Wie geht Nestlé mit dem Thema Palmöl um?

Warum und wozu wird Palmöl in der Lebensmittelindustrie verwendet?

Palmöl (auch: Palmfett) wird aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen und ist aufgrund seiner Eigenschaften (Sensorik, Funktionalität, Konsistenz) ein unverzichtbares Öl für die Herstellung von vielen Produkten in der Kosmetik-Industrie und von Bio-Kraftstoffen, sowie von Lebensmitteln.

Es wird unter anderem zur Herstellung von Bratfetten, Fertiggerichten, Saucen, Margarine und Süßwaren genutzt.

Im Vergleich zu anderen Ölpflanzen sind Ölpalmen besonders ertragreich und ermöglichen eine höhere Produktion pro Anbaufläche. Ungefähr ein Drittel des weltweiten Pflanzenölbedarfs (rund 150 Mio. Tonnen) wird durch Palmöl gedeckt – dabei benötigen Ölpalmen nur rund 5% der weltweiten Anbaufläche von Öl- und Fettpflanzen. Um der weltweit steigenden Nachfrage nach pflanzlichen Fetten und Ölen gerecht zu werden, ist die Nutzung der Ölpalme als Öllieferant unverzichtbar.

Welche Auswirkungen hat der Anbau von Palmöl auf die Umwelt?

Durch die gestiegene Nachfrage nach Palmöl und die damit verbundene Produktionssteigerung wurden in den letzten Jahrzehnten die Anbauflächen ausgeweitet. Um neue Anbauflächen zu schaffen, wurden Regenwaldbestände verringert, was die Artenvielfalt der dort beheimateten Tiere bedroht und sich negativ auf die Treibhausgasbilanzen auswirkte. NGOs wie Unternehmen fordern daher nachhaltige Anbau- und Produktionsbedingungen für Palmöl, bzw. den Verzicht auf weitere Zerstörung von Regenwäldern und Torfmooren.

2010 wurde Nestlé mit dem Vorwurf konfrontiert, von einem Lieferanten Palmöl zu beziehen, für dessen Anbau Regenwälder zerstört würden. Das Unternehmen hat daraufhin mit Unterstützung von The Forest Trust (TFT) strenge Richtlinien eingeführt und damit begonnen, die Lieferkette bis in den Anbau zu untersuchen und entsprechend umzustellen.

Welche Maßnahmen ergreift Nestlé, um negative Auswirkungen auf die Umwelt beim Anbau von Palmöl zu vermeiden?

Nestlé Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, nur Palmöl zu verwenden, das strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllt. Für die Durchsetzung unserer Kriterien ist es wichtig, dass wir die Lieferkette und alle Vorlieferanten genau kennen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass wir diese von unabhängigen Dritten auf die Einhaltung unserer Kriterien überprüfen lassen können.

Unsere Anforderungen sind strenger, als die der Zertifizierungsstandards des runden Tischs für nachhaltiges Palmöl („Round Table on Sustainable Palm Oil“/ RSPO).

Nach welchen Standards kauft Nestlé Palmöl?

Der runde Tisch für nachhaltiges Palmöl („Round Table on Sustainable Palm Oil“/ RSPO) wurde 2004 vom WWF (World Wide Fund for Nature) gegründet und strebt an, dass auf Palmöl-Plantagen freiwillig mehr für Naturschutz und Menschenrechte getan wird, als gesetzlich vorgeschrieben. Palmöl, das gewisse Kriterien erfüllt, zu denen sich die Mitglieder der Organisation verpflichtet haben, erhält eine RSPO Zertifizierung. Diese Kriterien umfassen u. a. den Verzicht der Rodung von Primärwäldern und ökologisch wertvollen Waldflächen für Plantagen, den Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten auf den Plantagen, sowie von Wasser, Boden und Luft, die Einhaltung gesetzlicher Regelungen, darunter Landnutzungs- und Eigentumsrechte, die Bekämpfung von Kinderarbeit, die Einbindung und Förderung von Kleinbauern und die Kontrolle der Plantagen durch unabhängige, autorisierte Prüfer.

Diese RSPO Zertifizierung, ist eine Mindestanforderung an unsere Palmöl-Lieferanten. Ergänzend hierzu hat Nestlé eigene Richtlinien für verantwortungsvollen Einkauf („Responsible Sourcing Guidelines“/ RSG) erlassen, die von unabhängigen Dritten überprüft werden. Diese Richtlinien gehen in wichtigen Punkten über die RSPO Kriterien hinaus. Die Überprüfung dieser zusätzlichen Kriterien stellt Nestlé gemeinsam mit der Organisation The Forest Trust (TFT) sicher.

Nestlé erwartet Transparenz bis über die Ölmühle hinaus und verlangt u. a. den Schutz von Torfmooren und Wäldern mit hohem CO2-Speicherwert. Flächen, die nach 2005 gerodet wurden, sind ebenso ausgeschlossen wie Palmöllieferanten, die Rechte Indigener verletzen. Nach Plan sollen bis Ende 2015 mindestens 50% des deutschen Palmöleinkaufs von Nestlé diesen Anforderungen entsprechen. 2013 waren es 11%, 2014 konnte der Anteil auf 42% gesteigert werden. Weitere 55% sind „RSPO segregated“ zertifiziert. Lediglich 3% sind nur nach dem schwächeren „RSPO Mass Balance“ Standard zertifiziert – als Zutat einer Margarine, deren Lieferant bislang keinen höheren Standard bieten kann. Damit entsprachen Ende 2014 bereits 97% den Nestlé Richtlinien für Palmöl.

Nestlé führt mit den Lieferanten ferner Systeme zur Rückverfolgbarkeit ein, die auch Kleinbauern einbeziehen. Daneben beteiligt sich Nestlé u. a. an Aufforstungsprojekten in Malaysia, wie dem Projekt „RiLeaf“. Nestlé setzt sich als Mitglied des RSPO auch dafür ein, dass dieser die weitergehenden Kriterien übernimmt. Bis dies erreicht ist, ist eine Zertifizierung von Palmöl im Rahmen des RSPO Systems zwar eindeutig positiv zu bewerten, aber noch nicht hinreichend im Sinne der Nestlé Anforderungen, die dahingehend eine Weiterentwicklung des RSPO Standards darstellen.

Erfahren Sie hier noch mehr über unseren verantwortungsvollen Umgang mit Palmöl

Erfahren Sie hier mehr über unser Engagement gegen die Abholzung (PDF, 0,2 MB)

Hier können Sie noch Weiteres zu unseren Richtlinien für verantwortungsvollen Einkauf (PDF, 1,6 MB) erfahren

Palmöl

Auf der Ölspur

Der WWF hat in der Studie „Auf der Ölspur“ untersucht, welche ökologischen Effekte es hätte, wenn Deutschland Palmöl boykottieren und austauschen würde.