Mit Marienkäfern für den Wasserschutz

Wasser ist in der französischen Region Vittel ein wichtiges Gut. Nicht nur, weil hier das gleichnamige Mineralwasser abgefüllt wird. Es ist aber auch traditionell landwirtschaftlich genutztes Land. Um die Qualität des Wassers sicherzustellen und gleichzeitig Landwirten eine stabile Existenz zu garantieren, gibt es dort seit 25 Jahren die Organisation Agrivair.

Marienkäfer

Der Marienkäfer ist ein faszinierendes Tier. Er ist nicht nur sehr niedlich und soll Glück bringen, er ist auch als Nutztier nicht zu unterschätzen. Viele Marienkäferarten fressen nämlich besonders gerne Blatt- und Schildläuse. In nur 48 Stunden können Marienkäfer eine Pflanze vollständig von Parasiten befreien. Deshalb werden sie zum Beispiel für die biologische Schädlingsbekämpfung eingesetzt.

In der französischen Region Vittel, aus der das gleichnamige Mineralwasser stammt, wurde deshalb eine Marienkäferfarm eingerichtet. Diese Idee wurde entwickelt von der durch Nestlé 1992 gegründeten Organisation Agrivaire und dem 1995 ins Leben gerufenen Wasserinstitut, Institut de l’Eau. Es war Teil einer Reihe von Initiativen, die in der Vogesen-Region die Entwicklung umweltfreundlicher Anbaumethoden voranbringen sollten.

Diese Initiativen gehen zurück auf die 1980er-Jahre, als die Landwirte in der Region um Vittel immer häufiger chemische Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel einsetzten. Langfristig lief das Gebiet um die Vittel-Mineralquelle Gefahr, durch den Einsatz chemischer Substanzen kontaminiert zu werden – eine Umweltverschmutzung, die auch das Grundwasser betreffen würde.

Ende der 1980er Jahre gab Nestlé Waters in Frankreich in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Institut für Agronomieforschung (INRA) eine Studie in Auftrag mit dem Ziel, Lösungen zu finden, um den Schutz des Grundwassers mit der regionalen Viehzucht und dem Getreideanbau zu vereinbaren. Hierfür wurde 1992 die Organisation Agrivair gegründet. Das Ziel: die Entwicklung umweltfreundlicher Anbaumethoden und die aktive Unterstützung von Landwirten.

Kornfeld

Es wurde ein 650 Hektar großes Schutzgebiet um die Quelle errichtet, das täglich von Hydrogeologen analysiert wird. Auch das 6000 Hektar große Einzugsgebiet der Quelle unterliegt strengen Kontrollen. Um den Boden zu schützen, wurden beispielsweise die Straßen, die durch dieses Gebiet führen, mit Geomembranen unterlegt, die für das häufig bleihaltige Sickerwasser undurchlässig sind. Ablaufrinnen leiten das Abflusswasser in Auffangbecken, in denen es anschließend aufbereitet wird.

Weide

Die Projekte zeigen Erfolg: 80 Prozent der Landwirte haben inzwischen auf eine ökologische Landwirtschaft umgestellt. Außerdem ist der Futtermittelanbau von Mais, der dem Boden viel Wasser entzieht, durch den Anbau von Luzernen ersetzt worden. Um einer Verunreinigung des natürlichen Mineralwassers durch Tierexkremente vorzubeugen, wurde zudem die Viehzucht auf ein Rind pro Hektar reduziert.

Von den Erkenntnissen in Sachen Quellschutz in Vittel hat Nestlé Waters auch an anderen Standorten profitiert. Denn viele der erfolgreichen Maßnahmen wurden auch in anderen Quellregionen umgesetzt.

Vittel in den Vogesen

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Wie entsteht ein natürliches Mineralwasser? Wir sind eingetaucht in die Welt von Vittel – dem Mineralwasser aus den Vogesen.