Biodiversität in landwirtschaftlichen Lieferketten

Marion Hammerl,
Global Nature Fund und Mitglied des Experten- und NGO-Beirats:

Der Verlust der biologischen Vielfalt zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit.Durch menschliche Einflüsse sterben gegenwärtig bis zu 1.000-mal mehr Arten aus, als dies auf natürliche Weise der Fall wäre. Zahlreiche Ökosysteme, die uns mit lebenswichtigen Ressourcen und Leistungen versorgen, sind gefährdet. Der Erhalt und die schonende Nutzung der Biodiversität sind kein reines Umweltthema, sondern Grundvoraussetzung für menschliche Ernährung, Produktionsprozesse und Lebensqualität.

Nestlé Beirat Marion HammerlMarion Hammerl, Global Nature Fund

Lebensmittelhersteller und -handel sowie die Landwirtschaft als wichtigster Zulieferer haben wesentlichen Einfluss auf die biologische Vielfalt. Die intensive Landwirtschaft ist einer der großen Verursacher des Artensterbens – andererseits hängen rund 50% der Arten in Europa von landwirtschaftlichen Strukturen ab. Doch das Handlungsfeld ist komplex und kann nicht anhand eines Indikators identifiziert werden, so wie etwa CO2 als eine der Hauptursachen des Klimawandels.

Gemeinsam mit den Umweltorganisationen Fundación Global Nature und Global Nature Fund arbeitet Nestlé seit zwei Jahren daran, den Schutz der Biodiversität in der Lieferkette Gemüse und Kräuter zu verbessern. Nach intensivem Austausch mit Lieferanten und Erzeugern wurden folgende Kriterien ausgewählt: eine höhere Vielfalt an Ackerfrüchten (unter anderem durch mehr Fruchtfolgen), Schaffung und Schutz von ökologischen Infrastrukturen wie Hecken, Blühstreifen, Baumreihen, Teichen etc. über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und die Teilnahme an Projekten zum Schutz der Biodiversität in der Region als Beitrag zum Ausgleich von negativen Auswirkungen.

Vittel Landschaft

Aber auch Verbesserungen der „guten fachlichen Praxis“, insbesondere beim Pflanzenschutz sowie Schutz des Bodens und der Wasserressourcen tragen dazu bei, die negativen Effekte auf die Ökosysteme und Artenvielfalt zu verringern. Nestlé unterstützt das EU-weite Projekt „Biodiversitätskriterien in Standards und Labels der Lebensmittelbranche“ und wird in den kommenden Jahren auch die Anforderungen zur Biodiversität an die Lieferkette für weitere Produktgruppen verbessern.

Auch unternehmensübergreifende Aspekte wie Training für Berater und Zertifizierer, Monitoring oder die Einrichtung einer Brancheninitiative „Biodiversitäts-Performance in der Lebensmittelbranche“ werden unterstützt.