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Im Supermarkt zu viel eingekauft? Mittags zu viel gekocht? Essen kann schnell zu Abfall werden. Und das nicht nur daheim. Selbst bei der Herstellung können Lebensmittelabfälle entstehen. Interessant ist hier das „können“ – denn Nestlé möchte das Gegenteil beweisen. Wir werfen einen Blick auf die Initiative zur Vermeidung von Food Waste.

„Da waren die Augen wohl größer als der Magen" - ein Satz so aktuell wie eh und je. Denn Lebensmittelabfälle spielen in deutschen Haushalten eine große Rolle. Und nicht nur dort. Auch im Anbau der Rohstoffe, in der Lebensmittelproduktion und der Gastronomie. Laut der Welthungerhilfe kommen so weltweit 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel zusammen, die jedes Jahr entsorgt werden. In Deutschland sind es durchschnittlich 4,4 Millionen Tonnen, wie eine GFK-Studie von April 2018 herausgefunden hat. Grund genug, das eigene Konsumverhalten und die Produktionsbedingungen von Unternehmen einmal genauer zu betrachten. Denn oft finden sich in Sachen Lebensmittelabfällen einige Einsparmöglichkeiten. Potenzial, das genutzt werden sollte. Aber warum eigentlich?

Warum lohnt es sich Lebensmittelabfälle zu reduzieren?

Zum einen ist Lebensmittelverschwendung ein gesellschaftliches Thema: Während insgesamt etwa 815 Millionen Menschen auf der Welt hungern, landen große Mengen von Nahrungsmitteln auf dem Müll. Zum anderen belastet es die Umwelt. Denn jedes Lebensmittel – auch jenes, das am Ende weggeworfen wird – verbraucht zum Beispiel Wasser und Energie. Das Ziel ist also, weniger Lebensmittelabfälle zu erzeugen. Eine Herausforderung, die alle betrifft.

 

Entlang der Wertschöpfungskette kann jeder mithelfen, Food Waste zu reduzieren. Auch wir von Nestlé. Anke Stübing, Head of Corporate Social Responsibility Nestlé

 

Als Nahrungsmittelhersteller möchte Nestlé einen Beitrag leisten. Das große übergeordnete Ziel lautet: Ab 2020 sollen in keinem Werk der Welt mehr Abfälle auf Deponien landen. Dazu gehören auch Lebensmittelabfälle. Insgesamt ein recht anspruchsvolles Ziel, das nur mit guten Ideen zu erreichen ist. Ein interessantes Beispiel liefert die Schokoladenproduktion in Hamburg.

 

Kitkat im Chocoladenwerk Hamburg.

 

Wegwerfen adé: Lebensmittelabfälle recyceln

In der Produktion lassen sich zwei Dinge manchmal schwer vermeiden: Produkte mit kleinen Fehlern und Zutaten, die in der Herstellung zwar gebraucht werden, im Endprodukt aber nicht. Genau in diesem Punkt liegt eine interessante Chance. Denn sie müssen nicht automatisch zu Abfällen werden. Anstatt sie wegzuwerfen kann man sie weiterverarbeiten. In Deutschland geschieht dies zum Beispiel bereits im Nestlé Chocoladenwerk in Hamburg. Am laufenden Band werden hier Süßwaren wie KitKat, After Eight und Smarties produziert. Dabei fällt zwar Bruchware an, doch diese landet nicht in der Tonne. Sie wird sinnvoll weiterverarbeitet. Wie das funktioniert? Durch angepasste Produktionsprozesse.

 

Wir haben die Transportwege, die Lagerlogistik und unsere Betriebsabläufe verbessert. Dadurch konnten wir dieses Jahr bereits über 30 Tonnen Lebensmittelabfälle vermeiden. Arturo Galvan, Leiter des Nestlé Chocoladenwerks in Hamburg

 

Wie genau kann so eine Optimierung aussehen? Werfen wir einen Blick in die Produktion von KitKat. Hier hat man einen überarbeiteten Schritt (einen sogenannten Rework) in den Herstellungsprozess integriert. Der Rework findet beim Verpacken der Riegel statt: Die Riegel laufen auf einem Band in Richtung Verpackungsmaschine. Wenn einer durchrutscht und dadurch nicht in Folie verschweißt wird, landet er in einem speziellen Behälter. Anschließend werden die aufgefangenen Riegel gemahlen und als Teil der Füllung zwischen die Waffeln der neuen Produktion gegossen. Das Ergebnis: Beim Verpacken von KitKat fallen jetzt nahezu keine Lebensmittelabfälle mehr an.

Sharing is caring: Lebensmittel weitergeben

Der Rework bei KitKat zeigt, wie man Lebensmittelverschwendung angehen kann. Ein Ansatz, der sich allerdings nicht bei allen Herstellungsabläufen umsetzen lässt. Daher feilen die Mitarbeiter kontinuierlich an Ideen, damit Lebensmittelüberschüsse nicht auf der Deponie landen. Möglich ist es zum Beispiel, Nahrungsmittel anderen Herstellern oder Initiativen zu überlassen. Eine Lösung, von der gleich mehrere Beteiligte direkt profitieren – sogar die Mitarbeiter. So verkauft Nestlé zum Beispiel Mängelexemplare als zweite Wahl im Personalwarenshop oder gibt sie an Tafel-Organisationen weiter. Hochwertige Zwischen- und Nebenprodukte (etwa aus der Herstellung von Caro Kaffee) können zum Beispiel als Zutat für Tierfutter genutzt werden. Und das, was dann noch übrigbleibt, führt Nestlé Biogasanlagen zu.

No Food Waste in Deutschland bereits erreicht

Ein neuer Produktionsschritt, der Verkauf als zweite Wahl, Weitergabe an Initiativen - Nestlé zeigt, dass man mit Lebensmittelverschwendung auf verschiedenste Arten verringern kann. Was alle Maßnahmen eint? Die Herangehensweise. Und die ist so simpel wie effektiv. Denn letztlich geht es vor allem um einen Perspektivwechsel. So werden aus unvermeidbaren Abfällen sogar neue Produkte. Müll wird zur Möglichkeit. Und die steckt voller Potenzial.

Im Falle von Nestlé hat sich das Umdenken bereits ausgezahlt. So konnten die Standorte in Deutschland im Jahr 2016 bereits 11.000 Tonnen CO2 einsparen. Außerdem wurden 55.000 Tonnen Reststoffe systematisch und vollständig weiterverwertet. Das Ergebnis: In Deutschland landen bereits keine Lebensmittel mehr auf der Deponie. Insgesamt sind es weltweit schon 253 Werke, in denen im Jahr 2017 keine Abfälle mehr entsorgt werden mussten. Eine gute Nachricht, die Paul Bulcke besonders freut. Der Verwaltungspräsident von Nestlé gehört zum UNO-Bündnis „Champions 12.3" - einem Gremium bestehend aus Führungskräften, internationalen Organisationen und Forschungszentren. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, dass das Nachhaltigkeitsziel 12.3 der Vereinten Nationen erreicht wird. Was das konkret bedeutet? Bis 2030 sollen die Lebensmittelabfälle um die Hälfte reduziert werden. Ein langer Weg, der vor allem von guten Ideen lebt. Die gibt es unter anderem aus dem EU-Forschungsprojekt „Refresh" oder der Initiative „United against Food Waste". "Aus diesen Initiativen erhalten wir wertvolle Impulse. Der Austausch bringt uns wirklich voran und stößt immer wieder neue Ideen an", sagt Anke Stübing. Und von den neuen Ansätzen profitieren nicht nur die Nahrungsmittelhersteller.

 

Speisereste in der Nestlé Kantine

 

Lebensmittelabfälle? Ich? Wirklich?

Bei Nestlé ist jeder einzelne Mitarbeiter eingeladen mitzumachen und Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Ein erster Schritt: Sich bewusst zu werden, wie man persönlich mit seinem Essen umgeht. Und weil das mit einem Aha-Effekt manchmal besonders gut geht, hatten die Mitarbeiter in der Zentrale in Frankfurt eine pfiffige Idee.

Gemeinsam mit unserem Partner und Kantinenbetreiber in der Nestlé Deutschlandzentrale in Frankfurt möchten wir unsere Mitarbeiter noch stärker sensibilisieren. Dazu hatten wir einen Tag lang eine gläserne Mülltonne in der Mitarbeiterkantine aufgestellt. So konnte man direkt sehen, wie viele Abfälle entstehen. Anke Stübing, Head of Corporate Social Responsibility Nestlé

 

Ergänzt wurde die Tonne mit weiteren Informationsangeboten zum Thema. So wurden zum Beispiel Vertreter der Verbraucher Initiative e.V. und des DHB Netzwerk Haushalts für Veranstaltungen eingeladen. Außerdem lagen für die Mitarbeiter Broschüren mit Tipps zum Vermeiden von Lebensmittelabfällen aus.

Mindesthaltbarkeitsdatum

Tipps für zu Hause

Verlassen wir aber nun die Zentrale und werfen einen Blick in die Küche daheim. In den eigenen vier Wänden Nahrungsmittel einsparen - das klingt gut. Denn weggeworfenes Essen belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch den privaten Geldbeutel. Doch wie lassen sich Lebensmittelabfälle im Haushalt vermeiden? Auf den Seiten der Nestlé finden sich Informationen zum Thema. Der Nestlé Marktplatz gibt beispielsweise hilfreiche Tipps, wie Sie planvoller einkaufen und ihren Kühlschrank geschickt nutzen. Im Nestlé Ernährungsstudio dreht sich dann alles um die richtige Lagerung. Und das Maggi Kochstudio zeigt, wie sich Lebensmittelreste zu leckeren Gerichten verarbeiten lassen. Im Handumdrehen können sie länger Freude an ihrem Essensvorrat haben und Lebensmittelreste reduzieren.

 

Bildrechte: Nestlé Deutschland AG, GettyImages

Mach mehr draus – gemeinsam gegen Foodwaste