Ist Palmöl schädlich für meine Gesundheit?

Nein. Palmöl bietet ein besseres Verhältnis von gesättigten zu ungesättigten Fettsäuren als andere Öle und Fette. Palmöl enthält 50 % gesättigte Fettsäuren. Im Vergleich zu anderen Ölen und Fetten, die für gleiche Zwecke verarbeitet werden, schneidet Palmöl deutlich besser ab. So besitzen

Kokosnuss 92 %
Palmkerne 84 %
Butter 66%
Kakaobutter 62 %
Talg 54 %

deutlich mehr gesättigte Fettsäuren. Ein übermäßiger Verzehr an gesättigten Fettsäuren kann sich negativ auf den Blutfettspiegel auswirken.

Ausführliche Informationen zum Thema Fett und Fettsäuren in Palmöl

Fettsäuretypen und deren Vorkommen in Palmöl

Palmöl besteht circa zur Hälfte aus gesättigten Fettsäuren. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um langkettige, gesättigte Fettsäuren. Eine erhöhte Aufnahme solcher Fettsäuren führte in Studien zu gesteigerten LDL-Cholesterin-Werten, die mit einem erhöhten Risiko für eine Koronare Herzkrankheit (KHK) in Verbindung gebracht werden. Aufgrund dessen steht auch Palmöl immer wieder in der Kritik. Dabei wird aber oft außer Acht gelassen, dass Palmöl auch zur Hälfte aus ungesättigten Fettsäuren besteht, die mit einer Senkung des LDL-Cholesterins in Verbindung gebracht werden. Palmöl enthält demnach ebenso positiv zu bewertende Fettsäuren.

Nestlé hat sich dazu verpflichtet, den Anteil gesättigter Fettsäuren in Produkten zu reduzieren und arbeitet kontinuierlich an technischen Möglichkeiten, dieses Ziel weiter zu verfolgen. Beispielsweise werden wir bei Maggi-Produkten verstärkt Sonnenblumenöl einsetzen, weil dieses weniger gesättigte Fettsäuren enthält. Wegen seiner Verarbeitungseigenschaften ist Sonnenblumenöl aber nicht überall einsetzbar.

Was sind die aktuellen Empfehlungen für die Fettaufnahme in Deutschland?

Gemäß der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) sollte die Fettaufnahme eines durchschnittlichen Erwachsenen ca. 30 % der Gesamtnahrungsenergie betragen. Der Anteil langkettiger, gesättigter Fettsäuren sollte dabei höchstens 10 % der Gesamtenergie betragen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sollten etwa 7 % bis maximal 10 % der Nahrungsenergie liefern. Einfach ungesättigte Fettsäuren, z. B. Ölsäure, machen den Rest der Fettzufuhr aus. Grundsätzlich gilt es immer zu berücksichtigen, dass nicht das Fettsäure-Muster eines einzelnen Lebensmittels, sondern das der gesamten Ernährung entscheidend ist.

Fakt ist: Der Körper braucht Fett

Neben Kohlenhydraten und Eiweiß gehören Fette zu den Hauptnährstoffen für den Menschen. Sie sind Energieträger und wichtiger Lieferant essenzieller Fettsäuren, wichtige Trägersubstanz fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) und werden zum Aufbau von Depotfett sowie als Bestandteil z. B. von Hormonen und Zellmembranen benötigt.

Abschließend gilt, dass eine ernährungsphysiologische Beurteilung von Palmöl nicht nur im Hinblick auf den Gehalt an gesättigten Fettsäuren getroffen werden sollte. Palmöl besteht zur Hälfte aus ungesättigten Fettsäuren. Dazu zählen zu ca. 38 % die einfach ungesättigte Ölsäure und zu ca. 10 % die zweifach ungesättigte Linolsäure, die mit einer Senkung des LDL-Cholesterins assoziiert sind. Über Linolsäure trägt Palmöl außerdem zur Versorgung mit essenziellen Fettsäuren bei. Essenzielle Fettsäuren können vom Körper nicht selbst hergestellt werden und müssen deshalb mit der Nahrung zugeführt werden. Demnach hat Palmöl auch viele positive Effekte, die oft völlig außer Acht gelassen werden.