Die perfekte Vanille

Tag 4 & 5 – nach Vohemar zur Floribis-Plantage

Sabine und ein Kontrolleur kontrollieren Vanille 

Es geht weiter nach Norden: Wir wollen uns eine professionell geführte Plantage anschauen, von der Nestlé ebenfalls Vanille bezieht: Vanille aus kontrolliertem und zertifiziertem Vertragsanbau. Die einzige Herausforderung: diese Floribis-Pflanzung liegt in Vohemar. Das bedeutet rund drei Stunden Autofahrt in den Norden. Mit der Zeit ändert sich die Landschaft – es wird bergiger, und die Zahl der Zebu-Rinder auf der Straße nimmt deutlich zu.

Zebu-Rinder kreuzen immer wieder unseren Weg in Richtung Vohemar
Zebu-Rinder kreuzen immer wieder unseren Weg in Richtung Vohemar.

Nachdem wir in den vergangenen Tagen vor allem kleinbäuerlichen Anbau kennengelernt haben, sind wir auf der Floribis-Plantage wie in einer anderen Welt. Die Pflanzung hat eine eigene Aufzuchtstation für Vanillepflanzen (rund 160 Sorten werden hier kultiviert). Wir lernen, dass Nestlé Agronomen vor einigen Jahren den Betrieb dabei unterstützt haben, geeignete Sorten für den Anbau auszuwählen – das wussten wir vorher auch nicht. Die Pflanzen stehen hier auf 30 Hektar in geordneten Reihen; es wird nur organischer Dünger verwendet, wobei alle Pflanzenreste von der Plantage kompostiert werden. Die Pflanzen werden intensiv von Hand gepflegt; sie stehen unter perfekten Bedingungen im Halbschatten von Bäumen.

Zur Pflanzung gehört auch eine eigene Verarbeitungsanlage – und diese bietet für uns, nachdem, was wir in den letzten Tagen gesehen haben, die größte Überraschung: Ein weißes Gebäude unter  Palmen, Besucherausweise, Hygienestation vor dem Eingang zur Produktion. Rund 50 fest angestellte einheimische Mitarbeiter mit Sicherheitskleidung und weißen Häubchen – im Prinzip wie in einem Werk von Nestlé.

Eine Massage für die Vanillebohnen

Begutachtung der grünen Schoten auf der Vanille-Plantage
Begutachtung der grünen Schoten auf der Vanille-Plantage.

Laufende Qualitätskontrollen prägen den Prozess: Die frisch geernteten Schoten werden nach der Anlieferung gewogen, sortiert und der Vanillin-Gehalt im Labor überprüft. Erst nach der Kontrolle geht es in die Verarbeitung. Zunächst werden die Bohnen in 70 Grad heißem Wasser drei Minuten gekocht. Danach müssen die Vanillebohnen 36 Stunden schwitzen (nun, geschwitzt haben wir auf dieser Reise auch mehr als reichlich) und werden dann in mehreren Schritten getrocknet. Dazwischen immer wieder Qualitätskontrollen per Hand – dabei werden die Schoten, wie die Mitarbeiter uns erläutern, gewissermaßen massiert – wichtig, um das Aroma zu entfalten. Schließlich geht es in die Verpackung – unter Schutzatmosphäre sind die Schoten bis zu fünf Jahren haltbar – und in den Versand über den kleinen Hafen von Vohemar.

Transparente Lieferkette und beste Qualität

Das sogenannte Curing der Vanilleschoten: Bei 70 Grad werden die noch grünen Vanilleschoten für drei Minuten gekocht
Das sogenannte Curing der Vanilleschoten: Bei 70 Grad werden die noch grünen Vanilleschoten für drei Minuten gekocht.

Der gesamte Prozess ist perfekt durchstrukturiert und von laufenden Qualitätskontrollen geprägt. Genau dies ist uns wichtig – wir wollen für unsere Vanille eine transparente Lieferkette und die beste Qualität. Dabei ist der Verarbeitungsprozess eigentlich der gleiche wie in kleinbäuerlichem Anbau – nur eben besser organisiert und vollkommen transparent. Der Lieferant zahlt anständige Löhne, die Arbeitsbedingungen sind gut – geregelte Arbeitszeiten und Einkommen, die Kinder der Arbeiter können (und müssen sogar – das wird kontrolliert) in die Schule gehen, Überstunden werden abgegolten, und es gibt auch Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung, wie wir im Gespräch erfahren.

Herausforderungen und Lösungen im Vanilleanbau

Die nun braunen Vanilleschoten werden im Freien ausgelegt und trocknen in der Sonne
Die nun braunen Vanilleschoten werden im Freien ausgelegt und trocknen in der Sonne.

Wir diskutieren mit unseren verschiedenen Lieferanten sehr intensiv über die Herausforderungen und Lösungsansätze im Vanilleanbau. Uns ist klar, dass wir auch die kleinbäuerlichen Strukturen weiter unterstützen müssen – und die Entwicklung einer professionellen Landwirtschaft und Verarbeitung fördern. Wir nehmen viele Wünsche, Themen und Anregungen aus unseren Gesprächen mit den Bauern und unseren Partnern mit, an denen wir weiter arbeiten wollen, wenn wir zurück in Deutschland sind. Nach all dem Regen (immerhin ist hier gerade Winter) freuen wir uns auf den Sommer in Deutschland – und auf ein leckeres Eis.

Bildrechte: Nestlé Deutschland AG

Vanillefarmer 
 
Arbeiter riechen an Vanilleschoten

Von Vanilleanbau bis Kaninchenzucht

Vanilleanbau ist nicht die einzige Einnahmequelle der Menschen Madagaskars. Am dritten Tag unserer Reise haben wir uns Community-Programme angesehen, die unser Lieferant gemeinsam mit den Dorfgemeinschaften ins Leben gerufen hat. Ihr Ziel: für zusätzliches Einkommen zu sorgen.

Arbeiter riechen an Vanilleschoten

Besuch bei einem Vanillelieferanten

Nach 8.500 Kilometern, 36 Stunden und zwei Flügen sind wir an unserem ersten Ziel angekommen: Der Distrikt Sava im Nordosten Madagaskars ist die Hauptanbauregion für Vanille – und der Sitz eines unserer Lieferanten.

Arbeiter riechen an Vanilleschoten

Eine emotionale Erfahrung

Wir sind im Herzen des Vanille-Landes angekommen, in einem kleinen Dorf bei Sambava. Dort treffen wir Mitarbeiter einer Partnerorganisation, Vanillebauern und viele Kinder, die sich sehr über unseren Besuch freuen. Sie machen den Besuch zu unserer emotionalsten Erfahrung in Madagaskar.

Reise nach Madagaskar

Die Reise nach Madagaskar

Wenn ein Team von Nestlé 8.500 Kilometer nach Madagaskar reist, hat das mit Abenteuerlust nichts zu tun. Vielmehr geht es darum, eigene Eindrücke zu gewinnen von der Qualität der Vanille, ihrer Herkunft und der Art des Anbaus. Der Auftakt einer großen Reise.