Was sagt Nestlé zur Aktion Nachgehakt von Inkota?

Die Nichtregierungsorganisation „INKOTA“ beteiligt sich an einer Kampagne gegen Süßwarenhersteller zu Sozialstandards und Lebensbedingungen im Kakaoanbau. Dazu hat INKOTA Verbraucher aufgefordert, einen vorgefertigten Brief an Unternehmen zu schicken. Nestlé hat INKOTA direkt geantwortet und steht mit dieser Organisation auch in direktem Kontakt, unter anderem über das Forum Nachhaltiger Kakao.

  • Nestlé Deutschland hat bereits den kompletten Kakaobedarf auf das unternehmenseigene Nachhaltigkeitsprogramm, den Nestlé Cocoa Plan, und UTZ-zertifizierten Kakao umgestellt.
  • Mit dem Nestlé Cocoa Plan möchte Nestlé die Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Familien verbessern und die Versorgung mit hochwertigem Kakao sicherstellen.
  • Kinderarbeit hat keinen Platz in den Lieferketten von Nestlé.

Die Antwort von Nestlé an INKOTA:

Wir begrüßen es sehr, dass sich Verbraucher für die nachhaltige Gestaltung der Lieferkette für Kakao interessieren. Auch aus unserer Sicht sind die Rahmenbedingungen im Kakaoanbau noch nicht so, wie wir uns dies wünschen würden. Nestlé hat daher 2009 den Nestlé Cocoa Plan ins Leben gerufen. In diesem Programm bündeln wir unsere Maßnahmen für einen nachhaltigen Kakaoanbau. Informationen zu unserem Programm und einige weiterführende Informationen finden Sie übrigens unter http://www.nestle.de/verantwortung/cocoa-plan. Neben dem eigenen Programm unterstützen wir auch unternehmensübergreifende Initiativen, wie das Programm PROPLANTEURS des Forum Nachhaltiger Kakao (dessen Mitglied auch INKOTA ist), Cocoa Action und weitere Programme. Eine nachhaltige Verbesserung der Situation im Kakaoanbau bedarf gemeinsamer Anstrengungen.

Zu den Fragen von INKOTA:

Kinderarbeit hat keinen Platz in unseren Lieferketten. Daher arbeiten wir im Kakaoanbau mit der Fair Labor Association (FLA) zusammen, die mit und für uns die Lieferkette auf mögliche Risiken und Verstöße gegen Arbeits- und Sicherheitsanforderungen unabhängig überprüft. Gemeinsam mit Partnern haben wir ein Monitoring- und Remediationssystem für die Prävention von Kinderarbeit aufgebaut. Bis Ende dieses Jahres soll das System in allen unseren Partner-Kooperativen etabliert sein. Dieses System geht weit über die bestehenden Zertifizierungssysteme hinaus. Unangekündigte Kontrollen durch die FLA unterstützen dieses System.

Die Einkommen von Landwirten hängen von vielen Faktoren ab. Daher ist es nicht ohne weiteres möglich zu berechnen, wieviel Einkommen Bauern aus dem Anbau von Kakao beziehen müssten, um ihre Familien angemessen versorgen zu können. Häufig bauen Kleinbauern neben Kakao auch andere Produkte an, wie Kaffee oder Kautschuk für den Export, Früchte für den lokalen Markt oder zur Selbstversorgung, Mais, Okra oder Kassava für den eigenen Bedarf. Dabei stehen den Bauern sehr unterschiedlich große Flächen zur Verfügung – in einer Größenordnung zwischen einem halben Hektar und 10 Hektar. Wieviel Ertrag sie erzielen hängt auch von der Qualität der Böden, dem Alter und der Leistungsfähigkeit der Pflanzen und natürlich den Anbaumethoden ab – unter guten Bedingungen ist ein Ertrag über 1.200 kg/ha möglich, der Durchschnitt liegt bei etwa 400 kg.

Ein Teil unserer eigenen Maßnahmen zielt aber direkt auf eine Steigerung der Einkommen der Bauern ab: Trainings und leistungsfähige Pflanzen für bessere Erträge, Prämien für Zertifizierung und Qualität. Wir fördern auch die Diversifizierung des Anbaus, um die Ernährungsgrundlagen der Familien zu bessern, und unterstützen hierfür gezielt Frauengruppen – aus unserer Sicht ein wichtiger Erfolgsfaktor.

In den vergangenen drei Jahren haben rund 150.000 Farmer alleine in Westafrika an Schulungsprogrammen des Nestlé Cocoa Plan teilgenommen. Wir arbeiten zurzeit mit etwa 80 Kooperativen unterschiedlicher Größe direkt zusammen. Wir haben gemeinsam mit Partnern und den lokalen Gemeinschaften mehr als 40 Schulen gebaut bzw. instand gesetzt. Gemeinsam mit dem Internationalen Roten Kreuz helfen wir den lokalen Gemeinschaften in unserer Lieferkette, ihre Wasser- und Sanitärversorgung zu verbessern. Wir berichten auch öffentlich über unsere Fortschritte – aktuelle Daten finden Sie hier.

Aus den oben genannten Gründen, und weil die meisten Kooperativen nicht nur mit Nestlé, sondern auch mit anderen Partnern zusammenarbeiten, ist es schwierig, den Erfolg einzelner Programme oder Maßnahmen zu ermitteln. Letztlich liegt dies auch an individuellen Faktoren: Engagierte Teams in den Kooperativen und für Neuerungen aufgeschlossene Farmer ziehen größeren Nutzen aus den Unterstützungsangeboten der verschiedenen Partner. Da wir vor Ort direkt mit den Bauern und ihren Kooperativen im Kontakt stehen, helfen uns deren Rückmeldungen auch, das Programm kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Nestlé in Deutschland hat bereits den kompletten Kakaobedarf für die Produktion in Deutschland und die von uns in Deutschland angebotenen Produkte auf den Nestlé Cocoa Plan umgestellt. In Deutschland arbeiten wir mit dem Zertifizierungspartner UTZ zusammen. Alle Kakao verarbeitenden Werke in Deutschland und der von uns bezogene Kakao sind nach diesem Standard zertifiziert. Der Nestlé Cocoa Plan geht aber deutlich über eine Nachhaltigkeits-Zertifizierung hinaus: Durch weitergehende unabhängige Kontrollen, Zugang zu Fachwissen und Bildung, die Bereitstellung von leistungsfähigen Setzlingen zur Erneuerung der Pflanzungen und auch durch Hilfe bei der Verbesserung der sozialen Infrastruktur.

Weiterführende Informationen zu unserem Kakaoprogramm „Nestlé Cocoa Plan“ finden Sie auch unter http://www.nestle.de/verantwortung/cocoa-plan.