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Gegen den Strich denken, aus Chefs Azubis und aus Schülern Lehrern machen – das ist das Prinzip hinter „Reverse Mentoring“. Nicht die Hierarchiestufe zählt, sondern das Talent, nicht die Führungserfahrung, sondern das konkrete Wissen. Nestlé nutzt diese Methode, bei der Schüler und Studenten altgediente Führungskräfte coachen, regelmäßig und mit großem Erfolg. Die digitale Transformation macht’s möglich – sie erfordert dieses so ganz andere Vorgehen geradezu.

Anfang Mai hat Nestlé in seinem visionären Nestlé Competence Center wieder wissbegierige Managerinnen und Manager zum „Speed Dating“ auf Digital Natives losgelassen. Wie funktioniert Snapchat? Was bringt diese flüchtige Kommunikation? Wie informiert Ihr Euch jenseits von SpiegelOnline oder der Tagesschau? Wie organisiert Ihr Euren Alltag, Eure Freundschaften, Euren Konsum? 20 Minuten hatte jedes Mitglied des Nestlé-Managements Zeit, in einen Aspekt der digitalen Lebenswelt der Abiturienten und Studierenden einzutauchen. Ein digitaler Gong, wenn die Zeit abgelaufen ist, und es geht weiter zur nächsten Station mit dem nächsten Aspekt.

Die Erfahrenen erklären‘s den Newbies, das ist das Prinzip. „Ich habe heute als Mentorin mitgemacht, um zu sehen, wie es ist, mit Managern zu sprechen – und wie denn der Stand der Digitalisierung bei Nestlé ist“, so eine Studierende, die sechs Runden lang Blogs und Instagram erklärt hat. Alle warens ehr interessiert, und es gab gute Diskussionen – und ich denke schon, das man auch von uns jüngeren Leuten etwas lernen kann.“
Die Lebenswelt der Generation Z ist in weiten Teilen so anders als die der Über-40-Jährigen, dass ein gemeinsamer Blick in dieses Universum des Always-on, des asymetrischen Austauschs und der synchronen Gruppenkommunikation nicht nur nötig ist – er öffnet einem 150 Jahre alten Großkonzern, der sein Geld mit echten Produkten statt virtueller Kommunikation verdient,  selbstverständlich auch die Augen für die Entwicklungen der nächsten Jahrzehnte.

„Ich habe sehr viel gelernt heute“, sagt eine Teilnehmerin. „Ich fand es spannend, in Kontakt mit den Studierenden und den Schülern zu kommen und zu verstehen, wie ihr Alltag aussieht und wie sie die sozialen Netzwerke nutzen.“ 

Das Nestlé Compentence Center ist der richtige Ort für diesen Ansturm echten Interesses, mit dem die Führungskräfte die Teenager umringten: Hier öffnet sich das Unternehmen den Fragen der Zukunft und der Digitalisierung: Wie ernähren wir uns in 15 Jahren? Wie wandelt sich der Handel? Welche digitalen Services werden unser Leben erleichtern – oder schlicht: Wie leben wir 2030?

Nestlé geht diesen Fragen mit großem Interesse nach – und hört zu. Wie tickt die Generation Z? Schüler erklären es. Was brauchen Verbraucher wirklich? Wo drückt der Schuh? Verbraucher und NGOs erklären es. Wo kann Nestlé besser werden? Internet-User machen hier klare Ansagen. Zuhören und die „Experten“ fragen, das durchzieht Nestlés Digital-Strategie vom „Social Listening“ bis eben hin zum Reverse Mentoring.
„Ich fand es erstaunlich, wie aufgeschlossen doch alle waren“, bilanziert ein Abiturient der Georg-Kerschensteiner-Schule in Obertshausen. „Dass solch ein Interesse da ist, habe ich mir vorher nicht vorgestellt. Aber ich glaube schon, dass die Manager viel mitgenommen haben. Mit jeder Station haben sie mehr verstanden, was funktioniert und wie es funktioniert – und wie sie es selber nutzen können.“ Reverse Mentoring funktioniert also, gerade auch im Speed-Dating-Format: „Die Führungskräfte haben völlig neue Dinge kennengelernt, die sie vorher gar nicht kannten.“