Wasser- und Sanitätsversorgung für die Kakaodörfer

Nestlé arbeitet seit 2002 mit der Föderation der Rotkreuz- und Halbmondgesellschaften (IFRC) zusammen, um abgelegene Dörfer bei der Versorgung mit sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen zu unterstützen. Eines der Projekte wollen wir uns anschauen – dafür geht es mit Geländewagen rund zwei Stunden ins Hinterland.

Eine Gemeindepumpe mit Unterstützung des Internationalen Roten Kreuzes und Nestlé, Foto: Achim Drewes

Die Straßen sind „interessant“ – auch normalerweise sind sie eine Ansammlung von Schlaglöchern, und die Regenzeit hat einen Teil der Pisten in Schlammgruben verwandelt. Aber schließlich erreichen wir Djonakro, ein kleines Dorf mit knapp 50 Familien. Schon auf den ersten Blick macht das Dorf einen sehr gepflegten Eindruck – es liegt, anders als in vielen Dörfern, die wir gesehen haben, kein Müll auf den Wegen, und ein neu errichtetes Latrinengebäude fällt sofort ins Auge. Die Dorfbewohner empfangen uns herzlich – sie sind stolz auf das, was sie aus eigener Kraft (mit Unterstützung des IFRC und von Nestlé) erreicht haben. Ein Team des IFRC ist mit uns vor Ort und stellt das Programm vor – alleine in dieser Region sind 65 Dörfer eingebunden, mit 15.000 Menschen. Das Dorf Djonakro gehört einer der Kooperativen an, die Nestlé – auch Nestlé in Deutschland – mit Kakao beliefern.

Verbesserte Wasser- und Sanitärversorgung in Djonakro

Als Teil des Programmes haben die Dorfbewohner tatsächlich viel geschaffen, was sie von anderen Dörfern unterscheidet: Müll wird gesammelt und verbrannt. Jeder Haushalt hat eine Latrine. Die Schule verfügt über eigenes Latrinengebäude – früher gingen die Schüler für ihr „Geschäft“ in den Wald. Dabei wurde vor einiger Zeit ein Schüler von einer Schlange gebissen – auch eine Motivation, sich für das Sanitärprogramm zu engagieren. Bei den Latrinen gibt es Vorrichtungen zum Händewaschen; hierfür wird Regenwasser gesammelt. Das Dorf verfügt nun auch über mehrere eingefasste Brunnen; die Wasserpumpe des Dorfes wird von einem eigens eingerichteten Wasser-Komitee verwaltet und gehütet. Gegen einen kleinen Kostenbeitrag, der für Reparaturen an der Pumpe zurückgelegt wird, bekommen die Familien sauberes Wasser und sparen sich den langen Fußweg zum nächsten Fluss. Abwasser fließt nicht mehr durch das Dorf, sondern wird kontrolliert entsorgt. Bei allen Maßnahmen ist Eigenleistung der Dorfbewohner gefragt – aber größere Projekte wie das Latrinengebäude oder die Instandsetzung der Pumpe können nur mit einem finanziellen Zuschuss der Partner auf die Beine gestellt werden.

Sanitärversorgung mit Unterstützung des Internationalen Roten Kreuzes und Nestlé, Foto: Achim Drewes

Die Dorfbewohner bringen die Vorteile für sich auf den Punkt: Seit Einführung dieser eigentlich einfachen Maßnahmen sind Infektionskrankheiten im Dorf deutlich zurückgegangen. Rund 300.000 Menschen in der Region haben bisher vom Wasser- und Sanitärprogramm des IFRC profitiert.