Was sagt Nestlé zu dem kritischen Dokumentarfilm „Bottled Life“?

Der kritische Film „Bottled Life“ wurde 2012 erstmalig ausgestrahlt. Wir sind der Auffassung, dass dieser Film die Zuschauer bewusst manipuliert und ein stark verzerrtes Bild unserer Aktivitäten vermittelt. So verwendet der Film einen damals bereits acht Jahre alten Videoausschnitt aus einem Interview, um damit eine Kernaussage des Films zu unterstützen. Die Behauptung, Nestlé sei gegen ein Menschenrecht auf Wasser, ist ebenso falsch wie die Unterstellung, Nestlé sei für sinkende Grundwasserspiegel in Pakistan verantwortlich. Der Film wurde in den vergangenen Jahren auch über soziale Netzwerke verbreitet, häufig in Verbindung mit der Behauptung, Nestlé wolle sich „an der Wasserprivatisierung bereichern“. Auch diese Behauptung ist nicht zutreffend. Zu den Vorwürfen in „Bottled Life“ hat Nestlé öffentlich Stellung genommen.

Der Film „Bottled Life“ zeigt ein Beispiel aus Pakistan. Es heißt, eine Nestlé Abfüllanlage sei für die Austrocknung einer Region verantwortlich. Stimmt das?

Das stimmt nicht. Das Nestlé Werk Sheikhupura in Pakistan fördert Wasser aus zwei Tiefbrunnen. Geschätzt existieren in der Region Lahore aber rund 680.000 Brunnen, die in erster Linie für die Bewässerung in der Landwirtschaft, aber auch für industrielle Zwecke und die kommunale Wasserversorgung genutzt werden.

Nicht alle diese Brunnen werden so streng kontrolliert wie die Nestlé Brunnen. Beide Brunnen sind mit den notwendigen technischen Geräten für eine kontinuierliche Überwachung der wichtigen hydrodynamischen Parameter (einschließlich Durchflussmenge und Wasserspiegel) ausgestattet. Anhand dieser lückenlosen Überwachung können wir jedes Risiko erkennen und sofort reagieren, um bei möglichen Problemen dagegen zu steuern und negative Auswirkungen auf das lokale Grundwasserleiter-System zu verhindern.

Inwiefern wurde die sozioökonomische Situation der Bevölkerung noch verbessert, außer dass sie vielen tausenden Menschen Zugang zu sauberem Wasser ermöglicht haben?

Wir wissen, dass rund 50.000 Menschen durch die von uns installierten Brunnen und Aufbereitungsanlagen in den umliegenden Dörfern Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Ein Programm der Lokalregierung für eine bessere Trinkwasserversorgung in der Punjab-Region unterstützen wir mit technischer Expertise. Ein Programm der staatlichen Umweltagentur EPA für Umwelt- und Ressourcenschutz in der Großregion Islamabad unterstützen wir mit einem größeren Geldbetrag. Rund 5000 Schulkinder und 100 Lehrer haben wir mit unserem Programm zur Sensibilisierung mit dem Umgang mit Wasser erreicht. Und das Werk in Sheikapura arbeitet bereits nach dem Standard der Alliance for Water Stewardship, der neben vorbildlichem Management der Wasserquelle auch die enge Einbeziehung von lokalen Interessen beim Betrieb des Werkes umfasst.

Der Film „Bottled Life“ zeigt auch ein Beispiel, in dem Nestlé in einem Naturschutzgebiet in Maine in den USA Wasser für die Abfüllung fördern wollte und sich auf Druck der Bevölkerung zurückgezogen hat. Stimmt das?

Nestlé hat hier mit behördlicher Genehmigung Probebohrungen vorgenommen. Bei jeder Erschließung einer möglichen Quelle gehört die genaue Untersuchung dazu, welche Risiken eine mögliche Wasserentnahme mit sich bringen könnte. In diesem Fall hat sich Nestlé gegen eine Wasserentnahme entschieden, weil die verfügbare Wassermenge für die Entwicklung einer Quelle zur Förderung von Quellwasser nicht ausreichend war.

Ist Nestlé für die Senkung des Grundwasserspiegels in Pakistan verantwortlich?

Aktuelle Studien zu hydrologischen Situation um den Nestlé Wasserabfüllbetrieb in Sheikhupura, Pakistan, bestätigen, dass das Werk keinen erkennbaren Einfluss auf die Grundwasserstände in dem Wassereinzugsbereich hat. Im Gegensatz zu den Tausenden von Brunnen, die von anderen Wassernutzern in der Region betrieben werden, werden die zwei Brunnen unseres Werkes in Sheikhupura Werk kontinuierlich überwacht. Diese Überwachung stellt sicher, dass die von uns genutzte wasserführende Schicht nicht beeinträchtigt wird. Die überwiegende Mehrheit des Grundwassers in der Region wird für die Landwirtschaft (> 95%) verwendet, oft ohne jede Kontrolle.

Wir haben uns zu einem verantwortlichen Umgang mit Wasser verpflichtet. Das Nestlé Commitment on Water Stewardship bringt zum Ausdruck, wie wir uns für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser engagieren. So führen wir grundsätzlich an unseren Standorten wissenschaftlich abgesicherte Untersuchungen durch, um mögliche Auswirkungen unserer Aktivitäten auf das Recht auf Wasser der umliegenden Gemeinden und auf die langfristige Verfügbarkeit von Wasserressourcen zu untersuchen.

Wir arbeiten auch an der kontinuierlichen Verbesserung unserer Wassereffizienz in unserem Unternehmen. Wir glauben, dass die Wasserprobleme vor Ort nicht durch einen einzelnen Akteur gelöst werden können, und wir arbeiten mit anderen lokalen Akteuren zusammen, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zu erreichen.

Wir sind uneingeschränkt der Meinung, dass der Zugang zu Wasser ein Menschenrecht ist: Alle Menschen haben das Recht auf sauberes Wasser, um ihrer Flüssigkeitszufuhr und grundlegenden Hygiene nachkommen zu können. Dies spiegeln unsere Unternehmensgrundsätze wider, und der Umgang mit Wasser und ist auch ein Schwerpunktthema in unserer Strategie der Gemeinsamen Wertschöpfung. Beispielsweise hat Nestlé Pakistan umliegenden Gemeinschaften sieben Wasserfilteranlagen zur Verfügung gestellt, um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser zu unterstützen. Von drei dieser Wasserfilteranlagen profitieren mehr als 20.000 Menschen in der unmittelbaren Nähe unseres Sheikhupura Werks.

Warum haben Sie die Interviews zu Bottled Life abgelehnt?

Wie wir bereits damals gesagt haben, hatten wir bei ersten Gesprächen den Eindruck, dass der Film einseitig ausfallen und Nestlé und die Mitarbeiter nicht fair darstellen würde. Dieser Eindruck hat sich ja auch bestätigt.