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Nestlé, was macht ihr im Kampf gegen Kinderarbeit?

Wie steht Nestlé zu Kinderarbeit?

Kinderarbeit ist schlichtweg inakzeptabel und verstößt gegen alles, wofür wir stehen. Leider ist sie in vielen Ländern immer noch Realität, insbesondere in der Landwirtschaft. Hier besteht der Großteil der Kinderarbeit darin, dass Kinder ihre Eltern auf den Feldern unterstützen.

Wo immer Kinderarbeit in unserer Lieferkette auftritt, verhindern wir diese und gehen dagegen vor. Jederzeit müssen Kinder vor Situationen, die sich negativ auf ihre Gesundheit auswirken oder die ihnen den Zugang zur Bildung verwehren, geschützt werden. Dazu haben wir 2009 den Nestlé Cocoa Plan ins Leben gerufen.

In Deutschland beziehen wir unseren Kakao zu 100 Prozent aus dem Nestlé Cocoa Plan, bis 2025 machen wir das sogar weltweit.

Carmen Borsche
Carmen Borsche Geschäftsführerin Nestlé Confectionary

Die Bekämpfung von Kinderarbeit ist eine gemeinsame Verantwortung, für die es leider keine schnellen oder einfachen Lösungen gibt. Doch wir arbeiten immer weiter daran, unseren Teil im Kampf gegen die Kinderarbeit beizutragen. Hierbei sind wir keine Einzelkämpfer. Durch gemeinschaftliches Handeln und Engagement mit internationalen und lokalen Partnern hier und vor Ort arbeiten wir an der Verbesserung der Standards und der Gewährleistung von nachhaltigen Fortschritten.

Mann und Junge lesen

Weltweit arbeiten wir mit 700.000 Bauern direkt und mit vielen anderen indirekt zusammen. Wenn wir Berichte über Kinderarbeit erhalten, gehen wir Anschuldigungen in Bezug auf die jeweiligen Lieferanten nach und ergreifen strenge Maßnahmen, wenn Beweise für ein mögliches Fehlverhalten vorliegen.

Alle unsere Lieferanten müssen unseren „Standard für verantwortungsvolle Beschaffung“ einhalten. Dieser Standard legt fest, dass kein Lieferant Kinder unter 15 Jahren oder unter dem Alter der Schulpflicht beschäftigen darf - vorbehaltlich eng gefasster Ausnahmen für die Unterstützung der eigenen Familie.

Was unternehmt Ihr gegen Kinderarbeit im Kakaoanbau?

Mithilfe unseres 2009 gegründeten Nestlé Cocoa Plans setzen wir uns unter anderem dafür ein, die Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Familien zu verbessern. Und zwar gemeinsam mit unseren Partnern und Kakaoanbaugemeinden vor Ort. Dadurch wollen wir vor allem die Ursachen der Kinderarbeit beheben. Als Vorreiter in unserer Branche haben wir zusammen mit der International Cocoa Initiative 2012 ein umfassendes Überwachungs- und Abhilfesystem, das Child Labor Monitoring and Remediation System (CLMRS), eingeführt.

Dieses Kontrollsystem ermöglicht es uns gefährdete Kinder zu identifizieren, darauf aufmerksam zu machen und Abhilfemaßnahmen bereitzustellen. Alles individuell auf jedes Kind und jede Familie zugeschnitten. Dazu gehört unter anderem das Bauen und Sanieren von Schulen, das Bereitstellen von Schulmaterialien und das Ausstellen von Geburtsurkunden. So konnten wir seit 2012 einen deutlichen Fortschritt zu verzeichnen - zum Beispiel haben wir rund 80.000 Kindern geholfen, die dem Risiko von Kinderarbeit ausgesetzt waren. 40.000 Kindern haben wir den Zugang zur Bildung ermöglicht.

Brückenschule

Kinderarbeit existiert weiterhin und wir wissen, dass es noch viel zu tun gibt. Wir wollen die Reichweite unseres CLMRS nutzen und dieses System in Westafrika auf unsere gesamte Kakaolieferkette ausweiten. Außerdem werden wir weiter daran arbeiten, die Ursachen für Kinderarbeit einzudämmen. Einerseits durch gemeinschaftliche Maßnahmen mit den Bauern, den Gemeinden und auch den Kindern selbst. Ebenfalls ist es essentiell Regierungen, multilaterale und nichtstaatliche Organisationen, andere Unternehmen, Zertifizierungsstellen, individuelle Experten und unsere Partner in der Wertschöpfungskette mit einzubeziehen. Außerdem übernehmen wir eine aktive Rolle bei der Unterstützung von Vorschriften und Richtlinien, sowie bei der Entwicklung von Programmen und Anreizen übernehmen, die zur Beseitigung von Kinderarbeit erforderlich sind.

Unser System zur Bekämpfung von Kinderarbeit im Kakaoanbau

Nestlé betreibt seit 2012 den Child Labor Monitoring and Remediation System (CLMRS), um gegen Kinderarbeit in der Elfenbeinküste vorzugehen. Der Service umfasst alle Kooperationspartner, von denen wir Kakao direkt im Land beziehen. In Zahlen: 1.751 Kakaoanbaugemeinden und 78.580 Kinder.

Im Jahr 2016 haben wir mit der Einführung des Programms in Ghana begonnen, welches mittlerweile 2.859 Bauern und 2.430 Kinder betreut. Das System sieht lokale Verbindungspersonen vor, die sich dafür einsetzen, das Bewusstsein für Kinderarbeit in den Gemeinden zu schärfen, gefährdete Kinder zu identifizieren und diese Erkenntnisse uns und unseren Lieferanten mitzuteilen. Von den 78.580 beobachteten Kindern in der Elfenbeinküste haben wir festgestellt, dass 18.283, das sind 23%, inakzeptable Aufgaben erfüllen. Im Dezember 2019 hatten 55% der Kinder, die bei ihrem letzten Kontrollbesuch als Kinderarbeiter identifiziert wurden, keine inakzeptable Arbeit mehr übernommen (7.981 von 14.511 Kindern).

Mehr dazu lesen Sie in unserem neusten Bericht von 2019 ,,Tackling Child Labor'' und dem Bericht der Fair Labor Association.

Wie wollt ihr „Abhilfe“ zur Kinderarbeit schaffen?

Abhilfemaßnahmen stehen im Mittelpunkt unserer Aktivitäten im Kampf gegen Kinderarbeit. Sie umfassen die Unterstützung von Kindern, ihren Familien und Gemeinden, um Kinder aus einer Risikosituation zu befreien. Wir wollen einerseits Kinder davon abhalten inakzeptable Arbeiten zu verrichten. Außerdem wollen wir Kindern, die bereits inakzeptable Arbeiten übernehmen, helfen damit aufzuhören. Jeder Fall ist individuell. Die von uns geleistete Abhilfe hängt von der jeweiligen Situation des Kindes und der Familie ab. Unsere bisher geleistete Hilfe konzentrierte sich vor allem auf den Zugang zu Bildung, auf Aktivitäten zu Erhöhung des Familieneinkommens, die Befähigung von Frauen und auf die Unterstützung bei Arbeiten auf dem Bauernhof.

Mutter mit zwei Kindern

Seit 2012 haben wir 49 Schulen gebaut oder renoviert, die mehr als 20.000 Kindern zugutekommen.

  • Im Jahr 2016 haben wir in Zusammenarbeit mit der Jacobs Foundation über 98 "Brückenschulen" gebaut, in denen Kinder, die die Regelschule verpasst haben, unterrichtet werden.
  • Wir haben 5.756 Geburtsurkunden zur Verfügung gestellt, damit die Kinder eine weiterführende Schule besuchen können, sowie 19.152 Schulpakete. 1.255 Kinder profitierten von Nachhilfeunterricht, 62 Kinder nahmen an einer Berufsausbildung teil und 979 Frauen haben von Alphabetisierungsprogrammen für Mütter profitiert.
  • Des Weiteren sind Aktivitäten zur Verbesserung des Familieneinkommens wichtig - sie helfen den Haushalten, ihre Einkommensquellen auszuweiten, um andere Feldfrüchte anzubauen oder Tiere zu züchten, z.B. Bienen. 4.090 Erwachsene profitierten von solchen Aktivitäten - sie kümmerten sich um 8.180 Kinder.
  • Nestlé hat auch jungen Erwachsenen geholfen, 157 Servicegruppen in Gemeinschaften zu bilden, in denen 5.921 Kinder leben oder lebten. Diese Gruppen stellen Arbeitskräfte für risikoreiche Arbeiten wie das Fällen von Bäumen und das Besprühen von Nutzpflanzen zur Verfügung, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass Kinder diese Arbeit verrichten.

Wir sind der festen Überzeugung, dass Kakaobauern ein Einkommen erwirtschaften sollten, das ihnen und ihren Familien einen angemessenen Lebensstandard ermöglicht.

Aus diesem Grund unterstützen wir die Aktivitäten der Regierungen der Elfenbeinküste und Ghana zur Verbesserung des Lebensstandards. Wir sind eines der ersten Unternehmen, das für das Erntejahr 2020/2021 Kakao mit dem Living Income Differential (LID) gekauft hat - hierbei werden 400 USD auf den Preis pro Tonne aufgeschlagen, um die Bauern zu unterstützen. Wir kaufen auch weiterhin Kakao mit der LID-Prämie.

Unsere Maßnahmen, unter anderem seit 2011 mit der Fair Labor Association (FLA, hat die Zahl der Kinder, die in der türkischen Haselnuss-Lieferkette arbeiten, erheblich reduziert. Dennoch gibt es auf diesem Gebiet erhebliche Herausforderungen.

Nach sechs Jahren können wir die Haselnussbeschaffung in der Türkei zu 100 % zurückverfolgen. Wir setzen die Einführung eines Überwachungs- und Abhilfesystems fort, um Kinderarbeit und andere Menschenrechtsprobleme anzugehen.

Auf globaler Ebene haben wir die Beschaffung erheblich verbessert: 90 % unserer weltweiten Haselnusslieferungen sind jetzt rückverfolgbar. 80 % wurden als verantwortungsbewusst beschafft eingestuft. Die Bekämpfung der Kinderarbeit bei der Beschaffung von Haselnüssen ist eine gemeinsame Verantwortung. Wir begrüßen den Dialog, das Engagement und das gemeinsame Handeln mit allen, die sich dafür einsetzen.