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Seit über 25 Jahren engagieren wir uns für den Schutz der Mineralwasserquellen in Vittel. Eine wasserreiche Region, die über mehrere ergiebige Mineralwasserquellen verfügt. Eine der drei Quellen in Vittel wird von uns, der Kommune und weiteren Unternehmen gemeinsam genutzt – aktuell wird dieser Quelle mehr Wasser entnommen als ihr natürlich zufließt. Die Wassernutzung durch die Industrie ist in Frankreich strikt reguliert. Allerdings entsprechen die genehmigten Mengen nicht mehr der heutigen Situation der Quelle. 

Zum Schutz der Quelle haben wir daher die eigene Wasserentnahme seit 2010 bis heute bereits freiwillig um 30% reduziert. Bis 2020 wollen wir um weitere 100 Mio. Liter reduzieren. Damit nutzen wir nur 65% der behördlich genehmigten Menge. Diese Anstrengung alleine reicht allerdings noch nicht aus, um die Stabilität des Grundwasserspiegels langfristig sicherzustellen. Für die langfristige Sicherung der Quelle und der Wasserversorgung der Region ist ein gemeinsamer Lösungsansatz erforderlich.

In Vittel gibt es drei Quellen. Eine von ihnen ist langfristig gefährdet, die sogenannte „Bonne Source“. Während den anderen Quellen ausreichend natürlich Wasser zufließt, gibt es bei der „Bonne Source“ eine Fehlmenge: Derzeit ist die aus dieser Grundwasserschicht von allen Nutzern gemeinsam entnommene Wassermenge – die von den Behörden genehmigt ist - höher als die Menge, die durch Niederschläge natürlich zufließt. Entsprechend sinkt der Grundwasserspiegel seit mehreren Jahren kontinuierlich. Bis zum Jahr 2050 könnte es so zu einer akuten Knappheit kommen, wenn keine Lösungen für die Deckung des Defizits gefunden werden.

Reduktion der Wasserentnahme um 20 Prozent -
bis 2020 Einsparungen um weitere 100 Millionen Liter

Der Schutz der Quellen und die Grundwasserversorgung der Anwohner in Vittel hat für uns oberste Priorität: Nachdem es erste Hinweise auf mögliche Risiken für den Grundwasserspiegel der „Bonne Source“ gab, reagierten wir umgehend. Freiwillig haben wir bereits seit 2010 unsere Wasserentnahme schrittweise um 30% reduziert – etwa durch Investitionen in die Wiederverwendung von Wasser am Standort, die Optimierung unserer industriellen Prozesse und die Installation neuer Anlagen. Diese Anstrengungen setzen wir fort: Bis 2020 wollen wir unsere Entnahme um weitere 100 Millionen Liter reduzieren. Damit nutzen wir nur 65% der Menge, die uns die Regierungsbehörde genehmigt hat. So tragen wir zum Schutz der Quelle bei, bis eine übergreifende Lösung umgesetzt wird.

Suche nach einer gemeinsamen Lösung zum Schutz der Quelle

Um die Lücke zwischen Wasserbedarf und der nachfließenden Menge zu schließen, bedarf es größerer, gemeinsamer Anstrengungen: Die Wiederherstellung des Gleichgewichts lässt sich auf Dauer nur durch Lösungsansätze bewerkstelligen, die alle Akteure miteinbeziehen. Auf verschiedenen politischen Ebenen wird daran gearbeitet. Nestlé hat diesen Prozess von Anfang an unterstützt. Wir werden dabei jede Lösung mittragen und umsetzen, die die Quelle nachhaltig schützt, die Versorgung der Anwohner mit Trinkwasser sicherstellt und den wirtschaftlichen Interessen der verschiedenen Wassernutzer Rechnung trägt.

Aktuell hat die Bezirkspräfektur das Verfahren übernommen und einen neuen Lösungsansatz vorgelegt, der alle Wassernutzer in die Pflicht nimmt. Mitte Oktober 2019 hat die zuständige Präfektur entschieden, dass bis 2027 Wasserentnahme und Wassernachfluss der „Bonne Source“ wieder ausgeglichen sein muss. Dazu sollen alle Nutzer der Quelle ihre Entnahme weiter reduzieren. Nestlé Waters begrüßt diese Initiative und wird ihre Umsetzung durch eigene, weitere Reduzierung der Wasserentnahme unterstützen.

Mit dieser Entscheidung verwirft die Bezirks-Präfektur den Lösungsansatz, für den sich die lokale Wasserkommission CLE im Juli 2018 mehrheitlich ausgesprochen hatte. Dieser hatte vorgesehen, der Quelle über eine Pipeline Wasser aus einem anderen Einzugsgebiet mit überschüssigem Wasser zuzuführen. Erarbeitet hatte diesen Vorschlag die französische Bergbaubehörde. Die CLE hat 46 Mitglieder aus Gebietskörperschaften, Wasseragenturen, Vertretern des Staates und der Umweltschutzverbände sowie Vertretern aus Industrie und Gewerbe und sonstigen Wasserverbrauchern, Nestlé Waters ist ein Mitglied davon.

Unser Ziel in Vittel

Nach der Entscheidung der Bezirks-Präfektur wird die CLE jetzt konkrete Reduktionsmengen für die unterschiedlichen Nutzer der „Bonne Source“ erarbeiten. Unser Ziel bleibt: Die Quelle muss nachhaltig geschützt werden – im Sinne aller Nutzer. Für die Anwohner sollen dabei keine zusätzlichen Kosten entstehen. Die Interessen der Stadt und ihrer Bewohner sind für uns als größtem Arbeitgeber in der Region vorrangig, und die kommerzielle Nutzung von Wasser durch ein Unternehmen darf nicht zu Lasten der öffentlichen Wasserversorgung gehen.

Öffentliche Anhörungen als Teil des Lösungsprozesses

Die Suche nach einer gemeinsamen Lösung war auch in zahlreichen öffentlichen Anhörungen begleitet worden, so wie dies von der Gesetzgebung vorgesehen ist. Ab Mitte Dezember 2018 wurden dort der Plan der CLE und andere Vorschläge vorgestellt und diskutiert. Nestlé Waters hatte diese Konsultationen ebenso aktiv unterstützt. Hervé Levis, Werksleiter Vittel, und François Negro, unser Nachhaltigkeitsmanager, standen dort Rede und Antwort. Da für den Schutz der Quelle eine gemeinschaftliche Lösung gefunden werden muss, sind Transparenz und Diskussion besonders wichtig.

Aufgeklärt: Drei Wahrheiten zur Berichterstattung über Vittel

Transparenz und Offenheit sind uns wichtig. Dazu gehört auch, Vertretern der Medien die relevanten Informationen zur Verfügung zu stellen und alle Fragen zu beantworten. Dies haben wir auch im Vorfeld der kritischen Berichterstattung zu Vittel gemacht. Manchmal geben kritische Beiträge allerdings Sachverhalte stark vereinfacht oder in einem falschen Kontext wieder.
 

Dürfen die Bewohner von Vittel nur sechs Flaschen Wasser am Tag abfüllen?

Bei jedem Bewohner von Vittel kommt unbegrenzt hochwertiges Mineralwasser aus dem Wasserhahn, Engpässe gibt es nicht. In der Innenstadt befindet sich ein Mineralwasserbrunnen, an dem jeder zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit hat Wasser abzufüllen. Aufgrund der besonderen Mineralisierung ist er bei Anwohnern und Touristen beliebt. Damit sich keine Schlangen bilden, wurde schon vor vielen Jahren ein Schild am Brunnen angebracht, dass die Abfüllung auf jeweils sechs Flaschen begrenzt. Der Brunnen läuft aber rund um die Uhr, die Entnahme wird von niemandem beschränkt oder kontrolliert. Ähnliche Schilder hängen übrigens an den meisten öffentlichen Mineralwasserbrunnen auch in deutschen Städten.
 

Darf ein Schäfer in der Region Vittel keinen Brunnen bauen?

Dies ist nicht richtig: Die Bohrung dafür muss schlicht bei den lokalen Behörden beantragt und von ihnen genehmigt werden. Wir haben auf diesen Prozess keinen Einfluss. Da die kostenlos zur Verfügung gestellten Weideflächen in einem Wasserschutzgebiet liegen, ist der Bau eines Brunnens relativ aufwändig und wird von den Behörden auch eng überwacht – das ist für einen Schäfer teuer. Die meisten Schäfer in dieser oder anderen Regionen haben übrigens keine eigenen Grundwasserbrunnen auf ihren Weiden, sondern versorgen ihre Tiere mit Tankwagen. Dies ist allgemein üblich.
 

Muss in einem Ort in der Nähe von Vittel Wasser per Tankwagen herangeschafft werden?

Das ist in der Vergangenheit in einem Ort der Region tatsächlich punktuell der Fall gewesen. Diese Maßnahme stand allerdings nicht in Verbindung mit dem Grundwasserspiegel der „Bonne Source“. Diese Gemeinde bezieht das Wasser für die öffentliche Wasserversorgung aus einem anderen Einzugsbereich. Aufgrund des schlechten Zustands des lokalen Wasserleitungssystems ist in den vergangenen Sommern das Leitungswasser gelegentlich knapp gewesen. Mit der Situation in Vittel und der Quelle „Bonne Source“ hat dies aber nichts zu tun.

 

Unser Quellschutzprogramm Agrivair

 

Seit über 25 Jahren engagieren wir uns für den Schutz der Quellen in Vittel. Im Rahmen des bereits 1992 gestarteten Agrivair-Programms tragen wir zum Schutz der Wasserqualität in 17 Kommunen und auf einer Fläche von über 10.000 Hektar bei. Agrivair unterstützt dabei vor allem lokale Landwirte bei der Umsetzung umweltfreundlicher und nachhaltiger Anbaumethoden und führt groß angelegte Initiativen zur lokalen Biodiversität durch. Farmer, die komplett auf den Einsatz von Pestiziden verzichten und die Viehhaltung deutlich reduzieren erhalten einen wirtschaftlichen Ausgleich. So sollen negative Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Wasserqualität verhindert werden. Auch gezielte Bepflanzung mit Baumreihen und Hecken tragen zum Schutz von Gewässern und Förderung der Artenvielfalt in der Region bei.

 
Agrivair – zum Schutz von Vittel 
 
 

Was die Vittel-Quelle so besonders macht und welchen Weg das Wasser bis zur Abfüllung nimmt, erfahren Sie in unserem ausführlichen Bericht „Vom Ursprung bis in die Flasche – Wie ein natürliches Mineralwasser entsteht“. Hier finden Sie auch weitere Informationen, wie Agrivair zum Quellschutz beiträgt und beim nachhaltigen Wirtschaften in der Region unterstützt.