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Ambitionierte Ziele: Gesund essen, um mithalten zu können?

Gesund essen, um mithalten zu können

Höher, schneller, weiter. Immer mehr Menschen definieren sich heute über ihre Leistung. Auch die Ernährung wird in diesem Umfeld zum Wettbewerbsfaktor, wie die Nestlé Studie „So is(s)t Deutschland 2019“ herausfand. Wie sieht es aus, wenn der Wunsch nach Selbstoptimierung vor dem Essen keinen Halt macht?


Einfach nur satt werden - das war gestern. Die Nestlé Studie „So is(s)t Deutschland 2019“ zeigt: Für einen Großteil der Bevölkerung ist Essen heute mehr als nur reine Nahrungsaufnahme. Immer mehr Menschen wollen mit ihrer Ernährung größere Ziele erreichen. Was treibt uns also an?
 

Fit, gesund und schön durch bestimmte Mahlzeiten?

60 Prozent der Menschen in Deutschland geben an, durch ihre Ernährung ihre Fitness und körperliche Leistungsfähigkeit erhalten zu wollen. 57 Prozent möchten gesund werden oder gesund bleiben.

Einige Ziele sind sogar noch ambitionierter gewählt. Gut ein Drittel der Bevölkerung hat sich zum Beispiel Selbstoptimierung auf die Fahne geschrieben und möchte auf diesem Weg „insgesamt das Beste aus sich und seinem Körper herausholen“. 24 Prozent wollen mithilfe der Ernährung „etwas für das Aussehen tun, zum Beispiel für Haare oder Haut“. Jeder Sechste verspricht sich, geistig leistungsfähiger zu werden oder Muskeln aufzubauen.

Nur 15% rundum zufrieden mit der eigenen Ernährung

Auch wenn sich die Menschen hohe Ziele für die Ernährung gesetzt haben, scheint es an der Umsetzung zu hapern. So fühlen sich 85 Prozent der Befragten „nicht rundum zufrieden mit ihrer Ernährung“ und benennen im Schnitt vier Probleme, die sie gern angehen würden. Über Heißhungerattacken am Abend oder über zu wenig Konsum von Obst und Gemüse klagt jeder Dritte. Über zu viel fettiges Essen oder Süßes ärgert sich etwa jeder Vierte. Sich zu wenig Zeit zum Essen zu nehmen oder zu unregelmäßig zu essen – das hält ein weiteres Viertel der Bevölkerung für kritisch.

Die Studie zeigt auch, je ehrgeiziger die Ernährungsziele gesteckt werden, desto wahrscheinlicher ist, dass sie nicht durchgehalten werden. „Wer ausgewogener Essen möchte, sollte sich realistische Ziele setzen. Hier können kleine Etappen bzw. auch Teilziele helfen, besonders beim Abnehmen. Die Erfolgschancen stehen dann deutlich besser“, empfiehlt Dr. Annette Neubert Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio.
 

 

 


Der „Gesundheitsidealist“ möchte alles richtig machen

Die Nestlé Studie unterscheidet sieben Ernährungstypen, die jeweils ganz eigene Charakteristika aufweisen. Die „leidenschaftslosen Pragmatiker“ begegnen ihrer Ernährung zum Beispiel mit Distanz. Sie sind Lebensmitteln gegenüber emotionslos und haben generell eine geringe Wertschätzung des Themas Ernährung. Bei den „Nestwärmern“ wird gerne in Gemeinschaft gegessen und der Speiseplan sieht abwechslungsreich und gesund aus. Bei den „sorglosen Sattessern“ hat Essen dagegen hauptsächlich etwas mit Quantität und Bequemlichkeit zu tun.

Ein Ernährungstyp sticht besonders heraus: der „Gesundheitsidealist“, ihm ist eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig. Diese mehrheitlich weibliche Gruppe setzt ihre Ernährungsziele meistens um. Viel Gemüse, Obst, Vitamine und Mineralien – für den Gesundheitsidealisten eine Selbstverständlichkeit.

Allerdings ist der „Gesundheitsidealist“ nicht sehr weit verbreitet. Nur etwa zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung lassen sich diesem Ernährungstyp zuordnen. Das sind rund zehn Millionen Menschen in Deutschland. Obendrein hat sich ihr Anteil in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Zugelegt haben stattdessen die „modernen Multioptionalen“. Ihre Ernährung ist geprägt von einem latenten Zwiespalt. Die „modernen Multioptionalen“ möchten zwar gesund essen, finden aber kaum Zeit dafür. Ihr Anteil stieg in den letzten zehn Jahren von knapp 20 auf 24 Prozent.
 

Nahrungsergänzungsmittel: Leistung um jeden Preis?

Wie sehr die Menschen in Deutschland mittlerweile zur Ernährungsoptimierung neigen, lässt sich zudem an einem speziellen Segment ablesen – den Nahrungsergänzungsmitteln. Für 15 Prozent der Gesamtbevölkerung und 17 Prozent der 20 bis 34-Jährigen wären diese eine Option, wenn sie die geistige Leistungsfähigkeit steigern.
 

Jugendliche achten weniger auf gesunde Ernährung

Und wie sieht die Jugend das Thema gesunde Ernährung? Gehören sie zu den Vorreitern? Nicht wirklich. Denn während 38 Prozent der Gesamtbevölkerung sagt, dass viel Obst und Gemüse zu ihrer Ernährung dazugehören, sind es bei den 14- bis 19-Jährigen nur 21 Prozent. Ein anderes Beispiel: 20 Prozent der Gesamtbevölkerung geben an, sich aus voller Überzeugung gesund zu ernähren. Unter den 14-19-Jährigen teilen nur elf Prozent diese Aussage.
 

Wenn die Schönheit schwindet

In der Detailbetrachtung der Generationen zeigt sich darüber hinaus ein weiterer Unterschied. Zwar verfolgen Jugendliche insgesamt weniger Ernährungsziele als Erwachsene – die Art der Ziele ist jedoch eine andere. Statt gesünder oder leistungsfähiger zu werden, möchte man sich optisch verändern. Junge Mädchen wollen durch Ernährung zum Beispiel eher ihr Aussehen optimieren. Jungs wollen durch gezielte Ernährungsvorgaben gerne Muskeln aufbauen. Das ändert sich mit dem Alter. Denn je älter der Befragte, umso mehr wird der Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und körperlichem Wohlbefinden gesehen.
 
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