Die fünf Zukunftsbilder der Ernährung im Jahr 2040

Fünf Zukunftsbilder für die Ernährung von morgen

Wie könnte Ernährung im Jahr 2040 aussehen? Die Nestlé Zukunftsstudie beschreibt fünf unterschiedliche Zukunftsbilder. Sie reichen von einer genussorientierten Esskultur über präventive Gesundheitsvorsorge bis hin zu KI-gestützter Convenience und datenbasierter Selbstoptimierung. Die Zukunftserwartung sind keine Prognosen. Sie zeigen unterschiedliche Antworten auf dieselben Herausforderungen: Klimawandel, Künstliche Intelligenz und Gesundheitsvorsorge. 

Zur Studie

  • 1.581 Befragte (repräsentativ) 
  • 14 Branchen-Experten 
  • In Kooperation mit Bonsai & Zukunftsforscher P. Wippermann

Auf einen Blick

  • Die Studie beschreibt fünf plausible Ernährungswelten, die parallel existieren können. 
  • „Genuss & Gemeinschaft“ ist mit 69 Prozent das beliebteste Zukunftsbild. 
  • „Klimarealismus“ halten 71 Prozent für das wahrscheinlichste Zukunftsbild. 
  • Gesundheitsvorsorge entwickelt sich vom guten Vorsatz zu einem zentralen Motiv der Ernährung. 
  • Künstliche Intelligenz spielt in allen Zukunftsbildern eine wichtige Rolle, wird aber unterschiedlich intensiv genutzt. 

Es gibt nicht die eine Zukunft der Ernährung

Die Nestlé Zukunftsstudie macht deutlich: Die Zukunft der Ernährung wird nicht von einem einzelnen Trend geprägt. Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse, Prioritäten und Lebensstile. Deshalb entstehen unterschiedliche Ernährungswelten, die nebeneinander existieren können. 

Alle fünf Zukunftsbilder werden von denselben drei Megakräften beeinflusst: Klimawandel, Künstliche Intelligenz und Gesundheitsvorsorge. Sie unterscheiden sich jedoch darin, welche Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen und wie Menschen mit den Veränderungen umgehen.

Zwei Menschen kochen gemeinsam: Zukunftsbild Genuss & Gemeinschaft bei der Ernährung

Genuss & Gemeinschaft

„Essen ist Lebensqualität und Erlebnis“

Stell dir vor: Es ist 2040 und Essen bleibt Ausdruck von Lebensqualität und Gemeinschaft. Qualität, Genuss und Geschmack stehen im Mittelpunkt. Mahlzeiten sind mehr als Nahrungsaufnahme, sie sind soziale Erlebnisse. KI macht Vorschläge und inspiriert, die Entscheidung triffst du jedoch selbst.

In diesem Zukunftsbild pflegen die Menschen eine genussvolle und gemeinschaftliche Esskultur. Hochwertige Lebensmittel, frisch zubereitete Mahlzeiten und gemeinsame Essenserlebnisse haben einen hohen Stellenwert. Das bewusste Einkaufen bleibt Teil des Genusserlebnisses. Technologie unterstützt, steht aber nicht im Mittelpunkt. 

Die Zukunftsvision spricht einen grundlegenden Wunsch vieler Menschen an. Essen wird nicht nur als Versorgung verstanden, sondern als Quelle von Lebensqualität, sozialem Austausch und Genuss. Es bewahrt das, was viele auch für die Zukunft als unverzichtbar ansehen: guten Geschmack und gemeinsame Momente. 

Mit 69 Prozent Zustimmung ist „Genuss & Gemeinschaft“ das beliebteste Zukunftsbild der Studie. 66 Prozent freuen sich auf eine solche Zukunft, 67 Prozent halten sie für gut umsetzbar. Besonders bemerkenswert: 62 Prozent der Befürworter sehen gemeinsame Mahlzeiten als wichtigen Bestandteil von Lebensqualität. 

Frau trinkt frischen Smoothie: Zukunftsbild Preventive Health zur Gesundheitsvorsorge

Preventive Health

„Gesundheit als Kompass“

Stell dir vor: Ernährung ist im Jahr 2040 ein zentraler Baustein deiner Gesundheitsvorsorge. Auf Basis deiner aktuellen Gesundheitsdaten und Bedürfnisse schlägt ein KI-System passende Mahlzeiten und Nahrungsergänzungen vor, die der Prävention und dem Erhalt deiner Gesundheit dienen.

In dieser Ernährungswelt orientieren sich Menschen stärker an ihrer langfristigen Gesundheit. Ernährung wird gezielt eingesetzt, um Krankheiten vorzubeugen, Vitalität zu erhalten und möglichst lange gesund zu leben. Gesundheit wird nicht erst dann relevant, wenn Beschwerden auftreten, sondern zum aktiven Bestandteil des Alltags. 

Digitale Gesundheitsdaten, Vorsorgeuntersuchungen und intelligente Systeme unterstützen dabei, individuelle Empfehlungen zu geben. Die klassische Vorstellung von einer allgemeinen Ernährungsempfehlung für alle verliert an Bedeutung. Stattdessen entstehen zunehmend personalisierte Lösungen, die sich an individuellen Bedürfnissen orientieren. 

Dieses Zukunftsbild steht für einen grundlegenden Wandel: Aus dem Wunsch, gesund zu essen, wird das Ziel, aktiv in die eigene Gesundheit zu investieren. Ernährung wird zu einer Form persönlicher Zukunftsvorsorge. 

78 Prozent der Befragten bewerten dieses Zukunftsbild als fortschrittlich. Besonders stark spricht es Millennials sowie Menschen an, die ihre wirtschaftliche Situation positiv einschätzen. 

Gemüseeinkauf in Stofftasche: Zukunftsbild Klimarealismus und nachhaltiger Konsum

Klimarealismus

„Pragmatische Ernährung unter Klimadruck“

Stell dir vor: Der Klimawandel bestimmt mit, was 2040 auf den Tisch kommt. Extreme Wetterereignisse und knapper werdende Ressourcen prägen den Alltag. Du hast deine Ernährung pragmatisch umgestellt und greifst häufiger zu pflanzlichen und alternativen Produkten. KI hilft dabei, Engpässe zu erkennen und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

Dieses Zukunftsbild beschreibt eine Welt, in der sich die Auswirkungen des Klimawandels direkt auf die Ernährung auswirken. Extreme Wetterlagen, knapper werdende Ressourcen und volatilere Preise verändern die Verfügbarkeit von Lebensmitteln. Ernährung wird stärker von den tatsächlichen Rahmenbedingungen geprägt. 

Die Menschen reagieren darauf jedoch nicht mit Resignation. Stattdessen zeichnet die Studie ein Bild von Anpassungsbereitschaft und Pragmatismus. Wer sich auf Veränderungen einstellt, sucht nach Lösungen, die weiterhin Genuss und Lebensqualität ermöglichen. 

Alternative Rohstoffe und pflanzenbasierte Angebote gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig helfen technologische Lösungen dabei, Ressourcen effizienter zu nutzen und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. 

Mit 71 Prozent wird „Klimarealismus“ als das wahrscheinlichste Zukunftsbild bewertet. Für viele Menschen ist Klimawandel längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern eine neue Realität, auf die sich Gesellschaft und Ernährungssysteme einstellen müssen. 

Mann nutzt Smartphone zur automatisierten Einkaufsplanung: Zukunftsbild Seamless Convenience

Seamless Convenience

„Ernährung im Autopilot“

Stell dir vor: Ernährung ist 2040 etwas, das nicht nur schmeckt, sondern auch schnell, einfach und ohne viel Aufwand funktioniert. Ein KI-System kümmert sich um alles: Von der Auswahl bist zum Einkauf.

In diesem Zukunftsbild steht maximale Bequemlichkeit im Mittelpunkt. Ernährung soll zuverlässig funktionieren und möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen. Viele Aufgaben rund um Planung, Einkauf und Versorgung werden automatisiert. 

Künstliche Intelligenz übernimmt einen Großteil organisatorischer Entscheidungen. Die Menschen delegieren mehr Verantwortung an intelligente Systeme und gewinnen dadurch Zeit für andere Bereiche ihres Lebens.

Gesundheit bleibt wichtig, rückt im Alltag jedoch häufiger in den Hintergrund. Wenn gesundheitliche Probleme auftreten, werden medizinische Lösungen stärker akzeptiert und genutzt. 

Besonders Menschen, die bereits heute intensiv digitale Technologien nutzen, können sich mit diesem Zukunftsbild identifizieren. 59 Prozent der Befürworter erwarten beispielsweise eine Zukunft mit autonomen 24/7-Geschäften. 55 Prozent gehen davon aus, dass Medikamente oder Spritzen zur Gewichtsregulation stärker genutzt werden. 

Person analysiert Daten am Laptop: Zukunftsbild Bio-Hacking zur datenbasierten Selbstoptimierung

Bio-Hacking

„Ernährung als High-Tech-Performance“

Stell dir vor: Der Tag beginnt, bevor du wach bist. Mithilfe deines persönlichen digitalen Zwillings hat die KI bereits die optimale Kombination aus Energie und Nährstoffen für dein Frühstück ausgewählt. Ernährung ist vollständig auf deine individuellen Bedürfnisse abgestimmt und wird kontinuierlich angepasst.

Das visionärste Zukunftsbild beschreibt eine Welt, in der Ernährung konsequent auf Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit ausgerichtet wird. Hyperpersonalisierte Ernährung und kontinuierliche Datenerfassung bilden die Grundlage für individuelle Entscheidungen. 

Künstliche Intelligenz analysiert laufend Gesundheitsdaten und übernimmt einen großen Teil der Ernährungsplanung. Lebensmittel werden zunehmend funktional und auf spezifische körperliche Bedürfnisse zugeschnitten.

Ziel ist es, das persönliche Potenzial möglichst umfassend auszuschöpfen und die eigene Leistungsfähigkeit langfristig zu optimieren. Ernährung wird damit Teil eines datenbasierten Gesundheitsmanagements. 

63 Prozent finden dieses Zukunftsbild fortschrittlich. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele Menschen genau hier die größte Spannung zwischen technischem Fortschritt und persönlicher Kontrolle wahrnehmen. 

Was die fünf Zukunftsbilder gemeinsam haben

Die fünf Zukunftsvisionen unterscheiden sich deutlich. Dennoch verbindet sie eine zentrale Erkenntnis: Die Erwartungen an Ernährung steigen weiter. Essen soll künftig mehr leisten als heute. Es soll Genuss ermöglichen, Gesundheit fördern, Orientierung geben, den Alltag erleichtern und auf neue gesellschaftliche Herausforderungen reagieren. 

Die Zukunft der Ernährung wird deshalb nicht von einem einzelnen Trend geprägt. Sie entsteht im Zusammenspiel von Klimawandel, Künstlicher Intelligenz, Gesundheitsvorsorge und den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen. Genau diese Vielfalt machen die fünf Zukunftsbilder sichtbar. 

Fazit

Die Nestlé Zukunftsstudie beschreibt keine einzige Ernährungszukunft. Sie zeigt fünf unterschiedliche Wege, wie Menschen im Jahr 2040 essen, einkaufen und ihre Gesundheit gestalten könnten. Manche setzen vor allem auf Genuss und Gemeinschaft, andere auf Vorsorge, Komfort, Anpassung oder technologische Optimierung. 

Gemeinsam machen die fünf Zukunftsbilder deutlich: Die Zukunft der Ernährung wird vielfältiger, individueller und anspruchsvoller. Was sich jedoch durch alle Zukunftsbilder zieht, ist der Wunsch, sich auch in einer Welt voller Veränderungen eines zu bewahren: gutes Essen, das Genuss, Lebensqualität und Gemeinschaft ermöglicht.

Mehr Hintergründe zu den Megatrends und der repräsentativen Methodik finden Sie in der Gesamtübersicht zur Zukunftsstudie 2040.

Grafik Gesundheit, Balance und Soziale Nähe

Hintergrund & Methodik: Die Studie wurde gemeinsam mit der Agentur Bonsai und Prof. Peter Wippermann durchgeführt. 

Erfahren Sie hier mehr zur repräsentativen Methodik der Zukunftsstudie 2040.

Häufig gestellte Fragen zu den Nestlé Zukunftsbildern 2040

Die Ernährung in der Zukunft dürfte vielfältiger und individueller werden. Anstatt einer einzelnen Entwicklung fasst die Studie die verschiedenen Lebenswelten in fünf Zukunftsbildern zusammen: Je nach Bedürfnissen stehen Genuss und Gemeinschaft, präventive Gesundheitsvorsorge, die Anpassung an Klimafolgen, einfache Alltagslösungen oder datenbasierte Selbstoptimierung im Vordergrund.

Wie die Ernährung in der Zukunft aussehen kann, beschreibt die Studie anhand von fünf Zukunftsbildern: „Genuss & Gemeinschaft“, „Preventive Health“, „Klimarealismus“, „Seamless Convenience“ und „Bio-Hacking“. Jedes Zukunftsbild setzt unterschiedliche Schwerpunkte bei Genuss, Gesundheit, Klima, Komfort und Technologie.

Ja. Wenn wir auf die Ernährung in der Zukunft blicken, sind die fünf Zukunftsbilder keine sich gegenseitig ausschließenden Alternativen. Je nach Lebenssituation, Bedürfnissen und technischer Entwicklung können Elemente mehrerer Bilder gleichzeitig Teil des Ernährungsalltags sein.

KI könnte Menschen bei Ernährungsplanung, Produktauswahl und Einkauf unterstützen und künftig auch einzelne Aufgaben selbstständig übernehmen. Die Studie zeigt jedoch, dass die Einstellungen dazu unterschiedlich sind: Während einige Menschen eine solche Entlastung begrüßen, befürchten andere Kontrollverlust, Fremdbestimmung und mangelnde Datentransparenz.

Viele Menschen erwarten, dass Klimawandel, Extremwetter und knappere Ressourcen ihre Ernährung beeinflussen werden. Bevorzugt wird jedoch ein Zukunftsbild, in dem Genuss, gemeinsames Essen und selbstbestimmte Entscheidungen im Mittelpunkt stehen. Wahrscheinlichkeit und persönliche Präferenz messen daher unterschiedliche Dinge.

Im Zukunftsbild „Preventive Health“ steht Ernährung vor allem im Zeichen der Gesundheitsvorsorge. Ziel ist es, die Gesundheit zu erhalten und Krankheiten vorzubeugen. „Bio-Hacking“ geht einen Schritt weiter: Hier werden Körperdaten und Künstliche Intelligenz genutzt, um Ernährung und Leistungsfähigkeit möglichst individuell zu optimieren.

„Seamless Convenience“ beschreibt ein Zukunftsbild, in dem Planung, Auswahl und Einkauf weitgehend automatisiert werden. KI übernimmt organisatorische Aufgaben, damit Ernährung schnell, einfach und mit möglichst wenig Aufwand funktioniert.

Im Zukunftsbild „Bio-Hacking“ steht der digitale Zwilling für ein datenbasiertes digitales Abbild individueller körperlicher Bedürfnisse. KI könnte diese Daten nutzen, um Mahlzeiten und Nährstoffzufuhr fortlaufend anzupassen. Es handelt sich dabei um ein Zukunftsbild, nicht um eine Aussage, dass eine solche Anwendung bereits allgemein verfügbar ist.