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Henri Nestlé entdeckte mit seinem „Kindermehl“ eine Möglichkeit, Säuglinge mit Nährstoffen zu versorgen, die keine Muttermilch vertrugen. Damals ging es ums Überleben. Nestlés Rezeptur wurde stetig weiterentwickelt. Heute geht es darum, den Kindern den richtigen Start ins Leben zu ermöglichen.

Im Jahre 1867 stand der Apotheker Henri Nestlé vor folgendem Problem: Jules Wanner, ein frühgeborener Junge, der in der 36. Schwangerschaftswoche zur Welt kam, nahm kaum Nahrung auf und erbrach die Muttermilch immer wieder. Sein allgemeiner Gesundheitszustand war durch die mangelnde Energieaufnahme sehr schlecht, ihm fehlten wichtige Nährstoffe. Seine Überlebenschancen tendierten gegen Null.

Henri Nestlé rettete ihm mit einer dünnflüssigen Mehl-Milch-Nahrung das Leben. Das „Kindermehl“ bildete die Grundlage, auf der der Konzern Nestlé heute steht. Im Jahr 1934 wurde der erste gebrauchsfertige Nährzucker für Babys geschaffen. 1972 wurde die erste Folgemilch in den Handel gebracht. Heute sind die Produkte unter dem Namen BEBA nicht mehr wegzudenken.

Zu Zeiten Henri Nestlés ging es bei der Entwicklung von Säuglingsnahrung vor allem um das Überleben. Heute sind andere Zielsetzungen wichtig: Es geht um einen gesunden Start ins Leben und darum, gesund zu bleiben. Die unabhängige Langzeitstudie GINI bestätigt Säuglingsnahrungsmitteln wie Nestlé Beba HA eine Verringerung des Allergierisikos auf Milcheiweiß. Die ersten 1000 Tage, sie sind so wichtig wie wohl keine andere Periode des Lebens.

Weichen für die Entwicklung werden gestellt

In diesem Zeitraum werden viele Weichen für die spätere Entwicklung gestellt. Immunsystem, gesundes Wachstum, generelle Gesundheit und geistige Entwicklung – all das sind Aspekte, auf die mit einer richtigen Ernährung in den ersten drei Lebensjahren eingewirkt werden kann. Das haben Studien von Nestlé Nutrition bewiesen. Und die Forschungen gehen weiter. Beim Menschen ist auch nach der Geburt die richtige Ernährung ein wichtiger Baustein für die weitere Entwicklung des Immunsystems. In den ersten sechs Monaten nach der Geburt ist Stillen die beste und natürlichste Ernährung für das Baby. Nicht umsonst heißt es „Säugling“.

Schwangere Frau mit Baby.

Muttermilch ist reich an lebenswichtigen Nährstoffen in der richtigen Menge. Zudem gibt Stillen dem Kind ein Gefühl von Nähe und Geborgenheit. So kommt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu dem Schluss, dass ausschließliches Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten die beste Ernährung für jeden gesunden Säugling ist. Auch auf ein gesundes Gewicht hat das Stillen einen Einfluss: Untersuchungen haben gezeigt, dass gestillte Säuglinge im Schulalter seltener übergewichtig sind. Gestillte Babys starten mit einer optimalen Ernährung ins Leben.

Schon im Mutterleib kann das Kind überernährt werden, etwa wenn die Mutter zu viel zunimmt oder Schwangerschaftsdiabetes entwickelt. Mike Poßner, Medizinischer Direktor Europa bei Nestlé Nutrition

Das so genannte goldene Intervall der ersten 1000 Tage beginnt schon mit der Empfängnis. Die Entwicklung des Gehirns, die Ausprägung von Allergien und Hautkrankheiten wie etwa Neurodermitis sowie die Gewichtsentwicklung im Verlauf des Lebens wird bereits in diesen ersten neun Monaten beeinflusst. Das hat damit zu tun, dass in dieser Periode der kindliche Organismus noch über große Möglichkeiten der Prägung verfügt. Hier liegen Chancen für eine Einflussnahme in positiver Hinsicht, aber auch diverse Risiken.

Denn der Fötus ist besonders empfindlich gegenüber einem Mangel an Nährstoffen oder der übermäßigen Zufuhr von Nährstoffen. Es ist darum keineswegs Zufall oder nur „Bestimmung“, ob ein Kind gesund zur Welt kommt und wie es sich danach entwickelt. „Schon im Mutterleib kann das Kind überernährt werden, etwa wenn die Mutter zu viel zunimmt oder Schwangerschaftsdiabetes entwickelt“, sagt Mike Poßner, Medizinischer Direktor Europa bei Nestlé Nutrition. Die alte Regel „in der Schwangerschaft für zwei essen“ wird noch allzu oft mit einer Verdopplung der Menge gleichgesetzt. Dabei gilt: Mehr als maximal 200 bis 300 kcal zusätzlich am Tag sollte eine Schwangere nicht zu sich nehmen, so Poßner.

Dazu kann die zusätzliche Einnahme von Vitaminen, Folsäure und Jod Mangelerscheinungen entgegenwirken. „Für zwei essen“ bedeutet also keineswegs viel mehr zu essen, sondern, im Gegenteil, auf die eigene und die Ernährung des Fötus besonders zu achten. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass eine mütterliche Adipositas (Übergewicht) zu Beginn der Schwangerschaft sowie eine allgemeine hohe Gewichtszunahme der Mutter das Risiko für ein kindliches Übergewicht sehr deutlich erhöhen. Vereinfacht gesagt: Die Mutter überfüttert das Kind.

Hungernde Mütter sind schlecht für Kinder

Allerdings kann auch hungern fatale Auswirkungen für das Kind haben: So hat eine Studie über die Auswirkungen der niederländischen Hungersnot von 1944 bis 1945 gezeigt, dass Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft hungern mussten, später eher an Diabetes, Fettsucht oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden als andere Kinder. Diese Zusammenhänge werden derzeit im Rahmen zweier von der Europäischen Union geförderten Projekte weiter untersucht.

Schwangere Frau.

Übrigens unterstreichen eindrucksvolle Beispiele aus dem Tierbereich dieses biologische Konzept der Programmierung: Bienenlarven erhalten in den ersten drei Stadien ihrer Entwicklung Gelée royale, einem Gemisch aus Sekreten der Futtersaftdrüse und der Oberkieferdrüse der Arbeiterinnen. Nach den drei Larvenstadien erhalten alle Larven nur noch Pollen und Honig. Nur eine erhält weiter Gelée royale. Diese Larve wird die spätere Königin. Das heißt: Alle Larven sind genetisch gleich. Welche Larve zur Königin wird, entscheidet allein die Ernährung.

Bildrechte: Nestlé Deutschland AG, GettyImages