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Ist es richtig, dass „Nestlé die Wasserressourcen auf der Welt kontrolliert“?

Nein. Nestlé nutzt – obwohl größter Lebensmittelhersteller – nur 0,003 % des weltweit entnommenen Trinkwassers für die Herstellung von Lebensmitteln. Auf das Geschäft von Nestlé Waters entfallen nur 0,0009 %. Dagegen werden etwa 70 % des weltweiten Trinkwassers in der Landwirtschaft eingesetzt. Zudem sind die Quellen, die Nestlé für die Abfüllung von Trinkwasser nutzt, in verschiedenen Ländern verteilt – und in der Regel ist Nestlé nur einer von zahlreichen Anbietern für abgefülltes Wasser.

Infografik zum Wasserverbrauch

Der Film „Bottled Life“ zeigt aber ein Beispiel aus Pakistan. Es heißt, eine Nestlé Abfüllanlage sei für die Austrocknung einer Region verantwortlich. Stimmt das?

Das stimmt nicht. Das Nestlé Werk Sheikhupura in Pakistan fördert Wasser aus zwei Tiefbrunnen. Geschätzt existieren in der Region Lahore aber rund 680.000 Brunnen, die in erster Linie für die Bewässerung in der Landwirtschaft, aber auch für industrielle Zwecke und die kommunale Wasserversorgung genutzt werden.

Nicht alle diese Brunnen werden so streng kontrolliert wie die Nestlé Brunnen. Beide Brunnen sind mit den notwendigen technischen Geräten für eine kontinuierliche Überwachung der wichtigen hydrodynamischen Parameter (einschließlich Durchflussmenge und Wasserspiegel) ausgestattet. Anhand dieser lückenlosen Überwachung können wir jedes Risiko erkennen und sofort reagieren, um bei möglichen Problemen dagegen zu steuern und negative Auswirkungen auf das lokale Grundwasserleiter-System zu verhindern.

Wir haben das Werk besucht – hier unser Bericht.

Der Film „Bottled Life“ zeigt auch ein Beispiel, in dem Nestlé in einem Naturschutzgebiet in Maine in den USA Wasser für die Abfüllung fördern wollte und sich auf Druck der Bevölkerung zurückgezogen hat. Stimmt das?

Nestlé "hätte damals" mit behördlicher Genehmigung Probebohrungen vorgenommen. Bei jeder Erschließung einer möglichen Quelle gehört die genaue Untersuchung dazu, welche Risiken eine mögliche Wasserentnahme mit sich bringen könnte. In diesem Fall hat sich Nestlé gegen eine Wasserentnahme entschieden, weil die verfügbare Wassermenge für die Entwicklung einer Quelle zur Förderung von Quellwasser nicht ausreichend war.