Zurück zu allen Storys
4 Minuten Lesezeit
Ab 2020 sollen in allen Nestlé-Werken weltweit keine Lebensmittelabfälle mehr zur Deponie gehen. Dafür engagiert sich das Unternehmen auch dank tatkräftiger Unterstützung der Mitarbeiter.

Unser Nestlé-Chokoladenwerk in Hamburg steht niemals still. Am laufenden Band werden hier leckere Süßwaren wie KitKat, After Eight und Smarties produziert. Deshalb ist das Werk Tag und Nacht in Betrieb. Das allerdings nicht nur aus Liebe zur Schokolade. Dieser Dauerbetrieb hat außerdem einen Nutzen für Umwelt und Unternehmen. „Seitdem wir die Transportwege und Speicherplätze optimiert haben, konnten wir die Prozesse verbessern und dieses Jahr bereits über 30 Tonnen Lebensmittelabfälle vermeiden”, erklärt Arturo Galvan, Werksleiter in Hamburg.

Nestlé Chocoladenwerk.

Sichergestellt wird dies zum Beispiel durch den sogenannten Rework bei unserer KitKat-Produktion. Der Rework findet an der Schnittstelle zum Verpacken der Riegel statt: Die produzierten Riegel laufen auf einem Band in Richtung Verpackungsmaschine. Wenn einer durchrutscht und dadurch nicht in Folie verschweißt wird, wird er in einem für Lebensmittel geeigneten Behälter aufgefangen. Alle aufgefangenen Riegel werden jedoch nicht entsorgt – sie werden gemahlen und als Teil der Füllung zwischen die Waffeln der neuen Produktion gegossen. Auf diese Weise fallen in diesem Arbeitsschritt nahezu keine Überschüsse mehr an.

18 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle in Deutschland

In Deutschland häufen sich laut einer WWF-Studie aus dem Jahr 2015 jährlich insgesamt über 18 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an (PDF, 3,08 MB). Diese Abfälle haben soziale und ökologische Folgen, da Ressourcen verbraucht, CO2 produziert und Arbeitskraft aufgewendet wird. Jedes einzelne Lebensmittel verbraucht Ressourcen wie Wasser und Energie. Ein Apfel von 100 Gramm benötigt beispielsweise rund 70 Liter Wasser vom Anbau bis auf den Tisch des Konsumenten. Wir sind deshalb der Überzeugung, dass ein respektvoller Umgang mit Lebensmitteln sowie das Vermeiden von Verlusten wichtig ist.

 

Seitdem wir die Transportwege und Speicherplätze optimiert haben, konnten wir die Prozesse verbessern und dieses Jahr bereits über 30 Tonnen Lebensmittelabfälle vermeiden. Arturo Galvan, Leiter Chokoladenwerk Hamburg

 

Lebensmittelverluste, die vermeidbar sind, könnten überall in der Wertschöpfungskette eines Produktes anfallen: unmittelbar nach der Ernte, in der Verarbeitung zum Produkt, im Handel, im Haushalt sowie in Restaurants oder Kantinen. „Wir sehen diese ökologische und soziale Aufgabe in der Verantwortung aller Beteiligten der Wertschöpfungskette“, sagt deshalb Anke Stübing, Head of Corporate Social Responsibility bei Nestlé, „und dazu möchten wir unseren Beitrag leisten.“

Unser Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Um die Verschwendung zu verringern, ergreifen wir in unseren Werken verschiedene Maßnahmen. Beispielsweise werden Endprodukte, die lediglich kleine Mängel aufweisen, als zweite Wahl im Personalwarenshop verkauft oder Tafel-Organisationen zur Verfügung gestellt. Hochwertige Zwischen- und Nebenprodukte, etwa Rückstände aus der Produktion von Caro Kaffee oder aus der Produktion von Milcherzeugnissen, werden für die Produktion von Tierfutter abgegeben. Andere Produktionsabfälle werden zum Beispiel externen Biogasanlagen zugeführt.

Eine überschlägige Berechnung ergab, dass wir in Deutschland damit jährlich rund 11.000 Tonnen CO2 einsparen. Zudem wurden durch die vielen kleinen Maßnahmen im Jahr 2016 insgesamt über 55.000 Tonnen Reststoffe systematisch und vollständig einer sinnvollen Verwertung zugeführt. Bereits heute fallen in Nestlés deutschen Werken keinerlei Lebensmittelabfälle zur Deponie-Entsorgung an. Bis 2020 wollen wir dies weltweit umsetzen.

Unser Ziel ist es, die Verwertung von Lebensmitteln stetig zu verbessern und so eine höherwertige Nutzung von Lebensmittelresten zu ermöglichen. Um dies zu erreichen haben wir uns dem EU-Forschungsprojekt Refresh angeschlossen, das Aktionen entlang der gesamten Versorgungskette zur Bekämpfung von Lebensmittelabfällen anstößt und Aktionspläne erarbeitet. Eine weitere Initiative, der wir uns angeschlossen haben, ist United against Food Waste. Die Multistakeholder-Initiative erarbeitet praxisnahe Lösungen, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden oder einer höchstmöglichen Verwertung zuzuführen. „Aus diesen Initiativen erhalten wir wertvolle Impulse“, sagt Anke Stübing, „der Austausch bringt uns wirklich voran.“

Unterstützung erhalten wir bei unseren Vorhaben von der höchsten Führungsebene der Nestlé. So ist Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke einer der Champions für das Nachhaltigkeitsziel 12.3 der Vereinten Nationen, das sich zum Ziel setzt, die weltweiten Lebensmittelabfälle bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren. Dafür möchten wir über unsere eigenen Prozesse hinausgehen und auch unsere Mitarbeiter aktiv im Kampf gegen Lebensmittelabfälle einbeziehen.

Speisereste in der Nestlé Kantine

„Gemeinsam mit unserem Partner und Kantinenbetreiber in der Nestlé Deutschlandzentrale in Frankfurt möchten wir unsere Mitarbeiter noch stärker sensibilisieren”, erklärt Anke Stübing. Es soll sie motivieren, ebenfalls Lebensmittelverluste zu verringern. Aus diesem Grund haben wir testweise eine gläserne Tonne in der Kantine aufgestellt, in der alle Lebensmittelreste der täglich etwa 1000 Essensportionen gesammelt worden sind. Sie hat die Menge an Resten, die an einem durchschnittlichen Mittag auf den Tellern bleiben, sehr anschaulich dokumentiert. Mit begleitenden Kommunikationsmaßnahmen, gemeinsam mit Gästen der Verbraucher Initiative e.V. und des DHB-Netzwerk Haushalt, wurde die Wichtigkeit des Themas und mögliche Ansätze zur Vermeidung von Resten hervorgehoben. Eine Broschüre der beiden Nichtregierungsorganisationen über Tipps und Tricks zum Vermeiden von Lebensmittelabfällen zu Hause rundeten das Konzept ab.

Das Interesse der Nestlé-Mitarbeiter an einer gemeinsamen Vermeidung von Lebensmittelabfällen ist groß. So hat eine Umfrage unter den Gästen der Kantine ergeben, dass sich die meisten für kleinere Portionen aussprechen, sofern ein kostenloser Nachschlag möglich ist.

Den Endverbraucher zur Müllvermeidung motivieren

Knapp die Hälfte der Lebensmittelabfälle entsteht übrigens in privaten Haushalten. Davon ist, laut der Studie des WWFs, ein Großteil vermeidbar. Deshalb möchten wir uns mit dem Nestlé Marktplatz, dem Nestlé Ernährungsstudio sowie unserer Marke Maggi auch an den Verbraucher wenden und in Ratgeber- und Service-Angeboten aufzeigen, wie man im eigenen Haushalt Lebensmittelabfälle vermeiden kann.

Maggi bietet beispielsweise eine Rezeptdatenbank zum Kochen mit übrig gebliebenen Lebensmitteln an. Das Nestle Ernährungsstudio zeigt Tipps zur Lagerung von Lebensmitteln sowie der Nestlé Marktplatz gibt Alltagstipps zur Vermeidung von Lebensmittelresten und animiert mit einem Gewinnspiel zur aktiven Teilnahme an der Aktion Mach mehr draus – gemeinsam gegen Foodwaste.

Bildrechte: Nestlé Deutschland AG, GettyImages

Mach mehr draus – gemeinsam gegen Foodwaste