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Soziale Verantwortung und Achtung der Menschenrechte 2022

Kinder in der Schule

Der Mensch und die Achtung der Menschenrechte stehen im Mittelpunkt unserer Unternehmenskultur. Sie sind untrennbar mit dem Übergang zu einem gerechten und regenerativen Lebensmittelsystem verbunden.

Die Förderung fairer und widerstandsfähiger Lebensgrundlagen mit sicheren und würdevollen Arbeitsbedingungen bei gleichzeitigem Abbau von Ungleichheiten kann die Menschenrechte voranbringen und fördern. Wir wollen die Landwirte in unseren Lieferketten dafür belohnen, dass sie hochwertige Zutaten produzieren und einen positiven Beitrag für ihre Gemeinschaften und die Umwelt leisten.

Wir wollen unsere Größe, Erfahrung und Ressourcen nutzen, um das Bewusstsein für Menschenrechte zu schärfen, bewährte Praktiken zu fördern und die Menschen in unseren eigenen Betrieben sowie unserer Lieferketten stärken. Wir haben die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte und die Leitlinien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für multinationale Unternehmen frühzeitig übernommen. Außerdem haben wir eine Reihe von Programmen zur Identifikation von Risiken und gezielten Abhilfe vor Ort eingeführt.

Unsere Arbeit in diesem Bereich stärkt unseren Beitrag zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) der Vereinten Nationen. Die für die gesamte Nestlé Gruppe gültige Human Rights Policy bildet die Grundlage für das Nestlé Human Rights Framework – das Rahmenwerk wodurch wir unsere Menschenrechtsstrategie operationalisieren. Nestlé Deutschland, als Teil der Nestlé Gruppe, setzt die Human Rights Policy und das Human Rights Framework um. Dies trägt auch zur Umsetzung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes bei .

Höhepunkte 2022

100 %
100 %
Über 200
45

Unsere Engagements

Nestlé Human Rights Framework

Menschenrechte – im Mittelpunkt unserer Kultur und Werte

Wir arbeiten seit vielen Jahren daran, Menschenrechtsbelange in alle Aspekte unserer Geschäftstätigkeit einzubeziehen. Menschenrechtsaspekte sind in insgesamt 22 Richtlinien verankert und eng in unsere Governance-Strukturen eingebunden. Unser globales Sustainability Committee stellt auf Vorstandsebene sicher, dass wir eine Due-Diligence-Prüfung durchführen und über unsere schwerwiegendsten menschenrechtsbezogenen Risiken berichten. Es überwacht auch die Einhaltung unserer Grundsätze und der regulatorischen Rahmenbedingungen. Darüber hinaus berät unser ESG- and Sustainability Council unsere Geschäftsleitung dabei, fundierte und faktenbasierte Entscheidungen zu treffen, um wichtige Themen in der vorgelagerten Lieferkette zu adressieren. Er wird durch die Arbeit einer internen Menschenrechts-Community unterstützt, der rund 40 Personen aus verschiedenen Geschäftsbereichen und Funktionen mit Verantwortlichkeiten im Bereich der menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten angehören.

Unser 2021 veröffentlichtes Human Rights Framework beschreibt unsere vielschichtige Rolle bei der Förderung eines gerechten Transformationsprozesses, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Es stellt die Sorgfaltspflichten ins Zentrum unseres Ansatzes und definiert fünf Grundpfeiler (sog. „Enabler“), die unsere Arbeit unterstützen.

Darüber hinaus beschreibt es zehn zentrale Risiken für die Menschenrechte in unserer Geschäftstätigkeit und in unserer Wertschöpfungskette. Wir haben im ersten Quartal 2023 Aktionspläne für jedes einzelne Risiko veröffentlicht und uns verpflichtet, bis 2025 über unsere Fortschritte bei der Umsetzung der Aktionspläne zu berichten. 

Verankerung von Menschenrechten bei Nestlé

Der Respekt und die Förderung der Menschenrechte sind uns sehr wichtig. Deshalb haben wir bereits 2009 damit begonnen, Human Rights Impact Assessments (HRIA) in verschiedenen Ländern durchzuführen. Auf diese Weise konnten wir Erkenntnisse über das Umfeld, in dem wir arbeiten, gewinnen. Seit 2012 auditieren wir weltweit alle unsere Standorte im Rahmen unserer CARE Audits. Diese Audits überprüfen nebender Einhaltung der Nestlé Unternehmensgrundsätzen auch wichtige Menschenrechts- und Umweltthemen. Das Audit-Protokoll wird regelmäßig angepasst und erweitert. Seit 2013 haben wir Menschenrechte verstärkt in unsere Policies und Standards integriert, insbesondere in den Nestlé Responsible Sourcing Standard).

2017 haben wir im ersten Tackling Child Labor Report über unsere Aktivitäten gegen Kinderarbeit im Kakaoanbau berichtet. Ein weiterer Bericht zum Thema Kinderarbeit ist 2019 erschienen. Zudem haben wir 2020 eine interne Human Rights Community ins Leben gerufen. Sie besteht aus ca. 40 Mitgliedern verschiedener Unternehmensfunktionen und -programmen und verantwortet die Menschenrechtsagenda im Unternehmen. Und auch bei der Entwicklung des Human Rights Frameworks hat diese Community mitgearbeitet.

Unser globales Human Rights Framework

Mit unserem Human Rights Framework wollen wir einen noch  größeren Beitrag zur Achtung und Stärkung der Menschenrechte in unserem eigenen Geschäftsbereich und in unseren Lieferketten leisten als bisher. Dafür haben wir in einem umfangreichen Prozess unsere zehn wichtigsten menschenrechtlichen Herausforderungen identifiziert. Für jedes Risiko haben wir einen detaillierten Aktionsplan entwickelt. Die Aktionspläne beschreiben den Status quo, die Zielsetzung sowie Maßnahmen, die zur Zielerreichung ergriffen werden sollen.

10 Herausforderungen

Fünf zentrale Faktoren zur Erfüllung unserer Sorgfaltspflichten

Damit unsere Aktionspläne ihre Wirkung entfalten und wir Fortschritte erreichen können, wollen wir optimale Rahmenbedingungen mit den folgenden, sogenannten „Enablern“ (im deutschen etwa Grundpfeiler) schaffen:

Fünf zentrale Faktoren

Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz – ein wichtiger Meilenstein des nachhaltigen Lieferkettenmanagements

Der Schutz der Menschenrechte ist eine grundlegende Überzeugung, für die Nestlé aktiv eintritt – und zwar bis zu den Bäuer:innen auf dem Feld. Deshalb begrüßen wir es, dass sich die Bundesregierung 2021 auf ein Lieferkettengesetz geeinigt hat. Eine Orientierung an den UN Guiding Principles on Business and Human Rights (UNGP) befürworten wir sehr. Doch nur wenn alle Akteur:innen für die Achtung der Menschenrechte einstehen, lassen sich effektive Verbesserungen erzielen. Eine einheitliche europäische Gesetzgebung wäre aus unserer Sicht der effektivste Ansatz hierzu. Die in Deutschland erzielte Einigung sehen wir als wichtigen Schritt auf diesem Weg.

In Deutschland ist das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) seit dem 1. Januar 2023 in Kraft. Nestlé Deutschland begrüßt, dass klare Anforderungen an Unternehmen zum Schutz der Menschenrechte in globalen Lieferketten festlegt wurden. Vor diesem Hintergrund hat Nestlé in Deutschland auf lokaler Ebene eine umfassende Risikoanalyse durchgeführt, um die menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken in allen Geschäftsabläufen angemessen zu adressieren.

Die Ergebnisse der Analysen und daraus abgeleitete Maßnahmen sind in die vom Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz vorgesehene Grundsatzerklärung eingeflossen, die Nestlé Deutschland zum Frühjahr 2023 veröffentlicht hat.

Income Accelerator Program

Mehr Einkommen für Kakaobauern und -bäuerinnen

Ein existenzsicherndes Einkommen einer Kakaobauernfamilie in Côte d’Ivoire liegt bei 6.365 CHF1 pro Jahr. Das tatsächliche Einkommen beträgt aber nur die Hälfte davon. Ein zu niedriges Einkommen kann eine Ursache für Kinderarbeit sein. In Côte d’Ivoire und Ghana sind immer noch rund 1,5 Millionen Kinder2 von unzulässiger Kinderarbeit betroffen. Zusätzlich mangelt es an Wissen über gute landwirtschaftliche Praktiken sowie den Zugang zu Bildung – insbesondere Herausforderungen für rohstoffreiche Länder und ihre Gemeinschaften. Als einer der weltweit größten Abnehmer von Kakao hat Nestlé bereits 2009 den Nestlé Cocoa Plan zur Förderung eines nachhaltigen Kakaoanbaus ins Leben gerufen. Für einen besseren Kakaoanbau, bessere Lebensbedingungen der Kakaobäuer:innen und besseren Kakao. Doch auch nach 13 Jahren intensiver Maßnahmen stehen wir immer noch vor Herausforderungen. Eine davon ist das zu niedrige Einkommen der Familien im Kakaoanbau. Deshalb ergänzen wir kontinuierlich unser Engagement für einen nachhaltigen Kakaoanbau. 

So hat Nestlé Ende 2020 das Pilotprojekt „Household Income Accelerator“ mit der Unterstützung von PRO-PLANTEURS, dem Projekt des Forum Nachhaltiger Kakao, initiiert. Im Rahmen des Piloten haben wir erprobt, wie wir mit finanziellen Anreizen gute landwirtschaftliche Praktiken fördern und so das Einkommen steigern können. 2020 waren zwei Pilot-Kooperativen mit insgesamt rund 1.000 Farmer:innen in Côte d'Ivoire beteiligt. Aufbauend auf den positiven Ergebnissen und Erfahrungen des Pilotprojekts haben wir 2021 dessen Ausweitung als Income Accelerator Program vorbereitet, das Anfang 2022 öffentlich vorgestellt wurde. Mit dem Programm wollen wir langfristig alle Familienbetriebe in der globalen Kakaolieferkette von Nestlé erreichen.

1 Bymolt, R.; Laven, A.; Tyszler, M. (2018): Demystifying the Cocoa Sector in Ghana and Côte d’Ivoire. The Royal Tropical Institute (KIT) / 2 Assessing Progress in Reducing Child Labor in Cocoa Growing Areas of Côte d’Ivoire and Ghana. National Opinion Research Center (NORC)

Finanzielle Anreize zur Steigerung der Einkommen im Kakaoanbau

Das Besondere am Income Accelerator Program: Es bietet Anreize zur Steigerung der Produktivität und zur Erschließung zusätzlicher Einkommensquellen, die das Gesamteinkommen steigern. So soll ein Beitrag dazu geleistet werden, die Lücke zu einem existenzsichernden Einkommen zunehmend zu reduzieren (siehe Grafik). Diese vier Maßnahmen können jeweils mit 100 CHF jährlich gefördert werden: 

  • Schulbesuch aller Kinder im Haushalt im Alter von 6−16 Jahren;
  • Umsetzung guter landwirtschaftlicher Praktiken zur Ertragssteigerung, wie zum Beispiel Baumschnitt;
  • Durchführung agroforstwirtschaftlicher Aktivitäten zur Erhöhung der Klimaresistenz, etwa durch das Anpflanzen von Schattenbäumen;
  • Einkommensdiversifizierung, beispielsweise durch den Anbau anderer Nutzpflanzen, Viehhaltung (z. B. Hühner), Imkerei oder die Verarbeitung anderer Produkte wie Maniok;

Die Umsetzung aller vier Maßnahmen wird mit weiteren 100 CHF belohnt. So können Familien jährlich bis zu 500 CHF zusätzlich erhalten. Da diese Zahlung nicht an die Menge des verkauften Kakaos gebunden ist, stellt sie für Kleinfarmer: innen eine bedeutende Unterstützung dar. Und die Zahlungen erfolgen immer zu 50 Prozent an die Bäuer:innen und zu 50 Prozent an deren Partner:innen. So trägt das Programm auch zur Stärkung der Frauen bei und kann gleichzeitig die Risiken für Kinderarbeit senken.

GeschätzTes jährliches Nettoeinkommen für eine Kakaobauernfamilie

Bis 2030 sollen alle rund 160.000 Familien in der Nestlé Kakaolieferkette profitieren

Nach dem Pilotjahr 2020 hat Nestlé das Programm 2022 auf 10.000 Familien in Côte d’Ivoire ausgeweitet. Im ersten Jahr wurde eine Fläche von 10.186 Hektar von 385 Baumschnittgruppen gestutzt, 210.570 Wald- und Obstbäume verteilt und bereits 17.144 Personen sind registriert worden, um die mobilen Zahlungen über das Programm zu erhalten. Nach einem globalen Assessment soll das Programm 2024 auch in Ghana eingeführt werden. Bis 2030 sollen dann alle Familienbetriebe der globalen Kakaolieferkette von Nestlé erreicht werden. Zukünftig möchten wir weltweit eine vollständige Rückverfolgbarkeit und die ausschließliche Verwendung von zertifizierten Kakaoprodukten erreichen. In Deutschland werden bereits 100 Prozent des Kakaos für die Produktion von Süßwaren aus dem Nestlé Cocoa Plan bezogen und sind Rainforest-Alliance zertifiziert. Insgesamt verdreifachen wir unsere Nachhaltigkeitsinvestitionen im Kakaoanbau auf 1,3 Milliarden CHF in den nächsten zehn Jahren. 

Start des Nescafé Plan 2030

Steigende Temperaturen werden die für den Kaffeeanbau geeignete Fläche bis 2050 um bis zu 50 % reduzieren.1 Gleichzeitig sind rund 125 Millionen Menschen für ihren Lebensunterhalt auf Kaffee angewiesen.2 Schätzungsweise 80 % der Kaffeeanbaufamilien leben dabei an oder unter der Armutsgrenze.3 Es besteht also Handlungsbedarf, um den nachhaltigen Kaffeeanbau langfristig zu gewährleisten. Nescafé arbeitet deshalb eng mit Kaffeefarmer:innen zusammen und unterstützt sie dabei, sich auf Methoden der regenerativen Landwirtschaft umzustellen. Im Oktober 2022 haben wir einen umfassenden Plan vorgestellt, um den Kaffeeanbau nachhaltiger zu gestalten: den Nescafé Plan 2030, in den wir global bis 2030 über eine Milliarde Schweizer Franken investieren. Damit treiben wir die Arbeit der letzten zehn Jahre im Rahmen des Nescafé Plans weiter voran.

Nescafé wird mit Kaffeefarmer:innen zusammenarbeiten, um die Wirksamkeit mehrerer regenerativer landwirtschaftlicher Praktiken zu testen, zu lernen und zu bewerten. Der Fokus liegt auf sieben wichtigen Herkunftsländern: Brasilien, Vietnam, Mexiko, Kolumbien, Elfenbeinküste, Indonesien und Honduras. Aus diesen Ländern stammen 90 % des Kaffees für die Marke.

Nescafé hat zum Ziel, bis 2025 100 % des Kaffees aus verantwortungsvoller Herkunft zu beziehen. Außerdem sollen bis 2025 20 % und bis 2030 50 % des Kaffees aus regenerativen landwirtschaftlichen Methoden stammen. 

Das Ziel der regenerativen Landwirtschaft ist, die Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens zu verbessern sowie die Wasserressourcen und die biologische Vielfalt zu schützen. Gesündere Böden sind widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels und können die Erträge steigern. So tragen sie zur Verbesserung der Lebensgrundlage der Landwirt:innen bei.

1 Inter-American Development Bank https://www.iadb.org/en/improvinglives/most-unexpected-effect-climate-change
2 Fairtrade Foundation https://www.fairtrade.org.uk/farmers-and-workers/coffee/#:~:text=Around%20125%20million%20people%20worldwide,from%20the%20coffee%20they%20produce
3 TechnoServe https://www.technoserve.org/our-work/agriculture/coffee/#:~:text=Coffee%20is%20more%20than%20just,living%20below%20the%20poverty%20line.] 

Nescafe Plan

Nescafé unterstützt die Farmer:innen bei der Umstellung auf regenerative Kaffeeanbaumethoden mit Schulungen und technischer Hilfe. Die Marke stellt darüber hinaus ertragreiche Kaffeepflanzensetzlinge zur Verfügung. Beispiele für regenerative Landwirtschaft sind:

  • Das Pflanzen von Deckfrüchten hilft, den Boden zu schützen. Es trägt auch dazu bei, dem Boden Biomasse hinzuzufügen, was die Kohlenstoffbindung im Boden erhöhen kann.
  • Die Verwendung von organischen Düngemitteln trägt zur Bodenfruchtbarkeit bei.
  • Die zunehmende Nutzung von Agroforstwirtschaft und der Anbau von Zwischenfrüchten tragen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei.
  • Das Beschneiden vorhandener Kaffeebäume oder das Ersetzen durch krankheits- und klimaresistente Sorten trägt dazu bei, Kaffeeplantagen zu verjüngen und die Erträge der Landwirt:innen zu steigern.

Durch diese Umstellungen sollen die Landwirt:innen ihr Einkommen verbessern können. In Mexiko, Indonesien und in der Elfenbeinküste haben wir dazu ein Pilotprojekt zur finanziellen Unterstützung gestartet. Das Projekt wird den Farmer:innen dabei helfen, den Wandel zur regenerativen Landwirtschaft zu beschleunigen. Durch dieses Programm wird Nescafé zusammen mit den Kaffeefarmer:innen den besten Ansatz in den einzelnen Ländern testen und lernen. Zu den Maßnahmen zählen etwa Bargeldanreize für die Einführung regenerativer landwirtschaftlicher Praktiken, der Schutz des Einkommens durch Wetterversicherungen oder der bessere Zugang zu Krediten für Landwirt:innen.

Um die Fortschritte zu verfolgen und die Ergebnisse vor Ort zu bewerten, werden wir von Rainforest Alliance im Rahmen einer Monitoring- und Evaluierungspartnerschaft unterstützt. Diese Aktivitäten werden durch neue und auf Fachwissen fokussierte Partnerschaften ergänzt. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit Sustainable Food Lab rund um die Themen Einkommensbewertung, Strategie und Fortschrittsverfolgung von Kaffeefarmer:innen.

Unterstützung für die Menschen in der Ukraine

Der schreckliche Krieg gegen die Ukraine macht uns unendlich betroffen. Um zu helfen, sind wir Teil von #StandUpForUkraine. International haben wir mehr als 55 Millionen CHF für die Menschen in der Ukraine bereitgestellt. Darunter fallen 15 Millionen CHF in Form von Geld- und Produktspenden sowie eine Investition von 40 Millionen CHF in eine neue Nudel-Produktionsstätte im Westen des Landes.

Unmittelbar nach Kriegsausbruch haben wir entschieden, die Menschen und Kolleg:innen vor Ort zu unterstützen - mit Hilfslieferungen von Nahrungsmitteln, Getränken oder Tiernahrung, mit Geldspenden sowie durch persönliches Engagement. Gleichzeitig arbeiten wir seit Monaten mit lokalen Organisationen und humanitären Hilfsorganisationen in ganz Europa zusammen, damit die Hilfe schnell und genau dort, wo sie gebraucht wird, ankommt. Um außerdem die zuverlässige Versorgung mit wichtigen Lebensmitteln für die Menschen vor Ort sicherzustellen, halten wir unsere Betriebe in der Ukraine am Laufen. Wo es sicher ist, sorgen wir dafür, dass die Supermarktregale gefüllt bleiben.

Insgesamt haben wir 2022 über verschiedene lokale und internationale Partnerorganisationen mehr als 4.200 Tonnen an Lebensmittelspenden bereitgestellt. Mit der Stiftung UkraiNEST haben wir zudem eine Spendensammlung für unsere Mitarbeiter:innen organisiert, um die Häuser unserer Kolleg:innen im Land zu reparieren. Dabei kamen mehr als 90.000 CHF zusammen, die das Unternehmen auf knapp 300.000 CHF aufgestockt hat.

 

Aus dem deutschen Markt unterstützen wir vor allem mit Produktspenden

1 Million
60.000
500.000
56

Tafel-Unterstützung 2022

Tatkräftige Unterstützung sozialer Projekte in Deutschland

Nestlé Deutschland hat 2022 mehr als 30 Projekte und Vereine mit Geldspenden unterstützt. Mit insgesamt über 100.000 Euro wurden insbesondere regionale Initiativen rund um die Werksstandorte von Nestlé gefördert. Dort sind unsere lokalen Teams eng vernetzt und wissen, in welchen Bereichen Unterstützung nötig ist.

Zu den geförderten Organisationen zählen etwa Kinderhospize und -kliniken, Fördervereine für Kinder, Jugendliche und Familien sowie für Menschen mit Beeinträchtigung, Krebshilfenetzwerke, Bildungsinitiativen, Tierschutzverbände und Tierheime, Feuerwehren, Organisationen zur Umweltbildung und Förderung des Artenschutzes und der Biodiversität sowie weitere Vereine etwa zur Unterstützung von obdachlosen Menschen und sozialen Risikogruppen.

Die Geldspenden werden ergänzt durch Produkt- und Sachzuwendungen. Neben mehr als 50 vollen LKW mit Lebensmittelspenden für die Tafeln erhielten auch kirchliche Kindergärten und Krankenhäuser sowie verschiedene soziale Organisationen Produkte sowie Sachspenden zur Unterstützung ihrer Arbeit. 

Bei Nestlé Wagner in Nonnweiler beteiligten sich auch die Mitarbeiter:innen bei der Auswahl der Spendenempfänger: Sie waren aufgerufen, ihr Ehrenamt und damit verbundene Projekte vorzustellen. Insgesamt drei ausgewählte Projekte wurden von Nestlé Wagner mit einer Spende von jeweils 1.000 Euro unterstützt

Tafel

Im Umfeld der Frankfurter Zentrale haben wir uns mit Geldspenden von jeweils 10.000 Euro an den Frankfurter Kältebus sowie die Frankfurter Tafeln engagiert. Das Team des Kältebusses kümmert sich um Menschen, die langfristig obdachlos auf der Straße leben und denen es schwerfällt, Vertrauen zu fassen und Hilfen in Anspruch zu nehmen. Besonders in der kalten Jahreszeit versorgt der Kältebus in den Abend- und Nachtstunden Menschen auf der Straße mit warmen Schlafsäcken und Getränken und bringt sie auf Wunsch in eine städtische Übernachtungsunterkunft.

IIm Rahmen der langjährigen Partnerschaft mit den Tafeln in Deutschland haben wir außerdem an weitere lokale Tafelverbände gespendet. Nestlé Mitarbeiter:innen haben mehr als 200 Schichten bei der Frankfurter Tafel übernommen und die Lebensmittelausgabe unterstützt. Zusammen mit den Lebensmittelspenden fördert Nestlé so die wichtige Hilfe der Tafeln für Menschen, die von Armut betroffen sind.

Tafel Gruppe

Berufsperspektiven für junge Menschen

Nestlé setzt sich als Teil der unternehmensübergreifenden „Alliance for YOUth“-Initiative dafür ein, jungen Menschen in Deutschland und ganz Europa Arbeitsmöglichkeiten und Berufserfahrungen zu bieten. Um nach dem Schulabschluss den Start in den neuen Lebensabschnitt zu erleichtern, setzen wir bundesweit auf Bewerbungstrainings und Angebote zur Berufsorientierung für Schüler:innen. Auch Azubis tragen als lokale Ausbildungsbotschafter:innen an den Schulen oder bei den jährlichen Girl’s and Boys‘-Days dazu bei, mögliche Nachwuchskräfte für Ausbildungsberufe zu begeistern. Insgesamt haben wir im Jahr 2022 rund 45 sogenannte „Readiness for Work“-Events durchgeführt. Auch praktische Erfahrungen im Arbeitsumfeld stehen dabei im Fokus. Mit jährlich rund 150 Praktikums- und 10 Traineestellen in Deutschland ergänzen wir das umfassende Angebot fortlaufend. Bis 2025 sollen es 1.100 Einstiegsstellen und mehr als 1.800 Ausbildungsplätze, Trainee- und Praktikumsstellen sein. 

Wir räumen auf! Der Cleanup Day 2022

Rund 100 Nestlé Kolleg:innen haben sich im Oktober 2022 zusammengetan, um im direkten Umfeld der Standorte Frankfurt, Nonnweiler und Biessenhofen herumliegenden Müll einzusammeln. Die jährliche Aktion zahlt auf den weltweiten „Cleanup Day“ ein. Dieser ruft jeden Herbst Menschen auf, aktiv bei der Beseitigung von Umweltverschmutzung und Plastikmüll mitzumachen. Dieses Jahr wurden von den Nestlé Kolleg:innen rund 450 Kilogramm Müll gesammelt, getrennt und am Ende fachgerecht entsorgt.

Tafel