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Hast du dich schon mal gefragt, woher die Kakaobohnen für deinen Frühstückskakao kommen? Oder für den süßen Riegel in deiner Tasche? Jedenfalls nicht aus dem Supermarkt, so viel sei verraten. Ein großer Teil des Rohstoffs für unsere Schokolade kommt von Kakaoplantagen in Westafrika. In der Elfenbeinküste oder Ghana zum Beispiel ist der Anbau von Kakao eine der wichtigsten Einnahmequellen für viele Farmer:innen.
Weltweit gehören wir zu den größten Abnehmern von Kakao und daher ist es unsere Aufgabe mit Hilfe des Nestlé Cocoa Plans verantwortungsvoll mit der Lebensgrundlage so vieler Menschen umzugehen.

Lebensbedingungen nachhaltig verbessern

Der Anbau von Kakao ist alles andere als einfach. Die Farmer:innen auf den Plantagen kämpfen mit vielen Herausforderungen. Alte und kranke Pflanzen, abnehmende Qualität der Kakaobohnen oder schlechte Erträge sind nur einige Beispiele. Das Resultat der häufig niedrigen Erträge und Preise? Armut!

Kinderarbeit ist eine Folge der Armut. Für viele Menschen in Westafrika ist der Kakaoanbau die wichtigste Einkommensquelle. Meist arbeiten Kinder auf der Kakaoplantage ihrer Familien, um deren Lebensunterhalt zu sichern. Dadurch können sie nicht zur Schule gehen. Für deren Besuch fehlt aber sowieso oft das Geld. Die Folge: Ohne Bildung haben die Kinder keine Chance auf eine andere Arbeit. So werden viele von ihnen auch weiterhin als Farmer:innen arbeiten– die wiederum auf die Unterstützung ihrer Kinder angewiesen sein werden. Ein Teufelskreis, den wir durchbrechen müssen.

Die Lösung liegt in besseren Bedingungen zum Leben, Lernen und Arbeiten in den Gemeinschaften vor Ort. Unser Ziel: Das Leben der Kakaobäuerinnen und -bauern nachhaltig verbessern. Der „Income Accelerator“ ist dafür unsere neuste Initiative für ein existenzsicherndes Einkommen. Wie der Name schon sagt: wir wollen das Einkommen der Farmer:innen steigern, indem wir ihnen ein zusätzliches Entgelt zahlen. Sie erhalten es aber nicht nur für die Menge und Qualität ihrer Kakaobohnen, sondern auch für Aktivitäten, die gut für die Umwelt und die Gemeinschaft sind.

In diese Initiative sind unsere Erfahrungen aus der jahrelangen Arbeit mit dem Nestlé Cocoa Plan geflossen. Diesen ehrgeizigen Plan verfolgen wir bereits seit 2012 und der „Income Accelerator“ ist seit 2022 unsere Erweiterung dieses Programms.

Der Nestlé Cocoa Plan – ein Ziel, drei Säulen

  • Besserer Anbau
    Damit Bäuerinnen und Bauern ihre Erträge und Einkommen steigern können, sind sie auf gesunde Pflanzen, passendes Klima und entsprechende Düngemittel angewiesen. Hier können wir helfen. Beispielsweise unterstützen wir dabei Schattenbäume zu pflanzen, liefern organischen Dünger und helfen mit solaren Trocknungsanlagen. Zusätzlich vermitteln wir in Schulungen umweltfreundliche und effizientere Anbau- und Erntemethoden.
  • Besserer Kakao
    Zukünftig wollen wir weltweit eine vollständige Rückverfolgbarkeit und die ausschließliche Verwendung von zertifizierten Kakaoprodukten erreichen, um die Qualität unseres Kakaos zu garantieren. Seit 2016 beziehen wir deshalb in Deutschland unseren Kakao zu 100 Prozent aus dem Cocoa Plan. Zudem bauen wir seit 2021 auf die Rainforest Alliance-Zertifizierung (Nachfolge der UTZ-Zertifizierung): Ein Siegel, das sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Klima, Umwelt und Menschenrechten einsetzt – über die ganze Lieferkette hinweg.
  • Besseres Leben
    Wir unterstützen Gemeinden, fördern Frauen, helfen beim Aufbau weiterer Einkommen, schaffen Zugang zu Bildung und bauen sogenannte Brückenschulen für Kinder, die die Regelschule schon verpasst haben. Kurz: Wir tun alles, um die Lebensbedingungen der Kakaobäuerinnen und -bauern zu verbessern und schon frühzeitig die Ursachen für Kinderarbeit zu beseitigen.

Seit dem Start im Jahr 2012 setzen wir uns mit dem Cocoa Plan und unseren Partnern vor Ort für verantwortungsvollen Kakaoanbau und faire Schokolade ein. Soweit in der Theorie. Aber wie sieht die Praxis aus? Die ersten Erfolge konnten wir bereits erzielen: Wir haben mehr als 124.000 Bäuerinnen und Bauern unterstützt, 15,2 Millionen Setzlinge für Kakaobäume verteilt und über 50 Schulen in der Elfenbeinküste gebaut.

In Deutschland beziehen wir unseren Kakao zu 100 Prozent aus dem Nestlé Cocoa Plan, bis 2025 machen wir das dann weltweit.

Carmen Borsche
Carmen Borsche Geschäftsführerin Nestlé Schokoladen

Unsere Antwort gegen Kinderarbeit: Das CLMRS

Das Child Labor Monitoring and Remediation System (kurz: CLMRS) ist ein Kernelement des Cocoa Plan. Als erstes Unternehmen in unserer Branche haben wir dieses gezielte Kontrollsystem eingeführt. Das 2012 gestartete Programm dient der Überwachung und Vermeidung von Kinderarbeit. Dabei setzen wir auf sogenannte Community Liaison People (CLP) – also Einheimische der Kakaoregionen. Sie begleiten Kinder vor Ort und gehen sicher, dass diese nicht (wieder) in Kinderarbeit geraten. Mit ihrer Hilfe konnten wir bereits viele Fälle von Kinderarbeit aufdecken, Auswege aufzeigen und helfen, Kinder permanent aus der Kinderarbeit zu befreien.

Übrigens: Das CLMRS wurde in Partnerschaft mit der International Cocoa Initiative (ICI) entwickelt und baut auf Modellen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) auf. Heißt: Unser System ist auch bei externen Expert:innen anerkannt.

Wusstest du, ...
dass Nestlé keine eigenen Kakaofarmen besitzt? Unsere Kakaobohnen kommen meist aus kleinen Familienbetrieben, die in sogenannten Kooperativen organisiert sind und ihre Kakaobohnen gemeinschaftlich an unsere Lieferanten verkaufen, erklärt Carmen. Sie hat diese Familienbetriebe besucht und sich unsere Arbeit rund um den Nestlé Cocoa Plan in der Elfenbeinküste angesehen.
Ein Schritt weiter: Der Income Accelerator

Der Income Accelerator denkt den Nestlé Cocoa Plan weiter. Unser Ziel: das Einkommen in Richtung existenzsicherndes Einkommen erhöhen, um so wiederum auch Kinderarbeit zu verringern. Das Programm besteht aus zwei Kernelementen: Schulungen und finanzielle Anreize. Sie sollen auf vier Fokusbereiche angewendet werden:

  1. Einschulung aller Kinder im Haushalt im Alter von 6 bis 16 Jahren
  2. Gute landwirtschaftliche Praktiken
  3. Agroforstwirtschaft für bessere Klimaresistenz
  4. Alternative Einkommensquellen speziell für Frauen: z.B. Anbau von Maniok, Bienenzucht

Cocoa Plan Farmer:innen, die am Income Accelerator teilnehmen, erhalten Schulungen in allen vier Bereichen. Die Teilnehmer:innen bekommen notwendige Geräte, Arbeitshelfer:innen und es werden zusätzliche Entgelte gezahlt, für die jeweiligen Umsetzungen.

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Gemeinsam stark mit unseren Partnern

Wir wissen, dass Kinderarbeit ein großes Problem ist. So groß, dass wir alleine nicht dagegen ankommen. Deshalb arbeiten wir mit verschiedensten Partnern, um Kindern eine Zukunft, aber vor allem eine Kindheit zu ermöglichen.

Die International Cocoa Initiative (ICI) ist eine Schweizer Stiftung, die sich für den Schutz von Kindern in Kakaogemeinschaften einsetzt – mit dem Ziel, ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Die Jacobs Foundation ist eine Stiftung, die sich für die Zukunft junger Menschen einsetzt. Dafür unterstützt sie weltweit Forschung im Bereich des Lernens und der Kinder- und Jugendentwicklung.

Die Child Learning and Education Facility (CLEF) ist in der Elfenbeinküste für Kinderrechte und gegen Kinderarbeit aktiv. In diesem Rahmen möchte sie den gleichberechtigten Zugang zu Bildung sicherstellen.

Das Transforming Education in Cocoa Communities (TRECC) Program ist ein Netzwerk aus Forschern und akademischen Einrichtungen, dass die Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Institutionen fördert. Das gemeinsame Ziel: Kindern in der Elfenbeinküste einen guten Start ins Leben und eine gute Bildung zu ermöglichen.