt, um sich über die Fortschritte der Qualitätsinitiative von Nestlé Deutschland zu informieren und neue Handlungsfelder zu diskutieren. Ergebnis: Nestlé ist bei wichtigen Themen auf dem richtigen Weg und hat durchaus gute Erfolge vorzuweisen. Miteinander sprechen, zuhören und voneinander lernen ist dabei entscheidend für den Erfolg – auch etwas, was Unternehmen erst lernen müssen Für die Offenheit und die aktive Einbindung auch kritischer Organisationen gab es seitens der Teilnehmer auch viel Anerkennung.

Béatrice Guillaume-Grabisch auf dem Stakeholder-Workshop 2017
Béatrice Guillaume-Grabisch eröffnet den Stakeholder-Workshop 2017.

Zuhören. Das ist für Béatrice Guillaume-Grabisch das Wichtigste. „Zuhören“, sagt die Vorstandsvorsitzende der Nestlé Deutschland AG, „was die Menschen und Organisationen sagen. Und dann daraus die richtigen Schlüsse ziehen.“

Das ist Sinn und Zweck des Stakeholder-Workshops, zu dem das Unternehmen seit fünf Jahren einlädt. Über siebzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich in diesem Jahr eingebracht – zu Fragen des Tierwohls und der richtigen Verpackungsgröße, zu verantwortungsvollem Rohstoffeinkauf und Ressourcenschonung, zu Salz-, Zucker- und Fettreduzierung in den Produkten und zu Möglichkeiten, Verbraucher über diese Aktivitäten besser zu informieren. Dabei hat sich die Diskussionskultur in diesen Workshops über die letzten Jahre deutlich verändert: Bei den ersten Gehversuchen sprachen vor allem Nestlé Experten und stellten ihre Programme und Ziele vor; die Gäste hörten zu. Heute schlagen die externen Teilnehmer selber vor, an welchen Themen sie gemeinsam mit den Nestlé Vertretern arbeiten wollen. Dazu gab es ein „Bar camp“ – die Gäste stellten ihre Themenwünsche vor, und dann wurde abgestimmt, welche Themen bearbeitet werden. In den Workshops wurde auf Augenhöhe diskutiert. Und zugehört.

Digitalisierung verändert den Konsum

Digital trifft Print auf dem Stakeholder-Workshop 2017
Digital trifft auf Print: Der Verbraucher steht im Mittelpunkt.

„Ernährung“, so Béatrice Guillaume-Grabisch, „wird zum politischen Statement gegenüber der Umwelt.“ Simple Losung: Man ist, was man isst. Und teilt dies der Umwelt mit – die Digitalisierung unseres Alltags verändert das Konsumverhalten und mit ihm den klassischen Handel. „Die Verbraucher sind auf der Suche nach Information. Die richtige von falschen zu trennen ist schwierig.“ Wie also können Unternehmen diese Informationen bereitstellen – und kommen diese beim Verbraucher an? Eine Frage, der ein Workshop am Nachmittag sehr konzentriert nachging.

Dialog mit kritischen Experten

Georg Abel von der Verbraucher Initiative aus Berlin lobt den dialogischen Ansatz. Unternehmen und Partner aus der Zivilgesellschaft sollten Themen gemeinsam vorantreiben: „Wir brauchen eine Allianz zum Thema Ernährung!“ Für die unabhängige Verbraucherorganisation ist Dialog mit einem Unternehmen gut und wichtig. „Er lohnt sich aber nur, wenn am Ende was rauskommt.“

Gruppendiskussionen beim Stakeholder-Workshop 2017
Diskussionen mit Experten standen beim Nestlé Stakeholder-Workshop im Vordergrund.

Kritische, aber durchaus auch ermutigende Hinweise kamen von Nicole Maisch MdB, Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion für Verbraucherpolitik und Tierschutz. Das Unternehmen arbeite aktiv an einigen aus ihrer Sicht wichtigen Themen, wie der Überarbeitung von Produkten – aber zum Beispiel bei der Reduzierung des Zuckergehalts sei durchaus noch „Luft nach oben“. Nicole Maisch warb für mehr Engagement der Branche in Deutschland auch bei der Beschränkung von Werbung gegenüber Kindern. Ein deutscher „Pledge“ – nach dem Vorbild des EU Pledge, bei dem Nestlé Gründungsmitglied ist – solle auch die Verpackungsgestaltung und Nährwertkriterien der WHO berücksichtigen.

Zuhören, lernen und umsetzen

Die Teilnehmer von Nestlé hörten zu, stellten Fragen, fassten zusammen und sammelten wertvolle Anregungen ein – für die Weiterentwicklung ihrer Arbeit, gemeinsam mit Partnern. Vor fünf Jahren hat das Unternehmen sein Qualitätsprogramm gestartet, das nun beginnt, sichtbare Früchte zu tragen. Die Vorstandsvorsitzende macht das mit einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr deutlich: Eine positive Erwähnung von Greenpeace, weil Nestlé einer der Vorreiter bei nachhaltiger Palmöl-Nutzung ist. MSC-zertifizierter Thunfisch auf den Pizzen. Die erfolgreiche Überarbeitung von Produkten für Kinder nach den Nestlé Nährwertkriterien. Die Vorstandsvorsitzende: „Wir wollen durch unser Programm einen Beitrag für Lebensqualität und eine gesündere Zukunft leisten – für uns und den Planeten. Und vieles können wir nur gemeinsam mit Partnern erreichen, in der Branche und bei den Nichtregierungsorganisationen.“