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Ernährungstypen

Welchen Stellenwert hat Ernährung in Ihrem Leben?

Zentrales Element und ein wesentlicher Motor der Studie „So is(s)t Deutschland“ 2019 sind wieder die sieben Ernährungstypen. Sie wurden bereits bei der Nestlé Studie 2009 anhand eines speziellen statistischen Verfahrens entwickelt und basieren auf den Einstellungen der Befragten zur Ernährung.

Die sieben Ernährungstypen

Ein Mann isst Suppe und Brot.  

Die leidenschaftslosen Pragmatiker

„Hauptsache einfach“

Bei den leidenschaftslosen Pragmatikern handelt es sich mehrheitlich um Männer mit einem niedrigen bis mittleren Einkommen und Bildungsniveau. Rund ein Drittel von ihnen ist 60 Jahre oder älter. Ihre eigene Lebensqualität, Gesundheit und körperliche Fitness schätzen die leidenschaftslosen Pragmatiker als durchschnittlich ein. Sie sind weitgehend anspruchslos und zufrieden mit sich selbst. Die Nahrungsaufnahme ist für sie ausschließlich Mittel zum Zweck, gesunde Ernährung wird ihrer Meinung nach überschätzt. Hausmannskost im Sinne von deftigen, traditionellen Gerichten steht bei den leidenschaftslosen Pragmatikern hoch im Kurs. Sie haben feste Ernährungsrituale und legen Wert auf geregelte Mahlzeiten. Nur selten gehen sie auswärts essen. Wenn, dann führt ihr Weg sie meist in Pizzerien oder in die Imbissecke beim Metzger. Einkaufen und Kochen müssen möglichst schnell, günstig und ohne viel Aufwand ablaufen. Zum Einkaufen gehen leidenschaftslose Pragmatiker meist in den Discounter oder Einzelhandel. Dort greifen sie am liebsten zu bekannten Produkten. Beim Kochen setzen sie auf einfach zuzubereitende Gerichte, Aufgewärmtes und Tiefkühlkost.



Zwei Senioren schauen auf ein Fitnessarmband.  

Die Problembewussten

„Vorbeugung durch gesunde und ausgewogene Ernährung“

Problembewusste sind meist ältere Familienmenschen, die viel Wert auf Traditionen und Harmonie legen. Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung versuchen sie, Volkskrankheiten wie Diabetes oder hohen Cholesterinwerten gezielt entgegenzuwirken, an denen sie überdurchschnittlich oft leiden. Meist haben sie ihre Ernährung erst nach dem Auftreten erster gesundheitlicher Probleme umgestellt. Um die Beschwerden in Schach zu halten und sich auch in Zukunft um Partner und Familie kümmern zu können, halten sie eisern und diszipliniert an ihren verbesserten Ernährungsgewohnheiten fest. Obst, Gemüse, Vitamine und Mineralstoffe gehören bei ihnen zur täglichen Ernährungsroutine. Problembewusste sind meist erfahrene Köche. Sie bereiten ihre Nahrung fast ausschließlich selbst zu und gehen nur selten auswärts essen. Sie planen ihre Einkäufe genau und nutzen dabei verschiedene Einkaufsstätten vom Discounter über Supermärkte und Fachgeschäfte bis hin zum Wochenmarkt.



Ein Mann beißt in ein Brötchen.  

Die sorglosen Sattesser

„Quantität vor Qualität“

Sorglose Sattesser sind meist jüngere, oft ledige Männer mit eher geringem Einkommen und Bildungsniveau. Essen muss für sie vor allem gut schmecken, reichlich und bequem sein. Gedanken über die Qualität von Lebensmitteln und gesunde Ernährung machen sie sich nicht. Ihre Ernährungsgewohnheiten sind geprägt von unreflektiert eingenommenen, zum Teil exzessiven Portionen, die sie oft noch spätabends verzehren. Reueloser Genuss und die schnelle Befriedigung von Heißhunger stehen für die sorglosen Sattesser im Vordergrund. Kochen und Einkaufen empfinden sie als lästig. Wer einkaufen geht, den interessieren vor allem der Preis und die Nähe der Einkaufsstätte. Mikrowellen- und Tiefkühlgerichte stehen bei den sorglosen Sattessern hoch im Kurs. Auch Fastfood-Restaurants oder Lieferdienste nehmen sie gerne in Anspruch. Obst, Bio- und Vollwertprodukte spielen für sie keine Rolle.



Ein Mann isst und trinkt im Auto.  

Die Gehetzten

„Essen im Schnellverfahren“

Zu der Gruppe der Gehetzten gehören überwiegend karriereorientierte Männer jüngeren bis mittleren Alters. Für sie ist Essen eine reine Notwendigkeit. Beruflich stark eingespannt fehlt ihnen die Muße, sich Gedanken über gesunde Ernährung zu machen. Unter der Woche stehen sie häufig unter großem Zeitdruck. Ihre unregelmäßig und hastig eingenommenen Mahlzeiten bestehen deshalb häufig aus Snacks und Fast Food. Am Wochenende bemühen sich die Gehetzten darum, selbst zu kochen, greifen dabei aber oft zu Fertiggerichten aus Tiefkühltruhe und Kühlregal. Gesundheitlich bewegen sich die Gehetzten im Durchschnittsbereich. Stress und unausgewogene Ernährung lassen sie jedoch zu Schlafstörungen und Übergewicht neigen. Zeit, etwas dagegen zu unternehmen, haben sie wenig. Einkaufen empfinden sie als lästig. Ihr Weg führt sie in der Regel zum Discounter, wo sie gerne auch mal zu Convenience-Food greifen.



Eine Frau bereitet einen Salat zu.  

Die Gesundheitsidealisten

„Im Einklang mit der Natur“

Bei den Gesundheitsidealisten handelt es sich überwiegend um gut situierte und gut ausgebildete Frauen, die in einem urbanen Umfeld leben. Viele von ihnen sind Mütter. Gesundheitsidealisten streben nach einem ökologisch bewussten Leben im Einklang mit der Natur. Dementsprechend legen sie sehr viel Wert auf eine bewusste, gesunde Ernährung. Für qualitativ hochwertige Lebensmittel, Bio- und Vollwertprodukte sind sie bereit, mehr auszugeben. Gesundheitsidealisten informieren sich aktiv über Fragen der gesunden Ernährung. Viele von ihnen haben ihren Fleischkonsum eingeschränkt oder leben sogar vegetarisch. Zum Einkaufen gehen sie bevorzugt in den Einzelhandel, Grundnahrungsmittel erwerben sie auch im Discounter. Frische Bio-Produkte kaufen sie gerne auf Wochenmärkten und in Hofläden. Gesundheitsidealisten kochen fast jeden Tag selbst und probieren dabei gern neue Rezepte aus – sie nehmen damit ihre Ernährung und die ihres Umfelds selbst in die Hand.



Eine Frau hält ein Kind im Arm.  

Die Nestwärmer

„Die gemeinsame Mahlzeit als Familienerlebnis“

Für Nestwärmer haben Familie und Traditionen einen sehr hohen Stellenwert. Es gibt sie in allen Altersgruppen, sie haben Kinder und sind gut situiert. Selbst fit und gesund, halten sie sich für ausgesprochen kompetent in Gesundheitsfragen. Nestwärmer streben nach Harmonie in allen Lebensbereichen. Ausgiebige, gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie sind für sie sehr wichtig. Für ihre Kinder fühlen sie sich auch dann noch verantwortlich, wenn diese das Haus bereits verlassen haben. Und auch ohne Kinder daheim leben die Nestwärmer-Werte fort. Um sich und die Familie ausgewogen und gesund zu ernähren ist den Nestwärmern kein Aufwand zu groß. An fast allen Tagen kochen sie selbst, manchmal besuchen sie mit der Familie auch ein gutes Restaurant. Sie legen sehr viel Wert auf qualitativ hochwertige, frische und abwechslungsreiche Produkte. Obst und Gemüse haben einen festen Platz auf ihrem Speisezettel. Nestwärmer kaufen gerne im Supermarkt ein, Grundnahrungsmittel erwerben sie auch im Discounter und für eine gute Beratung gehen sie in Fachgeschäfte.



Eine Frau isst gesundes Essen im Restaurant.  

Die modernen Multi-Optionalen

„Hoher Anspruch, wenig Zeit“

Moderne Multioptionale sind meist zwischen 26 und 55 Jahre alt, berufstätig und zählen zur oberen Mittelschicht. Sie leben in einem ständigen Zwiespalt zwischen den eigenen hohen Ansprüchen und einem knappen Zeitbudget. In allen Bereichen streben sie danach, sich immer weiter zu optimieren. Gesunde Ernährung ist ihnen wichtig, ebenso wie beruflicher Erfolg, körperliche Fitness und ein umweltbewusster Lebensstil. Sie wünschen sich qualitativ hochwertige und frische Lebensmittel und versuchen verstärkt, auf Fleisch zumindest teilweise zu verzichten. In der Realität scheitern sie allerdings aus Zeitmangel häufig an ihren eigenen Ansprüchen. Sie verzetteln sich und der daraus resultierende Stress schlägt sich unter anderem in unregelmäßigem Essverhalten, zu später und zu gehetzter Nahrungsaufnahme nieder. Zeit zum Kochen und für eine ausgewogene Ernährung finden moderne Multioptionale eher am Wochenende, dann auch gern gemeinsam mit Freunden, oder man geht ins Restaurant. Sonst überwiegen zeitsparende Verfahren, etwa mit so genannten Convenience-Produkten, mit denen sich schnell etwas Warmes zubereiten lässt. Beim Einkaufen sucht der Multioptionale, getreu seinem Namen, Discounter ebenso auf wie Fachgeschäfte und Wochenmärkte.


Bildrechte: Nestlé Deutschland AG, ShutterStock


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