Welche Anforderungen hat Nestlé bei Palmöl?

Neben einer Reihe von allgemeinen Anforderungen, die für alle Lieferanten und Rohstoffe gelten, hat Nestlé konkrete Kriterien für die Beschaffung von Palmöl definiert:

  1. Das Palmöl darf nicht von Pflanzungen stammen, die auf nach November 2005 gerodeten Waldflächen angelegt wurden.
  2. Das Palmöl darf nur von Pflanzungen oder Farmen stammen, die lokale Gesetze und Regulierungen einhalten.
  3. Schutz von so genannten „High conservation value“ Gebieten, ökologisch wertvollen Flächen.
  4. Wahrung von indigenen Rechten, insbesondere Einverständnis der Einheimischen und ihrer Gemeinschaften zu Aktivitäten in Verbindung mit Palmöl auf ihrem Territorium
  5. Schutz und Erhalt von Torfmooren
  6. Schutz von Wäldern mit einem hohen CO2-Speicherwert
  7. Einhaltung der Prinzipien und Kriterien des Runden Tisches für Nachhaltiges Palmöl (RSPO).

Eine Zertifizierung durch den RSPO wird unter der Voraussetzung akzeptiert, dass der Schutz von Torfmooren und Wäldern mit einem hohen CO2-Speicherwert zusätzlich unabhängig überprüft werden kann. Hierfür muss der Lieferant die notwendige Transparenz über die Herkunft des Palmöls sicherstellen. Bei der Zusammenarbeit mit Kleinbauern akzeptiert Nestlé Lieferbeziehungen auch dann, wenn einzelne Kriterien noch nicht uneingeschränkt eingehalten werden, aber ein belastbarer Plan für die notwendigen Verbesserungen vorliegt. Voraussetzung ist auch in diesem Fall Transparenz über die Herkunft.

Welche Anforderungen gehen über die Zertifizierung hinaus?

Die Anforderungen von Nestlé gehen weiter als der Standard des Round Table for Sustainable Palm Oil (RSPO). Für die Durchsetzung dieser über RSPO hinausgehenden Kriterien ist es wichtig, dass wir die Lieferkette und alle Vorlieferanten genau kennen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass wir diese von unabhängigen Dritten auf die Einhaltung unserer Kriterien überprüfen lassen können. Die RSPO-Zertifizierung ist dabei eine Mindestanforderung an unsere Lieferanten.

Eigene Richtlinien für verantwortungsvollen Einkauf

Ergänzend hierzu hat Nestlé eigene Richtlinien für verantwortungsvollen Einkauf (Responsible Sourcing Guidelines/RSG) erlassen, die von unabhängigen Dritten überprüft werden. Die RSG gehen in wichtigen Punkten über die RSPO-Kriterien hinaus. Die Überprüfung dieser zusätzlichen Kriterien stellt Nestlé gemeinsam mit der Organisation  The Forest Trust (TFT) sicher.

Die RSG Richtlinien beinhalten neben den RSPO-Kriterien den Schutz von Waldgebieten mit hohem CO2-Speicherwert und von Torfmooren. Diese Richtlinien gehen deutlich über die Selbstverpflichtung der RSPO-Mitglieder hinaus. Nestlé setzt sich als Mitglied des RSPO auch dafür ein, dass dieser die weitergehenden Kriterien übernimmt.

Ist eine RSPO-Zertifizierung ausreichend?

Nestlé unterstützt die Arbeit des RSPO und ist selber Mitglied. Die Nestlé Einkaufsrichtlinie für Palmöl (Responsible Sourcing Guidelines), die gemeinsam mit der Nicht-Regierungsorganisation „The Forest Trust“ entwickelt wurde, geht über die bisherigen Kriterien des RSPO hinaus. Nestlé setzt sich dafür ein, dass die Kriterien des RSPO entsprechend erweitert werden. Bis dies erreicht ist, ist eine Zertifizierung von Palmöl im Rahmen des RSPO-Systems zwar eindeutig positiv zu bewerten, aber noch nicht hinreichend im Sinne der Nestlé Anforderungen, die dahingehend eine Weiterentwicklung des RSPO-Standards darstellen. So genannte „Green Palm Zertifikate“ akzeptiert Nestlé nicht als ausreichend.

Welche Richtlinien gelten für den Einkauf von Palmöl bei Nestlé?

Um sicherzustellen, dass für unsere Produkte kein Regenwald zerstört wird, hat Nestlé bereits 2010 eine Partnerschaft mit der weltweit tätigen, gemeinnützigen Organisation The Forest Trust (TFT) vereinbart, die Nestlé beim Umbau bzw.- der Verbesserung der Lieferkette unterstützt. Gemeinsam mit dem TFT hat Nestlé die folgenden Richtlinien für den Einkauf von Palmöl definiert:

    Nestlé bezieht Palmöl nur von Plantagen und Farmen, die
  • sich an lokale Gesetze und Regulierungen halten
  • Regenwaldschutzgebiete bewahren
  • die frühzeitige und einvernehmliche Beteiligung der einheimischen Bevölkerung und Gemeinschaften in den Prozess der Erschließung neuer Plantagen sicherstellen sowie
  • Torfmoore und Waldgebiete mit hohem CO2-Speicherwert schützen.