Mann sortiert Kakaobohnen

Kakao aus fairem Anbau

Pro Kopf konsumiert jeder Deutsche im Jahr 11,5 Kilo Schokolade. Rund fünf Millionen Kleinbauern und deren Familien leben vom Kakaoanbau – nicht immer unter einfachen Bedingungen. Der Nestlé Cocoa Plan will sicherstellen, dass die Lebensbedingungen der Bauern sich kontinuierlich verbessern und dadurch die Versorgung mit qualitativ gutem Kakao sichergestellt werden kann.

Nestlé bezieht die Kakaobestandteile für ihre Schokoladenprodukte aus Westafrika, größtenteils aus der Republik Côte d’Ivoire. Um die Lebensbedingungen der Bauern vor Ort zu verbessern und die Versorgung mit qualitativ gutem Kakao sicherzustellen, hat Nestlé den Nestlé Cocoa Plan ins Leben gerufen. Das Programm zielt darauf ab, die Lebensbedingungen der Bauern zu verbessern und gleichzeitig den Ausbau nachhaltiger Lieferketten voranzubringen.

Der Nestlé Cocoa Plan wirkt zudem Kinderarbeit und der Ungleichbehandlung der Geschlechter entgegen, indem er Frauen im Landbau unterstützt und den Zugang zu Schulbildung verbessert. Eine wichtige Säule ist die Verteilung von kräftigeren Pflanzen an die Bauern sowie Schulungen zum Thema bessere Anbaumethoden.

Kinderarbeit bekämpfen

Seit Mai 2015 sind alle Werke in Deutschland UTZ-zertifiziert und haben 2016 ausschließlich nachhaltig zertifizierten Kakao aus dem Nestlé Cocoa Plan verarbeitet. International stammten 2016 140.933 Tonnen Kakao aus dem Nestlé Cocoa Plan. Das entspricht 34 % des gesamten Kakaobezugs. Im Jahr sollen dann 150.00 Tonnen Kakao aus dem Nestlé Cocoa Plan bezogen werden, 2018 schließlich 175.000 Tonnen.

In den Anbaugebieten verteilte Nestlé 2,2 Millionen Kakaosetzlinge und übertraf damit das für 2016 anvisierte Ziel. Alle 69 weltweit angeschlossenen Kooperativen im Nestlé Cocoa Plan richteten sich bis zum Jahresende 2016 außerdem nach dem Child Labor Monitoring System.

Zudem sollen 2017 alle Partnerkooperativen in der Republik Côte d’Ivoire dem Child Labour Monitoring and Remediation System (CLMRS) beigetreten sein. Ein weiterer Bericht über den Stand der Umsetzung und die Evaluierung des Systems durch die Fair Labor Association wird im Herbst 2017 vorgelegt.

Eine Gruppe von Menschen präsentiert ihren Ernteertrag

Mehr Know-how für Kakaobauern

Der „Nestlé Cocoa Plan“ trägt dazu bei, eine transparente Lieferkette für Kakao zu schaffen und die Arbeitsbedingungen der Bauern zu verbessern. Nestlé arbeitet dafür unter anderem mit PRO-PLANTEURS an der Elfenbeinküste zusammen.

Im Juni 2016 besuchte eine Delegation aus Deutschland zusammen mit Journalisten und Vertretern des Experten- und NGO-Beirats die Elfenbeinküste. Dort machten sich die Besucher ein Bild von den Fortschritten, die im Rahmen des Nestlé Cocoa Plan in zwei Projektregionen erzielt wurden.

Die letzte Station der Reise war Abengourou, im Osten des Landes. Dort überzeugten sich die Teilnehmer davon, wie das vom deutschen Forum Nachhaltiger Kakao ins Leben gerufene Projekt PRO-PLANTEURS und der Nestlé Cocoa Plan sich ergänzen.

Einige der Partnerkooperativen des Nestlé Cocoa Plan beteiligen sich an einem Programm von PRO-PLANTEURS. Die Kooperativen werden von Experten beraten, wie sie ihren Bauern besser helfen können. Außerdem sind Trainerinnen im Einsatz, die gezielt Frauen in Landwirtschafts- und Ernährungsfragen unterstützen. So nutzen einige Frauen inzwischen das Land ihrer Männer, um dort neben Kakao weitere Nahrungspflanzen anzubauen.

Die Reise durch die Elfenbeinküste endete mit einem Gespräch mit der Kooperativenleitung über deren bisherige Fortschritte infolge des Nestlé Cocoa Plan. Die Teilnehmer kamen zu dem Ergebnis, dass das Nestlé Programm und die Angebote aus dem gemeinsamen Programm der Branche sich gut ergänzen. Ein Vertreter der Kooperativenleitung brachte den Nutzen für die Bauern klar auf den Punkt: „Wenn man Fleisch auf dem Tisch hat, ist es gut, wenn man auch Soße hat.“ Gerade wenn sich die Kakaobauern positiv entwickeln, benötigen sie weitere technische Unterstützung – durch die Kooperativen sowie Partner aus der Branche.

Eine Wasserträgerin steht vor einer Anlage des Roten Kreuzes

Bessere Wasser- und Sanitärversorgung an der Elfenbeinküste

Der „Nestlé Cocoa Plan“ enthält umfassende Programme, um die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kakaobauern zu verbessern. Besonders wichtig für die Dörfer und Familien: eine sichere Wasser- und Sanitärversorgung.

2016 besuchte eine Delegation von Nestlé Deutschland die Elfenbeinküste, um sich ein Bild von Projekten und Fortschritten im Rahmen des Nestlé Cocoa Plan zu machen. Die Gruppe wurde begleitet von Journalisten und Vertretern des Experten- und NGO-Beirats. Unter anderem sahen die Besucher deutliche Verbesserungen bei der Wasser- und Sanitärversorgung der Kakaobauern und ihrer Familien.

Nestlé und das Rote Kreuz unterstützen die Dörfer

Die Gruppe reiste unter anderem nach Djonankro, einem Dorf mit knapp 50 Familien, die für Nestlé Kakao anbauen. Die Journalisten und NGO-Vertreter erfuhren, dass Djonankro eines von 65 Dörfern ist, die Nestlé und das Rote Kreuz mit einem gemeinsamen Programm für bessere Wasser- und Sanitärversorgung unterstützen.

Bei dem Programm geht es vor allem um die Förderung von Eigeninitiative. Denn ohne eigenes Engagement der Dorfgemeinschaften gibt es keine langfristigen Fortschritte, wie die Erfahrung aus zahlreichen vergleichbaren Projekten zeigt. Den Reiseteilnehmern fiel in Djonankro sofort das neue Latrinengebäude auf. Jeder Haushalt besitzt eine eigene Latrine, sodass die sanitäre Versorgung aller sichergestellt ist. Auf den Wegen des Dorfes war außerdem keinerlei Müll zu sehen, da dieser gesammelt und geordnet verbrannt wird.

Deutlicher Rückgang von Infektionskrankheiten

Mehrere Brunnen, deren Unterhaltung die Dorfgemeinschaft durch ein kleines Entgelt finanziert, liefern sauberes Wasser. Das Abwasser wird kontrolliert entsorgt. Seit Einführung dieser Maßnahmen sind Infektionskrankheiten im Dorf deutlich zurückgegangen.