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Think Big - Frauenpower bei Nestlé

Wie wir unsere Kolleginnen ermutigen groß zu denken
Frau mit Hund
Lesezeit:
4
Minute(S)

Sandra Grimm

Von Sandra Grimm, Regional HR Director bei Nestle Purina PetCare in Euskirchen

Wir freuen uns riesig über Auszeichnungen wie die der Brigitte Academy oder des Frauen-Karriere-Index (FKi) - diese externen Bewertungen bedeuten, dass unser Einsatz für ein faires und förderndes Arbeitsumfeld wirkt. Unsere Kollegin Sandra Grimm, seit etwa 19 Jahren bei Nestlé, teilt ihre ganz persönliche Sichtweise:

60 Prozent unserer Mitarbeiter:innen am Standort in Euskirchen sind Frauen – da ist täglich Frauenpower zu spüren. Gender Balance ist mir als Herzensprojekt sehr nah und ich bin froh, dass ich es in meiner Position aktiv mitgestalten kann. Dazu muss ich aber auch sagen und das ist viel wichtiger, dass an unserem doch recht überschaubaren Standort – wir sind ca. 145 Mitarbeiter - grundsätzlich alle mit Herz und Leidenschaft dabei sind. Jeder kennt sich und der Zusammenhalt ist groß.

 

Raus aus der Komfortzone und aus Erfahrungen lernen

Für Purina haben wir uns auf die Fahne geschrieben, dass wir eine Kultur schaffen möchten, die allen erlaubt ihre Persönlichkeit zu entfalten und Veränderung vorantreiben – mit Freude und mit Mut.

Seit 2017 sind wir auf einer Reise, die viele als agile Transformation bezeichnen würden. Das klingt aber immer so abstrakt. Es geht darum alleine, im Team oder als ganze Organisation bestehende und neue Herausforderungen zu meistern. Dazu gehört es neue, agile Arbeitsweisen kennenzulernen und zu verstehen, wann man diese Arbeitsweisen anwendet. Alle wichtigen Projekte werden seither von cross-funktionalen Teams eigenverantwortlich geführt und umgesetzt. Lean und Agile Coaches unterstützen dabei mit den notwendigen Methoden und helfen uns Schritt für Schritt unsere Kultur zu verändern.

Gerade erst hatten wir unser alljährliches Event zur neuen Zusammenarbeit unter dem Namen „Agile Adventures“. Auf Distanz und doch zusammen – nämlich virtuell verbunden – haben wir spielerisch neue Methoden gelernt und überlegt, wie man diese im Alltag anwenden kann. Mein Favorit: Delegation Poker! Ein richtig cooles Spiel zur Klärung von Entscheidungsspielräumen, das ich mit meinem Chef, aber auch mit meinem Team ab sofort regelmäßig spielen werde.

Workshop
Workshop
Workshop
Freiräume im Arbeitsalltag
Die Frage, welche Freiräume es hinsichtlich der Arbeitsumgebungen und Arbeitsweisen bei uns gibt, würde jeder unterschiedlich beantworten. Ich selbst habe immer viele Freiräume gehabt und diese auch genutzt. Dazu gehört natürlich Mut und ebenso die Bereitschaft, Verantwortung für seine Entscheidungen zu übernehmen. Auch wenn‘s mal schief ging, hat mir dafür niemand den Kopf abgerissen. Ich habe daraus gelernt und es beim nächsten Mal anders gemacht.

Genau das treibt mich an: Dinge voranzutreiben, zu gestalten und zu verändern. Und dabei ist es mir egal, ob es sich um einen kleinen Prozess oder ein großes Prestigeprojekt handelt. Wichtig ist mir nur, dass es besser wird. Und besser meine ich aus Sicht des Kunden.

Sandra Grimm
Sandra Grimm Regional HR Director bei Nestle Purina

 

Wer mich kennt, der weiß, dass ich nichts von Karrierepfaden halte

Die schränken doch nur ein. Es gibt so viel mehr in einem Unternehmen wie Nestlé als den einen oder die drei bis sieben Pfade, die sich jemand ausdenkt. Die Realität zeigt, dass es viel mehr gibt und alles viel breiter zu sehen ist. Ja, wie geht das denn dann mit Entwicklung und Karriere? Die Grundvoraussetzung: Ich nehme es selbst in die Hand. Und dazu muss ich wissen was ich will, was mir Freude bereitet, was ich gut kann und was vielleicht nicht ganz so gut. Was ist meine Ambition, wo will ich hin, wessen Job hätte ich gerne? All diese Überlegungen brauchen Zeit, die man sich nehmen muss. Doch da es um einen selbst geht, ist das gut investierte Zeit. Wenn ich meine Gedanken und offenen Fragen sortiert habe, dann ist der richtige Moment mit meinem Vorgesetzen zu sprechen. Was brauche ich und wie kann er oder sie mich unterstützten. So wird der Entwicklungs- und Karriereplan individuell. Und darauf kommt es an: Dass es zu einem passt.

Alle Frauen möchte ich an der Stelle ermutigen in Bezug auf ihre Ambition, mutig zu sein und groß zu denken. Weg mit der Bescheidenheit und den Gedanken „das kann ich doch nicht sagen“ oder „das schaffe ich bestimmt nicht“. Wenn ich insgeheim ambitioniert bin, mich aber nie traue das zu denken oder zu sagen, dann wird mein Entwicklungsplan nicht ambitioniert und bringt mich nicht ans Ziel.

Chancengleichheit ist essenziell

Chancengleichheit verbinde ich mit Gerechtigkeit und das ist für mich ein tief verwurzelter Grundwert und nicht verhandelbar. Mir fällt dazu nicht viel mehr ein, da es so unverrückbar für mich ist.

Wie leben wir bei Purina die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf?

Spannende Frage – gerade in diesem Jahr der aktuellen Covid-19-Situation. Dieses Jahr hat uns gezeigt, dass unser flexibles Arbeitszeitmodell doch gar nicht so flexibel ist. Über einen Tag Home-Office pro Woche kann man mittlerweile nur noch schmunzeln. Und eine Umfrage bei uns in Euskirchen im Mai diesen Jahres hat gezeigt, dass bei der Mehrheit der Kollegen:innen das verstärkte mobile Arbeiten zu einer gefühlten Verbesserung der Work-Life-Balance geführt hat. Allerdings sah das für Familien mit Kindern ganz anders aus. Mobiles Arbeiten bringt andere Herausforderungen mit sich. Man muss besser auf sich selbst achten – Pausen einplanen und auch einhalten, genauso wie den informellen Chat im Team oder mit Einzelnen. Wir versuchen hier mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und Austausch im Team anzuregen, um Dinge zu teilen, die gut funktionieren und wir lernen jeden Tag dazu.

Darüber hinaus haben wir viele andere Sachen, die je nach Bedarf helfen, Job und Familie bestmöglich unter einen Hut zu bringen. Dazu gehört unsere Gleitzeit-Regelung, genauso wie Teilzeit-Angebote und Jobsharing. Darüber hinaus haben wir ein umfangreiches Angebot an Maßnahmen aus dem betrieblichen Gesundheitsmanagement, das wir in diesem Jahr virtuell durchgeführt haben. Eine Initiative, die im Magazin der DAK als vorbildlich genannt wurde und über die ausführlich berichtet wurde. Nicht zuletzt bieten wir für sämtliche Lebenslagen und -fragen die Möglichkeit, einen externen Dienstleister (den PME Familienservice) zu nutzen, wenn man mal Probleme hat, die man nicht alleine lösen kann.