1919 – 1938

Krise und Chance

Nach dem Krieg sinkt die Nachfrage für Dosenmilch durch das Militär und verursacht eine große Krise für Nestlé & Anglo-Swiss im Jahr 1921. Das Unternehmen erholt sich, wird aber erneut erschüttert durch den Wall-Street-Crash von 1929, welcher die Kaufkraft der Konsumenten verringert. Jedoch bringt diese Zeit auch vieles Positives mit sich: die Unternehmensleitung wird professionalisiert, Forschung zentralisiert und Pionierprodukte wie Nescafé werden eingeführt.

1921 – 1922

Sinkende Preise und hohe Lagerbestände führen zum ersten finanziellen Verlust für Nestlé & Anglo-Swiss im Jahr 1921, es sollte in der gesamten Geschichte von Nestlé der einzige bleiben. Der Banker Louis Dapples tritt als Krisenmanager in das Unternehmen ein und setzt sich dafür ein, dass das Unternehmen erstmals professionelle Manager ernennt. Die Verwaltung wird zentralisiert und die Forschung wird in einem Labor im schweizerischen Vevey zusammengelegt.


1929

Das Unternehmen kauft das größte Schweizer Schokoladenunternehmen Peter-Cailler-Kohler, dessen Ursprung zurück im Jahr 1819 datiert wird, als Francois Louis Cailler eine der ersten Schokoladenmarken des Landes Cailler gründet. Schokolade wird ab sofort wesentlicher Teil der Geschäfte von Nestlé & Anglo-Swiss.


1934

Das Malz-Schokoladegetränk Milo wird in Australien eingeführt und aufgrund des Erfolgs später in andere Märkte exportiert. Das Unternehmen entwickelt in der Zeit zwischen den Kriegen weiterhin Baby- und Säuglingsnahrung und führt Pelargon im Jahr 1934 ein. Pelargon ist ein Vollmilchpulver für Babys, das mit Milchsäurebakterien angereichert ist, um dessen Verdaulichkeit zu verbessern.


1936

Ein konkurrenzgetriebener Markt für Schokolade in der Schweiz ermutigt Nestlé-Peter-Cailler-Kohler zu neuen Innovationen: Das Unternehmen führt die weiße Schokolade Galak und nur ein Jahr später Rayon, eine Schokolade mit Honig und Luftbläschen, ein. Vitamine sind ein Hauptverkaufsfaktor für Gesundheitsprodukte in den 1930er Jahren und Nestlé führt daher das Vitaminpräparat Nestrovit im Jahr 1936 ein.


1938

Nescafé wird eingeführt als ein „Pulverextrakt aus reinem Kaffee“, welches den natürlichen Geschmack des Kaffees beibehält, aber nur durch Hinzufügen von heißem Wasser leicht zubereitet werden kann. Das Produkt ist der geniale Einfall von Max Morgenthaler, der im Jahr 1929 beginnt an der Idee zu arbeiten, als die brasilianische Regierung Nestlé & Anglo-Swiss anfragt, eine Absatzmöglichkeit für deren Kaffeeüberschuss zu finden.