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Nicolas Wahli Portrait

Von Nicolas Wahli, Business Executive Officer Cereal Partners North

Wir alle wissen: Honigbienen erzeugen leckeren Honig. Doch dass diese kleinen Insekten zusammen mit über 560 Wildbienenarten und Vielzahl anderer Insekten einen bedeutenden Beitrag in unserer Umwelt leisten, ist vielen nicht bewusst. Der Großteil der wichtigen, angebauten Pflanzenarten für unsere Ernährung wird durch Insekten bestäubt. Damit sind sie unverzichtbare Bestäuber unserer Kulturpflanzen und tragen wesentlich dazu bei, unsere Nahrungsgrundlage zu sichern. Ihre Bestäubungsleistung berechnen Fachleute als einen volkswirtschaftlichen Nutzen, der weit über die Produktion von Honig hinausgeht. Aber auch die vielen Wildpflanzen wie wilde Möhre, Glockenblumen oder Kamille müssen bestäubt werden, um Samen und Früchte auszubilden. Diese dienen unseren Wildtieren wie Vögeln, Igeln und Co. als Nahrung. Umso bedrohlicher ist es daher, dass der Großteil der Insekten in Deutschland als bestandsgefährdet gilt. 

Lebenswichtige Insekten sind bestandsgefährdet

In den letzten Jahren konnte nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit ein starker Rückgang von Bienen und Co. beobachtet werden. Dem sogenannten Bienensterben liegen unterschiedliche Ursachen zu Grunde: Honig- als auch Wildbienen sind von Pflanzenschutzmitteln, Stickoxiden, Düngemitteln und einer Zerstückelung unserer Landschaft bedroht, denn das führt zu Lebensraumverlusten und Futterknappheit. Da Wildbienen auf sich alleine gestellt sind und nicht wie die Honigbienen über einen Imker oder eine Imkerin verfügen, der oder die sie versorgt, sind die Wildbienen noch stärker gefährdet. Anders als die Honigbienen brauchen Wildbienen neben Blütenpollen, Nektar, Pflanzenharzen und Wasser auch Nistmaterialien wie Blattstückchen oder Pflanzenhaare. Da diese Materialien nicht immer vorhanden sind, ist die Gefahr hoch, dass einzelne Wildbienenarten für immer verschwinden. Zudem gehen durch das häufige Mähen von Wiesen, das Entfernen von Pflanzenhalmen an Ackerrandstreifen sowie durch Straßen- und Häuserbau die Nisträume der Wildbienen verloren. Außerdem sind viele Wildbienen auf bestimmte Pflanzenarten für die Pollen- und Nektaraufnahme spezialisiert. Diese bienenfreundlichen Blüten sind jedoch gerade in urbanen Gebieten nicht ausreichend vorhanden, wodurch die Futtersuche erheblich erschwert wird.

Was wird unternommen, um die Bienen zu retten?

Angesichts dieser Problematik ist es uns wichtig, die Lebensqualität von Bienen und anderen Insekten zu schützen und neue Lebensräume zu schaffen. Aus diesem Grund wollen auch wir einen Teil beitragen und dabei helfen, der bedrohlichen Lage der Bienen entgegenzuwirken: Wir unterstützen die Initiative „Deutschland summt!“. Die Stiftung für Mensch und Umwelt ist Trägerin dieser Initiative und eine private Stiftung mit Sitz in Berlin. Sie wird von Dr. Corinna Hölzer und Cornelis Hemmer geleitet. Die Stiftung fördert nicht nur eine verantwortungsvolle Mensch-Umwelt-Beziehung, sondern vernetzt auch unterschiedlichste Akteure im Bereich nachhaltige Entwicklung. Unter anderem setzt sich die Stiftung dafür ein, die biologische Vielfalt im städtischen Raum und auf dem Land zu fördern und die ökonomischen Vorteile des Naturschutzes sichtbar zu machen. Ziel dabei ist es, die funktionierenden Ökosysteme als Grundlage unseres Lebens und Wirtschaftens für nachfolgende Generationen zu erhalten. 

Bienenhotel_

Die Initiative „Deutschland summt!“ unterstützt genau dieses Ziel, in dem sie die bedrohliche Lage der Wild- und Honigbienen auf vielfältige Art und Weise veranschaulicht. Die Initiative hat schon viele unterschiedliche Menschen dafür begeistert, mitzuhelfen und den Bienen vielfältige Lebensräume bereitzustellen. "Mögen viele Menschen animiert werden, im Kleinen das Große zu entdecken und das faszinierende Zusammenspiel zwischen Pflanzen und den Bienen ein wenig mehr zu verstehen und wertzuschätzen.", hoffen die beiden Gründer. 

Wildbienenschaugarten

Um den Rückgang der Bienen aufzuhalten, wird die Unterstützung jedes einzelnen benötigt, und jeder kann auf ganz einfache Weise dazu beitragen: Sei es durch eine wildbienenfördernde und naturnahe Umwandlung von naturfernen Grün- und Freiflächen oder des eigenen Gartens oder durch die Unterstützung des Baus eines Bienenhotels. Es ist uns wichtig, möglichst viele Menschen für die Bienenproblematik zu mobilisieren. Denn nur gemeinsam schaffen wir es, dieser Problematik entgegenzuwirken und Ökosysteme aufrechtzuhalten, von denen auch zukünftige Generationen profitieren werden.