Deshalb ist Biodiversität ein wichtiges Thema für Nestlé

Nestlé bezieht als größter Lebensmittelhersteller der Welt rund 1 Prozent der weltweit produzierten Agrarprodukte. Zusammen mit anderen Nahrungsmittelerzeugern sind wir deshalb auf funktionierende Ökosysteme und eine gesunde Umwelt angewiesen.

Biodiversität, die biologische Vielfalt, ist die Basis für ein ausgeglichenes, funktionierendes Ökosystem und menschliches Wohlbefinden. Wir wollen als Unternehmen einen Beitrag zu Lebensqualität und gesunden Zukunft leisten. Als weltweit führender Lebensmittelhersteller wollen wir daher einen Beitrag zum Erhalt und Schutz, als auch zur Verbesserung der Artenvielfalt beitragen.

Über das letzte Jahrhundert haben Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Landwirtschaft dazu geführt die Biodiversität zu verringern.

Syrischer

Neben der Bereitstellung von Lebensmitteln und Rohstoffen, beeinflusst die biologische Vielfalt in der Landwirtschaft auch die Umwelt. Sie unterstützt die Bestäubung von Pflanzen, verbessert die Boden- und Wasserqualität, erhält die ländlichen Existenzgrundlagen und erhöht die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme.

Rückgang der Biodiversität

Vermehrt lässt sich feststellen, dass die Artenvielfalt in der Natur zurückgeht und sich dieser Vorgang weltweit beschleunigt. Auf 58 Prozent der weltweiten Landfläche – auf der mehr als 70 Prozent aller Menschen leben – ist die Biodiversität deutlich zurückgegangen. Dadurch sind heutzutage bis zu 30 Prozent aller Säugetiere, Vögel und Amphibien vom Aussterben bedroht.

Biodiversität und Ernährung

Durch die industrielle Landwirtschaft ist die Sortenvielfalt deutlich zurückgegangen. Mehr als 80 Prozent unserer Nahrung besteht aus Pflanzen. Zwei Drittel davon bestehen aus nur fünf Getreidesorten. Diese Entwicklung stellt ein Risiko dar. Jede Sorte reagiert anders auf äußere Einflüsse wie Klimawandel oder Krankheiten. Durch diese Umwelteinflüsse kann es bei den momentan fünf Getreidesorten zu Versorgungsengpässen kommen. Als größter Nahrungsmittelhersteller der Welt ist Nestlé auf eine stabile Rohstoffversorgung angewiesen.

Syrischer

Lange Zeit lag in der Landwirtschaft der Fokus darauf, dass landwirtschaftliche Erzeugnisse genug Kalorien bereitstellen. Die Aspekte einer ausgewogenen Ernährung und der Nahrungsmittelqualität wurden hierbei allzu oft vernachlässigt. Der gewandelte Lebensstil mit einer energiereichen Ernährung und wenig Vielfalt, hat über die Zeit zu einer Zunahme von Gesundheitsproblemen beigetragen. Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein Mangel an Mikronährstoffen sind beispielhafte Auswirkungen. Die Biodiversität zu erhalten ist deshalb wichtig, um die Ernährungsvielfalt mit ihren unterschiedlichen Mikronährstoffzusammensetzungen sicherzustellen.

Ansatzpunkte für Nestlé

Die funktionelle Agrar-Biodiversität stellt einen Ansatzpunkt für Aktivitäten von Nestlé dar. Um die Biodiversität zu erhöhen und sicherzustellen wird auf dieses Konzept zurückgegriffen. Hierbei wird eine nachhaltigere Landwirtschaft durch unterschiedliche Maßnahmen, angepasst an das Ökosystem, unterstützt. Maßnahmen können sein:

  • Die Vielfalt der Nutzpflanzen erhöhen (wechselnde Anbaupflanzen)
  • Nachhaltige Bodenbewirtschaftungspraktiken einführen (reduzierte Bodenbearbeitung, Mulchen) 
  • Förderung von gemischten landwirtschaftlichen Systemen (unterschiedliche Pflanzen gleichzeitig anbauen, verschiedenen Nutztierarten halten) 
  • Vielfalt von Spezies erhöhen (Lebensräume für unterschiedliche Tierarten schaffen, regionstypische Pflanzen und Bäume anbauen)
  • Landwirtschaftliche Vielfalt schaffen (Rekultivierung, Renaturierung)

Diese Maßnahmen fördern Agrarökosysteme und haben einen positiven Einfluss auf den Ressourcenverbrauch von Wasser, Pestiziden, Düngemitteln und Energie.

Nestlés Maßnahmen

Seit 2001 nimmt sich Nestlé durch seine Initiative zur nachhaltigen Landwirtschaft (SAIN) mit Schulungen und Trainings dem Thema an.

Biodiversitätsthemen werden bei Nestlé durch unterschiedliche Richtlinien zur verantwortungsvollen Rohstoffbeschaffung, als auch Verpflichtungen, etwa zum Schutz von Wäldern, und aus diesen resultierenden Programmen implementiert und angesprochen. Programme sind beispielsweise Farmer Connect, der Nescafé Plan, der Cocoa Plan, der Milchbeschaffungs-Plan und das Nespresso AAA Programm.

Kühe

Neben diesen Programmen wurde seit 15 Jahren in Kooperation mit mehr als 800 Bauernhöfen auf der ganzen Welt durch das Konzept der Response Inducing Sustainability Evaluation (RISE) die landwirtschaftliche Nachhaltigkeit beurteilt. Zudem unterstützt Nestlé die Aktivtitäten des World Business Council für Sustainable Development (WBSCSD) und setzt sich für die Plattform der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) ein.

Lokal helfen uns Kooperationen mit Organisationen, Universitäten und Regierungsstellen dabei einen Unterschied zu bewirken.

Biodiversität bei Gemüse und Kräutern

Ergänzend zu den internationalen Programmen hat Nestlé Deutschland für die Marke Maggi ein Nachhaltigkeitsprogramm für die 21 wichtigsten Gemüsesorten und Kräuter entwickelt. Im Jahr 2014 wurde ein Pilotprojekt mit dem Tomatenzulieferer Conesa, in der spanischen Region Extremadura, implementiert. In Zusammenarbeit mit der Organisation Fundación Global Nature (FGN) und Conesa hat Nestlé Deutschland eine Strategie zur nachhaltigen Bewirtschaftung entwickelt.

Schulungsangebote für Bauern, mehrjährige Lieferverträge, und Maßnahmen zum Schutz von Biodiversität und Wassereinzugsgebieten sind Teil dieser Strategie. Das Projekt zeigt Wirkung. Störche, Kleinreptilien und Insekten haben sich auf den Feldern angesiedelt. Düngemittel und Insektizide werden durch regelmäßige Überprüfungen eingespart. Die Tröpfchenbewässerung der Felder spart Wasser ein. Verschiedene andere Pflanzen, die zwischen den Tomatenstauden wachsen erhöhen die Artenvielfalt.

Tomaten

Durch den Erfolg wurde das Programm im Jahr 2016 auf die Region Parma in Italien ausgeweitet. Weitere Programme für Zwiebeln, Paprika, Karotten und Petersilie werden derzeit in Kooperation mit der NGO Global Nature Fund entwickelt.

Zusätzlich unterstützt Nestlé mit dem Projektpartner Global Nature Fund das Projekt „EU Life“. Dieses soll zur Förderung der Biodiversität beim Anbau beitragen und Biodiversitätsstandards in den Standards der Lebensmittelwirtschaft verankern. Hierfür sind Pilotprojekte in der Nestlé Lieferkette vorgesehen, die 2017 umgesetzt werden.

Beiträge des Experten- und NGO Beirats von Nestlé zum Thema Biodiversität und unseren Projekten, unsere Verpflichtungen und Fortschritte in diesem Bereich erhalten Sie in den jährlich erscheinenden „Nestlé in der Gesellschaft“- Berichten oder auf den folgenden Seiten: Verantwortung (Deutsch) und Verantwortung (Englisch) sowie in diesem Beitrag über Tomatenanbau in der Extremadura.

Bildrechte: Getty Images