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1.Wird in Vittel das Wasser knapp?

Derzeit ist die Wasserversorgung in keiner Weise gefährdet. Bis zum Jahr 2050 könnte es aber zu einer Knappheit kommen, wenn keine Lösung für die Deckung des Defizits gefunden wird. Ein Problem sind auch Sickerverluste in der öffentlichen Wasserversorgung, die Investitionen in das Leitungsnetz erfordern würden. Nestlé hat die Entnahme bereits freiwillig auf 750.000 m3 reduziert – das ist ein Viertel weniger, als Nestlé genehmigt wurde.

2. Pipeline – die Lösung?

Am 3. Juli 2018 hat die zuständige lokale Wasserkommission (CLE) verschiedene Lösungsansätze diskutiert, bewertet und eine gemeinsame Entscheidung getroffen. Die verschiedenen Lösungsansätze wurden von der zuständigen Bergbaubehörde entwickelt, nicht von Nestlé. Die von der zuständigen Behörde vorgeschlagene Lösung, auf die sich die CLE jetzt geeinigt hat, sieht folgendes vor: Die mangelnde Wassererneuerung der „Bonne Source“ soll durch Wasser aus einem anderen Einzugsgebiet mit überschüssigen Wasser ausgeglichen werden. Unabhängig von der konkreten technischen Umsetzung hat Nestlé zugesagt, sich an den Kosten der Lösung zu beteiligen, so dass den Bürgern in Vittel keine Mehrkosten entstehen. Nestlé hatte bereits im Vorfeld erklärt, jede Lösung mitzutragen und zu unterstützen, die den Interessen der Anwohner und dem Schutz der Quellen gerecht wird. An der konkreten Umsetzung werden wir gemeinsam mit allen Beteiligten in einem transparenten und offenen Prozess in den kommenden Monaten arbeiten.

3. Dürfen die Bewohner nur 6 Flaschen Wasser am Tag abfüllen?

Bei jedem Bewohner von Vittel kommt unbegrenzt hochwertiges Mineralwasser aus dem Wasserhahn, Engpässe gibt es nicht. In der Innenstadt von Vittel steht ein Mineralwasserbrunnen, an dem jedermann Wasser abfüllen kann. Aufgrund der besonderen Mineralisierung nutzen neben Touristen auch Anwohner den Brunnen. Damit sich keine Schlangen bilden, wurde vor vielen Jahren ein Schild am Brunnen angebracht, das die Abfüllung auf jeweils sechs Flaschen begrenzt. Der Brunnen läuft aber rund um die Uhr, die Entnahme wird von niemandem überwacht oder beschränkt.

4. Darf der Schäfer keinen Brunnen bauen?

Dies ist nicht richtig: Die Bohrung dafür müsste schlicht bei den lokalen Behörden beantragt werden. Nestlé hat auf die Genehmigung keinen Einfluss. Die meisten Bauern in der Region haben übrigens keinen eigenen Grundwasserbrunnen auf ihren Weiden.

5. Muss Wasser per Tankwagen herangeschafft werden?

Dies ist in der Vergangenheit in einem Ort der Region tatsächlich punktuell der Fall gewesen. Diese Wasserknappheit steht allerdings nicht in Verbindung mit dem Grundwasserspiegel der „Bonne Source“. Die Gründe für die Wasserknappheit des Dorfes liegen eher im schlechten Zustand des dortigen Wasserleitungssystems. Der Ort bezieht sein Wasser außerdem aus einer anderen Grundwasserschicht.

Marion Hammerl vom Global nature Fund