Wir sind Unterwegs Nach Besser – weniger Plastikverpackung.
Plastik raus, Papier rein? Gar nicht so einfach
Seit 2021 kommen unsere Smarties komplett in Papier zu dir. Warum wir so lange daran gearbeitet haben? Nun, weil wir die charakteristische Rolle praktisch „neu erfinden“ mussten. Papiersorten testen. Neun Monate lang Anlagen um-, ein- und neu aufstellen. Mit Maschinenherstellern fachsimpeln. Ein echter Kraftakt. Und ein echter Erfolg: Wir sparen weltweit rund 250 Millionen Kunststoffverpackungen pro Jahr, freuen uns über die Auszeichnung mit dem Nachhaltigkeitspreis[1] – und du kannst noch einfacher recyceln.
Verpackungen neu denken
Warum brauchen wir überhaupt Verpackungen? Gute Verpackungen sorgen dafür, dass unsere Lebensmittel hygienisch-sicher zu Hause ankommen – und länger frisch bleiben. Ergebnis: weniger Lebensmittelverschwendung. Die Umstellung von Plastik auf Papier ist aber nur ein Baustein von vielen. Einfach gesagt: Was für Schokolinsen funktioniert, muss für Veggie-Burger anders gedacht werden. Oder für Kakaopulver. Oder Babynahrung… Rund 50 Expert:innen am Nestlé Institute of Packaging Sciences machen genau das.
Tonnenweise weniger „für die Tonne“
Seit 2018 konnten wir weltweit 1,1 Millionen Tonnen Verpackungsmaterial einsparen. Zudem investieren wir weltweit gut 2 Milliarden Euro bis 2025 in eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoff und arbeiten an Möglichkeiten, um mehr recycelte Kunststoffe sicher für Lebensmittel zu machen. Die gute Nachricht: Auch hier macht die Technik Fortschritte. Und wir genauso. Unser Ziel: Bis 2025 machen wir mehr als 95% unsere Verpackungen weltweit recyclingfähig oder wiederverwendbar. In Deutschland liegen wir schon heute bei 97% bei allen Verpackungsmaterialien.
„Das Ziel ist klar: Wir wollen insgesamt weniger Verpackungsmaterial verwenden. Und das, was wir verwenden, recyclingfähig oder wiederverwendbar machen. Klar ist auch: Es gibt nicht die eine Lösung für alles. Aber schon viele gemeinsame Fortschritte.“
1. Weniger Verpackungen
Weltweit wollen wir den Einsatz von Neuplastik bis 2025 um ein Drittel senken. Wie? Durch weniger Verpackungen. Und bessere. Wenn eine 0,5 g/cm „dicke“ Verpackung auch mit 0,4 g/cm genauso stabil sein kann, spart dieser hauchfeine Unterschied schon 20%. Unsere Nescafé Dolce Gusto Kaffee-Kapseln sind z.B. dünner geworden. 2022 haben wir das Gewicht unserer gesamten Produktverpackungen um 200.000 Tonnen reduziert – so viel wie 1.000 Blauwale[2]. Unsere Emissionen haben wir damit um 280.000 Tonnen reduziert.
2. Bessere Verpackungen
Noch Ende 2022 kam 7,7% unseres eingesetzten Kunststoffs aus recyceltem Material. Bis Ende 2025 wollen wir unseren Einsatz von Neukunststoff um 30% reduzieren (im Vergleich zu 2018). Dieses Ziel erreichen wir durch optimierte Verpackungen, Wechsel auf alternative Materialien und durch den erhöhten Einsatz von recyceltem Kunststoff.
3. Bessere Kreislaufsysteme
Womit wir bei einem der wichtigsten Punkte wären, hierzulande auch bekannt als „Grüner Punkt“: den Kreislaufsystemen für Recycling und Wiederverwertung. Wo in der Welt solche Systeme (noch) nicht existieren, unterstützen wir passende Infrastrukturen. Wenn das (noch) nicht geht, finden wir andere Lösungen. Damit Wertstoffe im Kreislauf bleiben, überall. Damit keine Verpackung in der Umwelt landet, nirgends.
Übrigens:
2019 haben wir die Spitze beim Neukunststoff-Verbrauch und Kohlenstoffemissionen überschritten – trotz wachsenden Geschäfts. Jetzt heißt es dranbleiben: weniger Verpackungen verwenden, bessere Verpackungen entwickeln und das Abfallmanagement verbessern.
Wo stehen wir heute?
Was ist der nächste Schritt? Bis 2022 haben wir die Anzahl unserer Verpackungen um 14 Milliarden Stück reduziert. Und wir suchen weiter nach Einsparmöglichkeiten: zum Beispiel, indem wir auf Plastikdeckel verzichten, schwer zu recycelnde Verpackungsschichten und Folien ersetzen oder Nachfülllösungen anbieten wie bei unserem Nescafé.
Probieren, studieren und kooperieren:
Das Nestlé Verpackungsinstitut ist das erste Forschungsinstitut seiner Art in der Lebensmittelindustrie. 2019 gegründet, forschen hier rund 50 Expert:innen an der Entwicklung der nächsten Generation nachhaltiger Verpackungen und Verpackungssysteme.
Was im Labor eine gute Idee ist, muss auch im echten Leben funktionieren. Im kleinen Maßstab testen wir dazu, was einmal in großem Maßstab funktionieren könnte. Zum Beispiel im Rahmen unseres Projekts mit dem Start-Up Circolution: ein hygienisch-sicheres Pfand-Behälter-System (sogenanntes „Re-Use“, also zur Wiederverwendung geeignet), das Einwegverpackungen überflüssig macht.
Übrigens:
In Deutschland investieren wir auch in bessere Umverpackungen, die während des Transports zum Einsatz kommen. In den Werken in Singen und Neuss sichert das Team Verpackungen auf einem Tray mit einer Schrumpffolie, die zur Hälfte aus Rezyklaten besteht. 10% des Rezyklats wird aus dem Gelben Sack gewonnen – eine gemeinsame Entwicklung mit dem „Grünen Punkt“ und dem Verpackungslieferanten Papier Mettler.
Wo stehen wir heute?
Was ist der nächste Schritt? Wo immer möglich, nehmen wir bestehende Verpackungen unter die Lupe. Und testen Alternativen, zum Beispiel auch wiederverwendbare und Nachfülllösungen: Seit 2018 haben wir mehr als 20 solcher Pilotprojekte in 12 Ländern umgesetzt.
Plastik gehört in den Kreislauf, nicht in die Natur.
Was die blaue Tonne für Papier, ist die Gelbe Tonne (oder der Gelbe Sack) für Verpackungen aus Kunststoffen, Metallen und Verbundmaterialien: der direkte Weg ins Recycling und Verwerten. Damit dieser Weg ein Kreislauf ist, braucht es zwei Dinge: ein recyclinggerechtes Verpackungsdesign (dafür sorgen wir) und effiziente Sammel-, Sortier- und Recyclingsysteme (das macht zum Beispiel der „Grüne Punkt“).
So funktionieren die Dualen Systeme in Deutschland:
- Hersteller wie wir melden grammgenau je Materialart die Gesamtmenge unserer Verpackungen, die du im Regal findest, und bezahlen Lizenzentgelte an das duale System, in unserem Fall den „Grünen Punkt“.
- Die dualen Systeme in Deutschland organisieren die bundesweite Sammlung, Sortierung und Verwertung der gebrauchten Verkaufspackungen.
- In den Sortieranlagen werden die Verpackungen nach Materialart getrennt und anschließend für die Verwertung zu Recycling-Unternehmen gebracht.
Übrigens:
Wie vorgeschrieben, sind alle unsere Verpackungen, die du in Deutschland kaufen kannst, über den Grünen Punkt lizensiert. Um also bestmöglich zu recyceln, musst du nur die richtige Tonne treffen – und wir übernehmen den Rest.
Wo stehen wir heute?
Was ist der nächste Schritt? Die (Weiter-)Entwicklung der Sammel-, Sortier- und Recyclinginfrastrukturen ist ein Schlüsselelement auf dem Weg zu nachhaltigeren Verpackungen. Gemeinsam mit dem „Grünen Punkt“ testen wir zum Beispiel, wie Sortieranlagen noch besser sortieren können.
Kurz gefragt, kurz gesagt
Für Faktenhungrige
[1] Nachhaltigkeitspreis für Smarties
[2] Der Blauwal
[3] Der Grüne Punkt