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Keine Frage, Nachhaltigkeit ist eine gute Sache. Und ein Thema, das seit einigen Jahren in aller Munde ist. Doch was steckt dahinter? Bevor wir einen Blick auf die nachhaltigsten Unternehmen der Welt werfen, schauen wir uns den Begriff näher an.

Recycelte Teebeutel und Gemüse aus dem eigenen Garten – das sind die Bilder, die man mit Nachhaltigkeit verbindet. Aber wie passt das zu einem Global Player mit Milliardenumsatz? Die Vereinten Nationen definieren Nachhaltigkeit als „Entwicklung, die den Bedürfnissen heutiger Generationen Rechnung trägt, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihren eigenen Bedürfnissen nachzukommen.“

Die nachhaltigsten Unternehmen der Welt tun einiges, um Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu fördern und so wenig wie möglich zu belasten.

Auch wenn es so aussieht: Diese Grafik ist kein Bauplan für eine „fantastische Nachhaltigkeitsmaschine“. Das Diagramm bildet den komplexen Bewertungsmechanismus ab, der hinter dem Dow Jones Nachhaltigkeitsindex (DJSI) steckt. Der DJSI ist ein unabhängiger und weltweit anerkannter Vergleichsindex, der die nachhaltige Unternehmensperformance der 2.500 größten globalen Konzerne bewertet. Wir stellen Ihnen die Spitzenreiter in den fünf wichtigsten Kategorien vor.

Automobilindustrie

BMW, Deutschland (PDF, 128 KB): Der DJSI listet BMW wegen seines außergewöhnlichen Engagements in puncto Umwelt und Gesellschaft als Branchenführer. Durch gezielte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung konnte das Unternehmen die durchschnittliche CO2-Emission pro Kilometer im letzten Jahr um 3,3 % verringern.

Abgesehen von der starken Performance im Umweltbereich gehört BMW zu den weltweit attraktivsten Arbeitgebern und bietet seinen Mitarbeitern viele Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an. Daneben setzt sich das Unternehmen stark für die Menschenrechte ein.

Konsumgüter

LG Electronics, Südkorea: LG hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: den „Greener 2020“ Masterplan. Eine 40-prozentige Reduktion von Treibhausgasen gehört genauso dazu wie ein Ausbau des „grünen“ Geschäftsbereichs um 15 %. Seit 2008 hat das Unternehmen 353.000 Tonnen schädlicher Treibhausgase eingespart. Durch umweltverträgliche Verpackungsrichtlinien konnte LG Verpackungsgewicht und logistische Kosten senken.

91 % seines Sozialbudgets steckte das Unternehmen in kommunale Initiativen und entwickelte mit seinem technischen Know-how kostenlose Apps für Menschen mit Behinderung.

Lebensmittel

Nestlé, Schweiz: Mit einem Gesamtergebnis von 92 % (PDF, 565 KB) führt Nestlé das Ranking in den Bereichen Wirtschaft, Umwelt und Soziales an. Der Bericht unterstreicht die außergewöhnlichen Schritte, mit denen das Unternehmen die Richtlinien zum Schutz der Menschenrechte in seinen Lieferketten verankert. Auch Nestlés Vorreiterrolle im Bereich Ernährung und Gesundheit wird besonders gelobt.

Mit einer 100-Prozent-Bewertung im Bereich Umwelt honoriert der Index die Selbstverpflichtung des Unternehmens, Produkte und Prozesse so umwelt- und sozialverträglich wie möglich zu gestalten. In der Schweiz beispielsweise schloss sich Nestlé gerade mit lokalen Landwirten zusammen und eröffnete die größte landwirtschaftliche Biogasanlage des Landes. Hier entsteht aus Kuhmist Ökostrom für den Abfüllbetrieb der Mineralwassermarke Henniez und das Schweizer Stromnetz. Im Gegenzug erhalten die Partnerlandwirte einen umweltfreundlichen Dünger, der den Boden weniger belastet als herkömmliche Düngemittel. Durch Projekte wie dieses erzielte das Unternehmen im Dow Jones Nachhaltigkeitsindex 98 von 100 Prozentpunkten in der Kategorie Gesellschaft und Soziales.

Konsum- und Haushaltsgüter

Unilever, Niederlande: Laut DJSI sind sämtliche Geschäftsbereiche des Unternehmens nachhaltig ausgerichtet. Dove beispielsweise wird für sein Projekt zum Thema „Selbstachtung“ gewürdigt, das gängige Schönheitsnormen hinterfragt und Frauen dazu aufruft, sich in ihrem Körper wohlzufühlen. Das Projekt erreichte 19 Millionen junge Menschen und machte Dove zu einer der meistverkauften Marken des Unternehmens. Auch in puncto weibliche Führungskräfte ist Unilever auf Erfolgskurs: 45 % der Managementpositionen sind mittlerweile von Frauen besetzt.

Mit dem Unilever Sustainable Living Plan will das Unternehmen die Umweltbelastung seiner Produkte halbieren. Seit 2010 ist der Abfall, der durch die Entsorgung der Produkte entsteht, um 29 % zurückgegangen.

Hardwaretechnik

Hewlett Packard Enterprise Co, USA (PDF, 566 KB): Ökonomische, umweltspezifische und soziale Aspekte werden in der HP-Unternehmensstrategie weiterhin großgeschrieben. Besonders im Bereich Beschäftigung macht das Unternehmen eine gute Figur. Bemühungen zum Schutz der Privatsphäre spiegeln das Engagement für einen verantwortungsvollen Umgang mit Mitarbeitern und Kunden und für die strikte Einhaltung der Menschenrechte wider.

Auch das innovative Management bewertet der Index als Stärke. Die neue strategische Ausrichtung konzentriert sich noch intensiver auf Service und Beratung. Dadurch kann das Unternehmen in neue Geschäftsbereiche vordringen.

Der entscheidende Unterschied

Jeder arbeitet gerne für Konzerne, die sich für das Gemeinwohl engagieren. Wenn ein Arbeitgeber etwas an sein Umfeld zurückgibt, haben die Mitarbeiter das Gefühl, zu einer besseren Welt beizutragen.

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter als Individuen und Mitglieder der Gemeinschaft schätzen, werden von ihrer Belegschaft mit Loyalität und Enthusiasmus belohnt. Diese positive Einstellung führt letztlich zu einer größeren Kundenzufriedenheit.

Außerdem: Auch Kunden erwarten von einem Unternehmen, dass es soziale und ökologische Verantwortung übernimmt. Dem Konsumenten von heute werden die Folgen seiner Ausgaben immer wichtiger. Unternehmen, die das verstehen, setzen schon jetzt auf möglichst nachhaltige Unternehmensmodelle.