Was sagt Nestlé zum Bericht von Amnesty International über Palmöl?

Amnesty International hat einen Bericht veröffentlicht mit dem Vorwurf zur Verletzung von Arbeitsstandards und Menschenrechten bei einem Palmöllieferanten, Wilmar international.

Nestlé verpflichtet alle Lieferanten, auch für Palmöl, zur Einhaltung ihres Lieferantenkodex, in welchem unter anderem der Schutz der Menschenrechte, auch Arbeitsrechte, festgeschrieben ist. Verstöße werden von Nestlé nicht geduldet und wenn Lieferanten nicht bereit sind, ihre Praktiken zu ändern, beenden wir die Zusammenarbeit.

Wir arbeiteten während der Erstellung des Berichtes von Amnesty International intensiv mit der Organisation zusammen und stellten Informationen zu unserer Palmöl-Lieferkette und zum Lieferanten Wilmar zur Verfügung.

Wilmar beliefert Nestlé mit circa 10 Prozent des gesamten Palmölbedarfs. Nestlé Deutschland bezieht kein Palmöl von Wilmar. Wir arbeiten mit Lieferanten und Partnern, wie dem Forest Trust, daran, die Transparenz und Rückverfolgbarkeit in unserer vorgelagerten Lieferkette für Palmöl zu verbessern. 83 % des Palmöls von Wilmar können wir bis zur Ölmühle und 11 % bis zu den Plantagen zurückverfolgen.

Angesichts der Komplexität der Palmölindustrie und der schätzungsweise vier Millionen Menschen, die in diesem Sektor in Südostasien beschäftigt sind verlangt die Verbesserung von Arbeits- und Menschenrechtsstandards eine branchenübergreifende Zusammenarbeit. Nestlé wird dabei weiterhin, ebenso wie andere Unternehmen, eine aktive Rolle übernehmen.

Wie ist ihre Beziehung zu Wilmar international?

Wilmar international beliefert uns seit über zehn Jahren mit Palmöl. Wir beziehen derzeit circa 10 % unseres Bedarfs von Wilmar. Das Unternehmen hat sich unserem „responsible sourcing“ (verwantwortungsvolle Beschaffung) Programm verpflichtet, welches unter anderem klare Regeln zu Arbeitsrechten und der Verhinderung von Entwaldung beinhaltet.

Wieviel Palmöl bezieht Nestlé jährlich und für was wird es verwendet?

Wir haben 2015 ungefähr 420.000 Tonnen Palmöl von mehreren Unternehmen aus Malaysia, Indonesien und anderen Ländern eingekauft. Das ist ungefähr 1 % der weltweiten Produktion. Hauptsächlich nutzen wir Palmöl als Speiseöl und als Zutat in unseren Lebensmitteln.

Wir arbeiten daran die Menge an Palmöl aus verantwortungsbewusster Beschaffung in unserer Lieferkette zu erhöhen und sicherzustellen, dass unsere Lieferanten unseren Lieferantenkodex (PDF, 1,54 MB) erfüllen. Mit unserem Partner „The Forest Trust“ (TFT) bilden wir unsere Lieferkette für Palmöl ab. Über 90 % des Palmöls, das wir beziehen, kann bis zur Mühle zurückverfolgt werden und 47 % sogar bis zu den Plantagen. Dies bedeutet, dass die meisten unserer Lieferanten entweder unsere Richtlinien befolgen oder Maßnahmen laufen, sodass sie diese befolgen. Unser Ziel ist es, bis Ende 2017 70 % des Palmöls, das wir verwenden, bis zur Plantage zurückverfolgen können.

Wir fokussieren uns zudem auf Programme zur technischen Unterstützung kleiner Bauern, unter anderem mit der Initiative „Rurality“ des TFT. Der Fokus auf kleine Unternehmen ermöglicht uns eine verantwortungsbewusste Beschaffung von Palmöl und bessere Lebensgrundlagen für die Bauern, die uns beliefern.

Verursacht die Kultivierung von Palmöl Entwaldungen und was machen Sie um das zu stoppen?

Der Anbau von Palmöl wurde in Ländern, wie Malaysia und Indonesien, mit Entwaldungen in Verbindung gebracht. Um die Bemühungen zur Verhinderung von Entwaldungen zu unterstützen hat sich Nestlé 2010 zu „zero-deforestation“ verpflichtet. Zudem haben wir die New Yorker Erklärung (Declaration on Forests, PDF, 784 KB) unterschrieben und unterstützen die Verpflichtung des Consumer Goods Forums für eine „zero deforestation“, also keine Entwaldungen bis 2020 und sind in der Tropical Forest Alliance 2020 aktiv.

Was erwarten Sie von Ihren Palmöl-Lieferanten?

Wir fordern von allen Unternehmen, die uns mit Palmöl beliefern:

  • Das Palmöl darf nur von Pflanzungen oder Farmen stammen, die lokale Gesetze und Regulierungen einhalten.
  • Das Palmöl darf nicht von Pflanzungen stammen, die auf nach November 2005 gerodeten Waldflächen angelegt wurden.
  • Wahrung von indigenen Rechten, insbesondere Einverständnis der Einheimischen und ihrer Gemeinschaften zu Aktivitäten in Verbindung mit Palmöl auf ihrem Territorium.
  • Schutz und Erhalt von Torfmooren.
  • Schutz von Wäldern mit einem hohen CO2-Speicherwert.
  • Einhaltung der Prinzipien und Kriterien des Runden Tisches für Nachhaltiges Palmöl (RSPO).

Zusätzlich müssen alle unsere Lieferanten unseren Lieferantenkodex (PDF, 1,54 MB) einhalten.

Geht Nestle gegen Palmöllieferanten wie der IOI Group bezüglich ihrer Aktivitäten vor?

Wir behalten uns das Revisionsecht und die potentielle Beendigung der geschäftlichen Beziehung mit Lieferanten vor, falls sie unsere Standards, die wir von Ihnen erwarten, nicht erfüllen.
Weitere Informationen zu der Beziehung zu IOI finden Sie hier.