Eine emotionale Erfahrung

Tag 2 – Auf dem Feld und auf der Schulbank: die Vanille-Dörfer

Sabine begutachtet reife Vanilleschoten 

Wir sind im Herzen des Vanille-Landes angekommen, in einem kleinen Dorf bei Sambava. Wir treffen Mitarbeiter der Partnerorganisation, die für unseren Lieferanten das Community-Programm betreuen – und einen der Vanillebauern des Dorfes. Er führt uns auf einem matschigen, holprigen Weg, den man kaum als solchen bezeichnen kann, zu seiner Vanillepflanzung. Vorbei an Reisfeldern und Bananenpflanzung – und an einigen Kühen, die nur widerwillig den Weg freigeben. Auf rund zwei Hektar baut er vor allem Vanille an, aber auch etwas Kakao, Kaffee, Kokosnüsse und Mangos.

Vanille blüht an einem einzigen Tag

Der Vanillebauer erklärt die Bestäubung der Blüten
Der Vanillebauer erklärt die Bestäubung der Blüten.

Zuerst erkennen wir die Vanille gar nicht leicht – sie wächst zwischen und an den Bäumen, etwa an kleinen Kaffeepflanzen. Wir entdecken noch vereinzelte gelbe Blüten zwischen vielen reifen, grünen Schoten. Glück gehabt, denn die Vanille blüht nur einen Tag und wir haben damit die Gelegenheit die Bestäubung zu verfolgen. Diese erfolgt per Hand. Der Bauer zeigt uns, wie es geht: Mit einem spitzen Bambushölzchen drückt er die Pollen auf die Narben. Innerhalb kurzer Zeit wird hier nun aus der Blüte die Vanilleschote wachsen.

Der gut ausgebaute Teil der Straße nach Antekoly
Der gut ausgebaute Teil der Straße nach Antekoly.

Nach der Demonstration geht es durch den Busch zurück zu den Geländewagen; dabei erwischt uns ein massiver Regenschauer. Klitschnass geht die Fahrt über Stock und Stein weiter, denn wir werden erwartet. Im Dorf Antekoly steht eine der 16 Schulen, die unser Lieferant in der Region finanziert hat. Die Schule, die wir heute besuchen, wurde mit gestifteten Mitteln der Nestlé gebaut und ausgestattet.

Schule im Vanille-Dorf: Vier Lehrer und 170 Kinder

Vanilleblüte
Einige Kinder, die am Rand des Feldes im Matsch spielten, fingen für uns ein Chamäleon ein – ein ebenso dankbares Fotomotiv wie die Vanille, wegen der wir eigentlich hier sind.

Kinder und die VIPs des Dorfes empfangen uns herzlich: Eines der Klassenzimmer ist für unseren Besuch umgeräumt worden, statt Schulheften warten Berge von Essen auf uns: Reis, Hühnchen in verschiedenen Soßen, eine Art Salat und höllisch scharfe Chilis. Die Kinder hängen an den Fenstern und beobachteten uns voller Begeisterung – offensichtlich sind wir interessant. Sie haben für uns einen Tanz eingeübt – dazu singen sie ein Lied, in dem sie Nestlé für die Schule danken. Wir verstehen zwar kein Wort, sind aber sehr berührt, als uns ein Begleiter den Text übersetzt.

Der Schuldirektor erzählt von seiner Arbeit an der Schule: Mit vier Lehrern unterrichtet er rund 170 Kinder. Zwei der Lehrer werden vom Staat bezahlt, zwei weitere zum Teil von den Eltern. Die Kinder kommen aus einem Umkreis von rund einer Stunde Fußweg in die Schule.

Neugier, Skepsis und Begeisterung

„Dankeschön“-Tanz zum Abschied
Die Kinder des Dorfes haben einen Tanz und ein Lied eingeübt, um sich bei Nestlé für die Schule zu bedanken.

Zum Abschluss gibt es noch ein kleines spaßiges Quiz mit dem Schuldirektor. Die Begeisterung ist groß – und am Ende spielen wir gemeinsam eine Runde Frisbee. Leider können wir nicht länger bleiben, da wir noch bei Tageslicht wieder auf der Hauptstraße sein müssen – und das schaffen wir nur knapp. Der Kontakt mit den Kindern hat uns alle tief berührt – die Mischung aus Neugierde, anfänglicher Skepsis und zunehmender Begeisterung ist die emotionalste Erfahrung, die wir bisher auf der Reise gemacht haben. Umso mehr freuen wir uns auf morgen: Da schauen wir unter anderem bei der zweiten von Nestlé finanzierten Schule vorbei.

Bildrechte: Nestlé Deutschland AG

Arbeiter riechen an Vanilleschoten

Besuch bei einem Vanillelieferanten

Nach 8.500 Kilometern, 36 Stunden und zwei Flügen sind wir an unserem ersten Ziel angekommen: Der Distrikt Sava im Nordosten Madagaskars ist die Hauptanbauregion für Vanille – und der Sitz eines unserer Lieferanten.

Reise nach Madagaskar

Die Reise nach Madagaskar

Wenn ein Team von Nestlé 8.500 Kilometer nach Madagaskar reist, hat das mit Abenteuerlust nichts zu tun. Vielmehr geht es darum, eigene Eindrücke zu gewinnen von der Qualität der Vanille, ihrer Herkunft und der Art des Anbaus. Der Auftakt einer großen Reise.