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Jennifer Kint  

Von Jennifer Kint, Digital Transformation Consultant

„Ich arbeite bei Nestlé!” (Stille, irritiertes Schweigen, Zögern) „OK…”
Das ist die normale Reaktion, die ich bekomme, wenn ich sage wer mein Arbeitgeber ist. Nachvollziehbar? Ja, natürlich – gerade hier in Deutschland, wo Nestlé leider nicht die beste Reputation genießt.

Nachdem ich diese unangenehme Vorstellung im Bekanntenkreis, auf Veranstaltungen oder Familienfeiern hinter mir habe, erkläre ich meistens, warum ich mir Nestlé als Arbeitgeber ausgesucht habe:

„Meine Mission ist es, Nestlé digitaler, innovativer und nachhaltiger zu machen. Wenn ich es schaffe, den weltweit größten Lebensmittel- und Getränkekonzern auch nur ein kleines Bisschen dahingehend zu verbessern, hat das immer noch einen sehr viel größeren Einfluss, als wenn ich bei einem Food Start Up oder einem kleinen Player in der Branche arbeiten würde. Jeder muss essen und trinken, folglich hat diese Industrie und deren größte Player eine enorme Relevanz im Alltag aller Menschen. Es ist mein Ziel, neue, technologiebasierte Lösungen zu entwickeln und Essen und Trinken so bequem, gesund und nachhaltig wie möglich zu machen.“
Jennifer Kint

Nach dieser kleinen Spontanrede wissen die Leute meist noch weniger, was sie denken und sagen sollen. Normalerweise antworten sie mit einem einfachen, leicht ironischen Statement: „Na dann, viel Glück dabei!“

Nur mit Glück hat das nicht viel zu tun. Um das zu schaffen, braucht man die richtigen Leute, die richtigen Leader, die richtigen Methoden, die richtige Organisations- und Infrastruktur und vor allem das richtige Mindset.

Hier die guten Nachrichten: Bisher habe ich das alles innerhalb von Nestlé Deutschland vorgefunden oder es gemeinsam mit vielen anderen tollen Kollegen aufgebaut.

Seit Dezember 2018 bin ich Digital Transformation Consultant im Digital Acceleration Team von Nestlé Deutschland und bin verantwortlich für das Vorantreiben von digitalen, innovativen Geschäftsmodellen und neuen strategischen Partnerschaften. Damit habe ich die bestmögliche Startposition, um einen spürbaren Beitrag zu leisten. Und da ich sowohl an mich als auch in Nestlés Willen zur Veränderung glaube, bin ich mehr als optimistisch, dass wir die Skeptiker in der nächsten Zeit mit bequemen, gesunden und nachhaltigen neuen Lösungen im Bereich Essen und Trinken überraschen können.

Was genau stimmt mich so optimistisch?

1. Ich habe noch keine einzige Person bei Nestlé getroffen, die nicht offen für eine sinnvolle Portfolioerweiterung ist. Die Erkenntnis, dass klassische, inkrementelle Produktinnovation nicht genug ist und wir parallel auch mehr in Richtung disruptiver Innovationen sowie (digitaler) Services und Ökosysteme denken müssen, ist angekommen.

2. Die Unterstützung des Leaderships ist da. Jeder hier weiß, dass wir etwas verändern müssen und der Wille, in diese wichtigen Zukunftsthemen zu investieren, wächst täglich. Unsere Führungsprinzipien werden gerade modernisiert, sodass die Führungskräfte mehr als Coaches agieren und agiles, selbstorganisiertes Arbeiten in Teams so besser unterstützen können.

3. Wir haben einen super nutzerzentrierten und global eingeführten Innovationsprozess, der mit Best-Practice agilen Methoden (Design Thinking, Lean Startup und SCRUM) erweitert wurde. Außerdem bauen wir unsere eigene, interne Innovation Community auf und bilden kontinuierlich mehr Mitarbeiter dazu aus, in solchen Innovationsprojekten mitarbeiten zu können.

4. Wir bauen und testen bereits heute Prototypen für neue (digitale) Geschäftsmodelle. Wir haben uns selbst dazu verpflichtet, dieses Jahr mindestens ein MVP (Minimum Viable Product) zu entwickeln und sind aktiv dabei, weitere Marken von dieser Reise zu überzeugen.

5. Wir arbeiten an wichtigen gesellschaftlich-ökologischen Themen, die niemand im aktuellen medialen Kontext je mit Nestlé in Verbindung bringen würde, wie zum Beispiel die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung durch neue Geschäftsmodelle. Und das nicht um Greenwashing zu betreiben, sondern echte Win-Win Business Cases zu entwickeln.

Nestlé digital, innovativ und nachhaltig

Sich von außerhalb zu beschweren ist immer einfach. Echte Veränderung von einem 150 Jahre alten Unternehmen von innen heraus zu bewirken, ist sehr schwer und braucht viel Leidenschaft. Wir befinden uns bereits auf einem guten Weg und ich bin sehr froh, ein Teil dieser Reise zu sein. Ob ich eine kleine Träumerin bin? Auf jeden Fall! Aber du verpasst 100% der Chancen, die du nie angehst!