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Gurke mit oder ohne Plastik?

Was ich bei einer Diskussion mit Studenten gelernt habe
Studienkonferenz
Lesezeit: Minute(S)
Anke Stübing  

Von Anke Stübing, Head of Corporate Social Responsibility

Letztens war ich bei einer Studienkonferenz des Deutschen Verpackungsinstituts zum Thema Nachhaltigkeit von Verpackungen. Gemeinsam mit weiteren Unternehmensvertretern der Verpackungsindustrie, mit der Bloggerin Louisa Dellert und den Studenten haben wir verschiedene Strategien und Lösungsansätze diskutiert, die Verpackungen verträglich für die Umwelt machen sollen. Mich hat besonders das Engagement der Studenten begeistert, die die zukünftigen Verpackungen wirklich „nachhaltiger“ gestalten wollen.

Ich habe wieder festgestellt, dass hier kein schwarz oder weiß gibt. Verpackungen sollen in erster Linie die Lebensmittel schützen, sie sicher und haltbar machen und damit Lebensmittelabfälle minimieren. Die berühmte Diskussion, warum eine Gurke eingeschweißt ist, zeigt die Komplexität des Themas Verpackungen. Man muss den „Fußabdruck“ eines ganzen Produktes berücksichtigen und nicht nur den Verpackungsteil. In dem Artikel der "Welt" vom 6.11.2019 „Tonnenweise vernichtet – im Winter endet der Traum von einer Gurke ohne Folie“ wird dargestellt, dass sich die Abschriften bei den Händlern verdoppelt haben, da soviel weggeschmissen wird. Wenn man unverpackte Gurken wegschmeißt, ein Lebensmittel, dann muss ich über den Sinn einer Plastikverpackung wirklich nicht mehr diskutieren.

Studienkonferenz

Das heißt aber nicht, dass alles in Ordnung ist. Bei Nestlé haben wir dieses Jahr unser eigenes Forschungsinstitut eröffnet, das „Institute of Packaging Science“ in Lausanne. Hier arbeiten meine Kollegen daran, funktionale, sichere und umweltfreundliche Verpackung zu entwickeln, die sinnvoll für die komplette Value Chain sind.

Wir arbeiten auch an Produkten die man in einem „Refill oder Reuse System“ nutzen kann wie zum Beispiel mit der Firma Loop. Loop ist ein Pilotprojekt der globalen Recyclingorganisation TerraCycle, wo wir als Gründungsinvestor und Partner sehr stolz sind mitmachen zu können. In den USA und Kanada testen wir Häagen-Dazs bereits in der Loop Verpackung.

Hier in Deutschland setzen wir auf eine Zusammenarbeit mit „Futury“, der Gründungs- & Innovationsplattform der Wertestiftung, wo mit jungen Teams aus Studenten und Start-Ups zusammen gemeinsam nach neuen Ansätzen für das Thema Verpackung suchen. Neben den vielen Aktivitäten die momentan laufen, gibt es auch sehr spannende Kommunikationsansätze wie „Follow our journey" - Why we set out with Vice".

Eins ist mir wieder sehr deutlich geworden, bei dem Thema Nachhaltigkeit von Verpackungen: eine einfache Lösung gibt es leider nicht - man kann auf keinen Fall einfach in gute oder schlechte Verpackungen einteilen.