GermanZero und Unternehmen gründen Klima-Allianz für mehr Transparenz in der Lebensmittelindustrie

FRoSTA, mymuesli, Nestlé Deutschland und Oatly entwickeln gemeinsam mit GermanZero Standards zur CO2e-Kennzeichnung
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Berlin, 14. September 2021. Die Klimaschutzorganisation GermanZero und ein Zusammenschluss von Lebensmittelunternehmen geben heute die Gründung einer Transparenz-Initiative für CO2e-Emissionen in der Lebensmittelindustrie bekannt. Unter dem Namen „Together for Carbon Labelling“ verpflichten sich FRoSTA, mymuesli, Nestlé Deutschland und Oatly zur Entwicklung einheitlicher Standards zur CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln. Unter der Koordination von GermanZero, die von der Global Impact Alliance und COBIOM unterstützt werden, sollen Lösungen für mehr Transparenz in der Lebensmittelindustrie erarbeitet werden.

Die Transparenz-Initiative „Together for Carbon Labelling“ baut auf einer von 57.067 Bürger*innen unterzeichneten Petition zur gesetzlichen CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln auf, die von Oatly initiiert und von zahlreichen Lebensmittelunternehmen und Organisationen unterstützt wurde. Vor genau einem Jahr, am 14. September 2020, wurde die Petition öffentlich im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages debattiert. Da bislang keine Antwort vom Bundestag vorliegt, übernehmen die Unternehmen nun Verantwortung. Ziel der Initiative ist es, die Rahmenbedingungen und Kriterien für die CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln zu identifizieren. Auf dieser Grundlage soll ein umsetzbarer, vereinheitlichter und kontrollierbarer Standard erarbeitet werden. Die Basis der Zusammenarbeit bildet ein Code of Conduct, dem sich alle Projektpartner*innen verpflichten. Ein wissenschaftlicher Beirat aus Expert*innen soll zukünftig eine beratende Funktion einnehmen und die Projektpartner*innen in ihren Entscheidungen unterstützen.

GermanZero begleitet die Initiative und nimmt eine neutrale Vermittlungsposition ein, um zu gewährleisten, dass die vereinbarten Ziele und Standards eingehalten werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass sich die Unternehmen den Interessen der Initiative unterordnen. Die Klimaschutzorganisation trägt außerdem mit Expert*innen dazu bei, eine einheitliche Bemessungsgrundlage der CO2e-Bilanzen zu gewährleisten.

„Transparenz und eine möglichst einfache Etikettierung sind elementar, damit Konsument*innen schnell und richtig entscheiden können. GermanZero stellt hier unabhängige Expertise gerne zur Verfügung. Klimaschutz kann und muss transparent und niedrigschwellig geschehen. Wir sehen, dass die Politik auch hier wieder sehr behäbig ist und nehmen nun das Heft des Handelns selber in die Hand. Aus diesem Grund koordiniert GermanZero die Aktivitäten dieser Kooperation mit klaren Vorgaben für die teilnehmenden Unternehmen”, unterstreicht Dr. Julian Zuber, CEO von GermanZero, die Rolle der Organisation.

„Wir brauchen einen einheitlichen Standard für eine verpflichtende CO2e-Kennzeichnung. UN-Wissenschaftler*innen bestätigen, dass die Umstellung auf eine mehr pflanzliche Ernährung eine der effektivsten Möglichkeiten ist, die Klimaauswirkungen zu reduzieren. Der CO2e-Fußabdruck von Lebensmitteln muss also vergleichbar sein und transparent kommuniziert werden, damit Konsument*innen nachhaltigere Kaufentscheidungen treffen können “, erklärt Tobias Goj, General Manager Oatly Germany.

„Wenn wir eine bewusstere Wahrnehmung für CO2 in Lebensmitteln erreichen wollen, braucht es mehr als einen Foodhersteller im Markt, der sich dafür einsetzt. Es braucht so viele Unternehmen wie möglich, die sich zusammen einsetzen – und einen sinnvollen Standard, der Verbraucher*innen bei jedem Einkauf mit nachvollziehbaren Entscheidungsgrundlagen unterstützt“, ergänzt Wenke Blumenroth, Head of Corporate Communications mymuesli AG.

„Wir berechnen bei FRoSTA bereits seit vielen Jahren die CO2e Fußabdrücke aller unserer Produkte und veröffentlichen sie auf unserer Webseite. Diese Fußabdrücke auf die Verpackung zu drucken macht allerdings bisher für uns keinen Sinn, da es keine einheitliche Berechnungsmethode gibt. Das sollte sich ändern, damit die Verbraucher*innen sich schon beim Einkauf bewusst für klimafreundliche Produkte entscheiden können. Einfach ist das überhaupt nicht, aber zwingend nötig. Und deswegen stellen wir uns mit unseren Partner*innen und externen, wissenschaftlichen Berater*innen gerne dieser Aufgabe”, erklärt Sebastian Bernbacher, Marketing Director FRoSTA.

„Klima- und Umweltschutz kennen keine Grenzen und die Zeit läuft uns davon. Neben unseren eigenen Anstrengungen wollen wir auch Verbraucher*innen dabei unterstützen, klimafreundlichere Entscheidungen zu treffen. Die CO2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln nach wissenschaftlich fundierten Kriterien kann dabei helfen. Langfristig würden wir uns wünschen, dass Lebensmittel nicht nur nach ihrem CO2e-Ausstoß, sondern ganzheitlich im Hinblick auf ihre Umweltauswirkungen gekennzeichnet werden – zum Beispiel wieviel Wasser oder Fläche sie in der Herstellung verbrauchen. Um das zu erreichen, setzen wir uns auch für eine gemeinsame europäische Methodik zur Berechnung der Umweltauswirkungen ein“, sagt Anke Stübing, Head of Sustainability Nestlé Deutschland.

GermanZero ist eine überparteiliche Nichtregierungsorganisation, die das erste vollständige Gesetzespaket schreibt, mit dem Deutschland Klimaneutralität bereits 2035 erreichen kann. Damit dieses Paket vom nächsten Bundestag verabschiedet wird, mobilisiert GermanZero Bürger*innen in ganz Deutschland und führt Gespräche mit politischen Entscheider*innen auf Bundesebene.

Unternehmen, die Teil der Initiative werden wollen, können unter www.together-for-carbon-labelling.de Kontakt zu den Projektkoordinator*innen aufnehmen. Bei Rückfragen oder Interesse an einem Gespräch mit den Projektpartner*innen der Initiative, können Sie sich gern an die folgenden Kontakte wenden:
 

GermanZero: Frank Hilgenfeld, [email protected]

FRoSTA: Friederike Ahlers, [email protected]

mymuesli: Wenke Blumenroth, [email protected]

Nestlé Deutschland: Anke Stübing, [email protected]

Oatly: Sophie Ritter, [email protected]

COBIOM: Paul Hoffmann, [email protected]
 

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[P.R. Shukla, J. Skea, E. Calvo Buendia, V. Masson-Delmotte, H.-O. Pörtner, D. C. Roberts, P. Zhai, R. Slade, S. Connors, R. van Diemen, M. Ferrat, E. Haughey, S. Luz, S. Neogi, M. Pathak, J. Petzold, J. Portugal Pereira, P. Vyas, E. Huntley, K. Kissick, M. Belkacemi, J. Malley, (eds.)]. https://www.ipcc.ch/srccl/