Zehn Dinge, die sich 2030 ändern

10 Dinge, die sich in der Ernährung der Zukunft 2030 ändern 

Ernährung befindet sich im Wandel – doch was sind die größten Trends und Veränderungen, auf die sich Verbraucher einstellen müssen? Die folgenden zehn Erkenntnisse werden laut der Nestlé Zukunftsstudie „Wie is(s)t Deutschland 2030?“ die weitere Entwicklung maßgeblich bestimmen.

1. Die Zukunft darf kommen: 80 Prozent sind der Zukunft gegenüber aufgeschlossen

Vier von fünf Deutschen gefällt eines der fünf Zukunftsszenarien der Nestlé Zukunftsstudie. Die Mehrheit der Bevölkerung zeigt sich somit aufgeschlossen und positiv gestimmt gegenüber einer der künftigen Entwicklungen. Am meisten freuen sich die Studienteilnehmer darauf, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Dementsprechend gefallen jeweils etwa 50 Prozent der Deutschen die Zukunftsszenarien 1 und 2 „Ressourcenschonende Ernährung in einer werteorientierten Gesellschaft“ sowie „Gemeinschaftliches Essen als Erlebnis in einer entstrukturierten Gesellschaft“. Essen gewinnt in einer hochtechnisierten Welt immer mehr an Bedeutung, die Gemeinschaft wird künftig immer wichtiger. Doch auch der Wunsch nach einem verantwortungsvollen Umgang mit knappen Ressourcen und die damit verbundene Ideologisierung des Essens haben für die Mehrheit der Befragten in Zukunft einen hohen Stellenwert. Dies zeigt sich auch darin, dass Verbraucher künftig stärker darauf achten wollen, Produkte zu kaufen, die ihren eigenen Werten entsprechen.

2. Algen und Insekten als Proteinlieferanten? Ja, aber lieber als Burger

Auch wenn die Vorstellung von Algen oder Insekten als fester Bestandteil unserer Ernährung bisher kaum vorstellbar scheint, sehen die Studienteilnehmer diese Möglichkeit in Zukunft durchaus: 52 Prozent der Befragten können sich mit dieser Vorstellung anfreunden, als Ergebnis einer ressourcenschonenden Ernährung in einer werteorientierten Gesellschaft. Zwar gibt es heute in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung noch kulturelle Vorbehalte gegen den Verzehr bestimmter Lebensmittel, die in manchen Regionen Afrikas und Asiens wegen des hohen Gehalts an Protein gern gegessen werden. Doch 2030 wird dies auch hierzulande möglich sein, solange die Produkte eine Darreichungsform haben, die an bekannte Speisen und nicht an Insekten erinnert.

3. Im Alltag setzen sich kleine Versorgungsküchen in den Städten durch, Kochen wird zum gemeinschaftlichen Event

In Zukunft ist Küche nicht mehr gleich Küche: Die Nestlé Zukunftsstudie zeigt, dass die Küchen in den Wohnungen der Menschen, vor allem in Ein-Personen-Haushalten, tendenziell immer kleiner werden, denn der Wohnraum wird in den Metropolen immer knapper und teurer. Der Trend geht in den Städten zur reduzierten Versorgungsküche. Dem gegenüber steht der Wunsch nach Kochen als Gemeinschaftserlebnis: Die Befürworter des Gemeinschaftlichen Essens glauben, dass die Menschen 2030 große, gut ausgestattete Küchen in der Nachbarschaft anmieten werden, um gemeinsam zu kochen und zu essen.

4. Die wahrscheinlichste Zukunft schont die Ressourcen in einer werteorientierten Gesellschaft

Die Zukunftsvision, die eine Mehrheit mit 52 Prozent für am wahrscheinlichsten hält, ist eine - ressourcenschonende Ernährung in einer werteorientierten Gesellschaft. Diese Variante vereint sowohl ökologische Aspekte als auch die Möglichkeit, das Essen selbst zuzubereiten. Die Befragten sind der Meinung, dass unsere Ernährung künftig stark von ethischen Aspekten beeinflusst und vom Wunsch abhängig sein wird, eigenverantwortlicher mit anderen und mit der Umwelt umzugehen. Auch - ressourcenschonende Nahrungsmittel werden akzeptiert, etwa In-vitro-Fleisch, Algen oder Insekten - diese müssen aber in bekannten Formen sein, etwa als Burger.

5. Angst vor einer Leistungsgesellschaft und davor zu vereinsamen

Die Vorstellung, zu vereinsamen und eine auf Leistung fokussierte Gesellschaft fürchten die Studienteilnehmer am meisten: 79 Prozent der Befragten geben an, dass sie Ernährung zur Selbstoptimierung als beängstigend empfinden. Besonders die Vorstellung, keine Freizeit zu haben, und die Sorge um kranke und ältere Menschen schreckt viele ab. Mehr Sorge gilt nur dem Zukunftsszenario des einfachen Sattwerdens in einem virtuellen Umfeld. Hier fürchten die Studienteilnehmer eine Gesellschaft, in der es kaum sozialen Kontakt gibt und Genuss keine Rolle spielt.

6. Essen wird eine Frage der Weltanschauung und des Sozialprestiges

Ernährung wird immer ideologischer. Knapp zwei Drittel der Teilnehmer der Nestlé Zukunftsstudie glauben, dass die Menschen künftig stärker darauf achten werden, Produkte zu kaufen, die ihren eigenen Werten entsprechen. Die Verbraucher werden auf Qualitätsmerkmale wie die ressourcenschonende Herstellung und die optimale Nutzung der immer knapper werdenden Ressourcen achten. Auch der gesundheitliche Aspekt wird eine Rolle spielen: 53 Prozent der Befragten meinen, dass hochwertige Fertigprodukte den Wünschen nach gesunder und qualitativ hochwertiger Ernährung entsprechen werden.

7. Die Zukunft wird von gut gebildeten Frauen gestaltet

Die Studie unterscheidet drei Zukunftstypen: den Zukunftsgestalter, den Zukunftsbegleiter und den Traditionalisten. Während letzterer eher männlich und älter als 50 Jahre alt ist sowie mehrheitlich über einen niedrigen Schulabschluss verfügt, ist der Zukunftsgestalter überdurchschnittlich oft mittleren Alters, weiblich und besser gebildet. Als Zukunftsgestalter gelten 12 Prozent der Verbraucher. Sie sind der Zukunft besonders aufgeschlossene Menschen und zeigen sich offen für innovative Techniken, Ernährungsformen und Kochpraktiken.

8. 2030 ist das Essen personalisiert und individuell – neue Technologien machen es möglich

Personalisierung ist ein Trend, der schon heute ersichtlich ist und sich bis 2030 weiter verstärken wird: In Zukunft wird es ein großes Angebot an Ernährungsprodukten geben, die individuell auf das eigene persönliche Gesundheitsprofil zugeschnitten sind. Neue Technologien und bessere Vernetzung werden den vermehrten Einsatz von Apps, den aktuellen Kenntnisstand über unsere Gesundheit und die Kombination mit unserem Essen möglich machen. So wird es Restaurants geben, die im Vorfeld ein Gesundheitsprofil eines Gasts erhalten und ein personalisiertes Menü zubereiten. Auch in Imbissen und Kantinen wird es so schnell und unkompliziert für jeden gesundes Essen geben.

9. Inspiration im Einzelhandel, gekauft wird online oder in Food-Communities

Die Studie ergibt, dass die Grundversorgung mit Lebensmitteln künftig zum größten Teil online erfolgen wird. Manche schließen sich auch in Food-Communities zusammen und kaufen gemeinsam in großen Mengen zu kleineren Preisen. Der Einzelhandel wird hingegen ein Ort sein, wo sich die Menschen inspirieren und beraten lassen. Geschulte Mitarbeiter werden neue Lebensmittel vorstellen oder erläutern, wie sich diese verarbeiten und zubereiten lassen.

10. Leistungsdruck fördert Selbstoptimierung

2030 wird es Menschen geben, die durch ihre Ernährung und entsprechende Produkte versuchen werden, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. 25 Prozent der Befragten sahen das Szenario einer Ernährung zur Selbstoptimierung in einer leistungsorientierten Gesellschaft als positiv an. Demnach wird es Produkte wie Brain Food oder eine Detox-Pille geben, die einen solchen Zusatznutzen haben. Zudem sind ob des medizinischen Fortschritts persönliche Krankheitsrisiken bekannt. Entsprechende technische Hilfsmittel, wie Apps und Gesundheitsarmbänder, werden uns dabei unterstützen, die eigene Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu kontrollieren.

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