Mit Mut zur Karriere

9. Mrz. 2018
Female Career bei Nestlé

Nestlé: eine Männerclique? Mag sein. Aber speziell bei Nestlé Deutschland tut sich einiges: Mit Béatrice Guillaume-Grabisch als CEO an der Spitze des Unternehmens kommen – längst überfällig – vermehrt Frauen in Führungspositionen.

Wie unterschiedlich ihre Wege dorthin waren, wie unterschiedlich die Herausforderungen und Hindernisse waren, denen sie sich stellen und die sie überwinden mussten und konnten: Davon haben einige dieser Senior Female Leaders zum Weltfrauentag 2018 jungen Nachwuchskräften erzählt. Und ihnen so Mut gemacht, ihre eigene Karriere ebenfalls aktiv in die Hand zu nehmen.

«Mut» und «mutig sein» waren folglich die oft verwendeten Begriffe bei dieser Veranstaltung von Frauen für Frauen im Nestlé Competence Center in Frankfurt am Main. «Initiative zeigen, selber die Lösungen mitzudenken und mitgestalten, netzwerken – und sagen, was man will» – so einer der vielen hilfreichen Tipps, die die Managerinnen ihren jüngeren Kolleginnen aus eigenem Erleben geben konnten. «Man braucht manchmal Mut, neue Wege zu gehen und muss aktiv sein Umfeld davon überzeugen, dies auch mitzugehen», sagt Dr. Virginia Bastian. Die Diversity & Inclusion-Verantwortliche der Nestlé Deutschland hat das nicht alltägliche Event auf die Beine gestellt. Als sie HR Director bei Nestlé Purina war und nach neuen Möglichkeiten gesucht hat, Familie und Karriere etwas smarter zu verbinden, hat sie zusammen mit einer Kollegin den innovativen Weg des Job-Sharings auf Managementebene erfolgreich gewagt – und den jungen Kolleginnen heute von dieser außergewöhnlichen Idee berichtet.

An Dr. Virginia Bastians Seite heute: Jolanda Schwirtz. «Ich habe gelernt, transparent zu sein und ehrlich zu sein», sagt etwa die Marketing-Direktorin der Nestlé Deutschland AG. Karrierekiller Familienplanung? Nicht im Fall der Mutter dreier Kinder, die ihren jüngeren Kolleginnen ebenfalls zu dieser Offenheit gegenüber ihren Vorgesetzten rät: «Ich habe Situationen gehabt, in denen ich gesagt habe: 'Ich wünsche mir einen neuen Job und ein weiteres Kind' – und ich glaube, das hat mir nicht geschadet.»

In der Manier eines World Cafés ließen sich die Managerinnen in drei Gruppen zu drei Komplexen befragen: die Vereinbarkeit von Karriere und Familie war nicht das einzige Thema dieses Vormittags. Die Karriereplanung junger Frauen in den geänderten Rahmenbedingungen der Digitalen Transformation und des Agile Workings war ein weitere wichtiger Aspekt, und natürlich dieser: Wie setze ich mich im und gegen das Old Boys Network als Frau durch? – etwas konzilianter formuliert unter der Überschrift «Führen und arbeiten in einer Männerwelt.» Astrid Kloos, die sich gegen ihre durchaus robusten männlichen Kollegen im Vertriebsbereich behaupten musste, hat dort gelernt, mutig ihre Wünsche zu äußern, «zu sagen, was man möchte – nicht sagen, was einem fehlt». Sich sichtbar machen, Führungskräfte ohne Scheu zu einem Kaffee einladen – mutig sein, Initiative zeigen. Sandra Grimm, Personaldirektorin bei Nestlé Purina, sieht das ähnlich und gibt ihren Kolleginnen zudem den Rat, sich in alle Richtungen und auf allen Ebenen zu vernetzen.

Und das Unternehmen? Das wird sich ändern, wird den Frauen entgegenkommen, da sind sich die Managerinnen sicher. «Ich bin fest davon überzeugt», sagt Jolanda Schwirtz, die unmittelbar nach ihrer Beförderung zur Marketingdirektorin einige Monate in Mutterschutz gehen konnte, «dass sich das Unternehmen auch anpassen wird».

Managerinnen coachen Mitarbeiterinnen