Wie wir Risiken für die Menschenrechte erkennen und angehen
Faire Lebensgrundlagen und menschenwürdige Arbeit für Menschen entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette sind wichtige Voraussetzungen für den Übergang zu regenerativen Ernährungssystemen. Unser Human Rights Framework und unsere Roadmap bilden die Grundlage dafür, wie wir auf dieses Ziel hinarbeiten.
Wir verpflichten uns, die Menschenrechte entlang unserer Wertschöpfungskette zu achten und zu fördern, indem wir unsere Größe nutzen, um Bewusstsein zu schaffen, Kapazitäten bei unseren Kolleg:innen und Geschäftspartner:innen aufzubauen und Gemeinschaften und Einzelpersonen zu unterstützen. Wir haben Menschenrechte in unsere Unternehmensstrukturen und in unsere Richtlinien integriert, um sicherzustellen, dass bei der Entscheidungsfindung die Auswirkungen auf die Menschenrechte berücksichtigt werden und dass wir den internationalen Standards und regulatorischen Rahmenbedingungen entsprechen.
Wichtige Begriffe erklärt
Regenerative Ernährungssysteme voranbringen
Unser Ziel, regenerative Ernährungssysteme in großem Maßstab voranzubringen, bedeutet:
- Vorantreiben durch eine aktive Rolle: Wir bringen unsere Perspektive ein und arbeiten mit anderen Akteuren zusammen, um positive Entwicklungen zu unterstützen.
- Regenerativ, um landwirtschaftliche Flächen und Landschaften zu erhalten und wiederherzustellen.
- Ernährungssysteme umfassen alle Beteiligten, Aktivitäten, Prozesse und Produkte rund um das Erzeugen, Verarbeiten, Verpacken, Verteilen und Konsumieren von Lebensmitteln sowie den Umgang mit Lebensmitteln und lebensmittelbezogenen Abfällen.
- In großem Maßstab, weil Planet, Gemeinschaften und Menschen einen globalen, systemischen Wandel benötigen.
Erfahre mehr zum Thema regenerative Ernährungssysteme.
Potenzielle Menschenrechtsverletzungen frühzeitig erkennen
¹ Betrifft nur Côte d’Ivoire und Ghana. Beinhaltet Massenbilanz.
² Beachte, dass sich die Berichtsgrenze dieses KPI von den übrigen hier berichteten nicht-THG-ESG-KPIs unterscheidet, da Nestlé Waters & Premium Beverages ausgeschlossen ist. Den genauen abgedeckten Umfang findest du in Appendix 1 im Non-Financial Statement (pdf in englischer Sprache, 12Mb).
Erfahre mehr im Abschnitt Social Disclosures unseres 2025 Non-Financial Statement (pdf in englischer Sprache, 12Mb).
Unser Human Rights Framework und unsere Roadmap
Unser Human Rights Framework und unsere Roadmap zielen darauf ab, unser Maß an Sorgfaltspflichten entlang unserer Wertschöpfungskette zu stärken und gleichzeitig unsere positive Wirkung vor Ort in unseren Bemühungen im Bereich regenerativer Ernährungssysteme zu erhöhen. Indem wir auf unsere langjährige Erfahrung bei der Verankerung von Menschenrechten in unserem Unternehmen sowie bei der Bewertung von Menschenrechtsrisiken vor Ort aufbauen, schafft unser Framework die Grundlage für einen strategischen Ansatz. Es unterstützt uns dabei, unsere Bemühungen zu skalieren, menschenrechtliches Wissen und Bewusstsein bei Kolleg:innen und Geschäftspartner:innen weiterzuentwickeln und unsere Erfolge zu überwachen, um offen mit den Herausforderungen umzugehen, vor denen wir stehen.
Unsere wesentlichen Themen verstehen
Unsere wesentlichen Themen sind die Menschenrechtsthemen, bei denen wir die größten Risiken negativer Auswirkungen auf Menschen identifiziert haben. Sie werden durch Menschenrechts-Folgenabschätzungen (HRIAs) geprägt, die zwischen 2009 und 2017 durchgeführt wurden, sowie durch die Methodik zur Bewertung von Menschenrechtsrisiken (HRRA), die wir im Verlauf von 2020 und 2021 entwickelt haben. Sie werden zudem durch unsere Audit-, Monitoring- und Beschwerdemechanismen sowie entsprechende Prozesse geprägt. Unser neues Human Rights Steering Committee überwacht und steuert die strategische Ausrichtung und die Umsetzung unserer Salient Issue Action Plans.
Unsere 10 wesentlichen Themen sind:
- Kinderarbeit und Zugang zu Bildung
- Zwangsarbeit und verantwortungsvolle Rekrutierung
- Existenzsicherndes Einkommen und existenzsichernder Lohn
- Geschlechtergerechtigkeit, Nichtdiskriminierung und Nichtbelästigung
- Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz
- Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen
- Recht auf Wasser und Sanitärversorgung
- Landrechte indigener Völker und lokaler Gemeinschaften
- Datenschutz und Privatsphäre
- Recht auf Nahrung und Zugang zu nahrhaften, erschwinglichen und angemessenen Ernährungsweisen
Maßnahmenpläne für wesentliche Themen
Wir haben Maßnahmenpläne für unsere zehn wesentlichen Themen entwickelt. Diese Pläne formulieren unsere Strategie zur Verankerung, Bewertung, Bearbeitung und Berichterstattung zu jedem wesentlichen Thema und definieren, was wir entlang unserer Wertschöpfungskette tun müssen sowie welche gemeinsamen Maßnahmen ergriffen werden können. Wir haben diese Maßnahmenpläne umgesetzt und in unsere globalen Programme und Beschaffungsstrategien integriert (einschließlich des Nestlé Cocoa Plan, des Nescafé Plan 2030 und des Nespresso AAA Sustainable Quality TM Program).
Einbindung von Stakeholder:innen vor Ort
Wir erkennen an, wie wichtig es ist, Stakeholder:innen zuzuhören und sie zu konsultieren – einschließlich der besonders gefährdeten Gruppen bei Themen, die sie betreffen. Während wir unsere Maßnahmenpläne umsetzen, wollen wir uns entlang unserer Wertschöpfungskette in sinnvoller Weise mit Stakeholder:innen austauschen, darunter Lieferant:innen, Geschäftspartner:innen, Arbeiter:innen und Landwirt:innen in unseren Lieferketten sowie lokale Gemeinschaften und mit unseren Konsument:innen. Besondere Aufmerksamkeit schenken wir Einzelpersonen oder Gruppen, die aufgrund ihrer Vulnerabilität oder Marginalisierung einem größeren Risiko ausgesetzt sein können,darunter Wanderarbeiter:innen, Kinder, Frauen und Mädchen, Geschlechterminderheiten, ethnische und rassische Gruppen sowie indigene Völker und lokale Gemeinschaften. Dadurch verbessern wir unser Verständnis der Ursachen von Menschenrechtsthemen und können Programme entwickeln, um Risiken vor Ort zu bewerten und anzugehen.
Bedenken äußern
Im Einklang mit unserem Code of Business Conduct ermutigen wir alle in der Organisation, sich zu jedem Thema offen zu äußern, einschließlich Bedenken oder des Verdachts auf rechtswidriges Verhalten. Dazu gehören Korruption und Bestechung, Belästigung, Diskriminierung, Betrug, Interessenkonflikte oder jede andere potenzielle Nicht-Compliance sowie jeder Vorfall und/oder jedes Verhalten, das gegen unsere Werte, die Corporate Business Principles (pdf in englischer Sprache, 1.2Mb), Code of Business Conduct (pdf in englischer Sprache, 7Mb) und die Gesetze und Vorschriften an den Orten, an denen wir tätig sind, verstößt.
Speak Up (für Deutschland Speak Up) ist unsere globale Plattform, die sowohl für unsere Mitarbeitenden als auch für externe Stakeholder:innen zugänglich ist. Sie ermöglicht es, Themen vertraulich und auf Wunsch anonym zu melden und stellt sicher, dass Bedenken professionell behandelt werden. Darüber hinaus ermöglicht die Plattform die Meldung von Nicht-Compliance-Bedenken.
Aufbauend auf diesem Engagement haben wir 2024 den Grievance-Management-Prozess für die Lieferkette eingeführt, um die bestehenden Prozesse weiter zu stärken und ein wirksames Verfahren für die Bearbeitung von Beschwerden im Zusammenhang mit jedem Lieferanten zu etablieren, von dem wir kaufen, ob direkt oder indirekt.
Menschenrechtliche Sorgfaltspflicht ist nicht nur eine Frage der Compliance. Wenn sie wirksam umgesetzt wird, kann sie dazu beitragen, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ihrer Bewältigung zu unterstützen.