Gibt es Zwangsarbeit in Nestlés Lieferkette für Meeresfrüchte?

Welchen Herausforderungen steht Nestlé gegenüber, wenn man in Thailand nach Meeresfrüchten für Nahrungsmittel und Tierfutter fischen lässt?

Leider kann kein Unternehmen, das in Thailand produzierte Meeresfrüchte bezieht, garantieren, dass Zwangsarbeit oder Menschenrechtsverstöße in der Lieferkette komplett ausgeschlossen sind. Das hängt unter anderem mit den lokalen Gegebenheiten zusammen. Um diese inakzeptablen Zustände zu bekämpfen haben wir einen Action Plan (pdf, 650Kb) aufgestellt und arbeiten mit Partnerorganisationen zusammen, um uns ein komplettes Bild der Lieferkette zu machen und Missstände dort zu identifizieren, wo sie entstehen.

Welche Schritte hat Nestlé unternommen, um Zwangsarbeit aufzudecken und zu bekämpfen?

Unser Partner, die Nichtregierungsorganisation Verité, hat drei Monate lang Informationen auf Fischkuttern, in Häfen, Verarbeitungsanlagen und Fischfarmen gesammelt, um herauszufinden, ob und wo in Thailand Zwangsarbeit und Menschenrechtsverstöße stattfinden. Auf Basis dieser Informationen haben wir unseren Action Plan entwickelt, um inakzeptable Zustände gezielt zu bekämpfen und zu verhindern zu können. Da die Veränderung der Bedingungen weitere gemeinsame Anstrengungen erfordert, haben wir außerdem den kompletten Report von Verité (pdf, 850Kb) öffentlich zugänglich gemacht.

Nestlé unterstützt ausdrücklich den UN Global Compact, sowie die UN Richtlinien und die Menschenrechte. Unser verpflichtender Lieferantenkodex (pdf, 1,58MB und die Responsible Sourcing Guidelines (RSG) für Fisch und Meeresfrüchte (pdf, 2MB) fordern von allen Lieferanten die Achtung der Menschenrechte und die Einhaltung aller geltender Arbeitsgesetze.

Was sind die grundlegenden Maßnahmen des Seafood Action Plans?

Die Kernmaßnahmen unseres Plans, den wir zusammen mit unseren Zulieferern umsetzen, sind: 

  • Koordinierung der Einrichtung einer Eingreiftruppe, die dabei helfen soll, von Zwangsarbeit bedrohte thailändische Fischer zu schützen
  • Einführung eines Beschwerdesystems, um Arbeitern die Möglichkeit zu geben, Missstände anonym zu berichten
  • Einrichtung eines Überprüfungsprogramms für Fischkutter, das Arbeits- und Lebensbedingungen untersucht
  • Trainingsprogramme für Bootsbesitzer und Kapitäne über Mindeststandards
  • Verbesserung der Rückverfolgbarkeit unserer Lieferkette, um die Herkunft der Rohstoffe zu identifizieren und Probleme gezielt anzugehen

Zusätzlich arbeitet Nestlé in einer Arbeitsgruppe der International Labour Organisation (ILO) mit, der zahlreiche Stakeholder angehören, einschließlich Vertreter der thailändischen Regierung, regionale Lieferanten von Meeresfrüchten und internationale Aufkäufer. Diese Arbeitsgruppe entwickelte bereits Leitfäden für Trainings in Verarbeitungsanlagen, bei Erstverarbeitern und auf Fischfarmen, um unfaire Bedingungen zu beenden, sowie Verfahren und Instrumente für die Inspektion von Fischkuttern, um diese auf mögliche Zwangs- und Kinderarbeit zu überprüfen.

Wann werden Sie den Action Plan durchsetzen?

Zusammen mit unseren Lieferanten und anderen Organisationen in Thailand haben wir sofort damit begonnen, die Maßnahmen umzusetzen. Die Umsetzung wird im Jahr 2016 fortgesetzt und wir werden unsere Fortschritte in unserem jährlichen Bericht „Nestle in Society“ öffentlich zugänglich machen.
Werden Sie die Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten beenden, wenn sie keine ausreichenden Maßnahmen treffen?
Unser Ansatz ist, mit Lieferanten zusammenzuarbeiten und wichtige Angelegenheiten in der Zutatenbeschaffung gemeinsam anzugehen. Bei Meeresfrüchten aus Thailand verpflichten sich Nestlé und ihre Lieferanten, Maßnahmen an den Stellen zu treffen, die der Bericht von Verité identifiziert hat. Mithilfe unseres Action Plans und des Lieferantenkodexes werden wir sicherstellen, dass Mindeststandards geachtet werden und unsere Fortschritte öffentlich berichten. Dies beinhaltet auch, dass wir neue Anforderungen an unsere Partner in Thailand stellen werden. 


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